Claus-Dieter Lösche als Leiter des Gymnasiums verabschiedet

„Und denken Sie daran, mich zu vergessen“

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Claus-Dieter Lösche und seine Frau Gudrun hatten im Verlauf der Verabschiedung viele gute Gründe zum Applaudieren.

Syke - Von Frank Jaursch. Ein-, zweimal im Verlauf seiner kurzen Abschiedsrede bricht Claus-Dieter Lösche die Stimme weg, der scheidende Schulchef ringt in der Aula sichtlich um Fassung. „So kenne ich mich eigentlich gar nicht“, wird er später mit einem Schmunzeln dazu sagen. Die Feierstunde zur Verabschiedung Lösches markierte gestern den Schlussakkord in der Karriere des Mannes, der heute seinen letzten Arbeitstag am Gymnasium Syke hat.

Ein zweieinhalbstündiges Programm wartete auf die etwa 200 Gäste. Um die vielen Wortbeiträge herum hatten die Organisatoren ein kulturelles Rahmenprogramm gestrickt. Und dessen Vielfalt spiegelte eine Qualität der Schule wider, die Lösche über mehrere Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltete. Schulchor und Bläserklasse, Rock-AG und Gymnastikkurs sowie der Lehrerchor bekamen viel Applaus für ihre Auftritte.

Der Big-Band blieb mit ihrer fulminanten Interpretation von „Skyfall“ der Schlussakkord vorbehalten. Nun steht zwar nicht zu befürchten, dass den Gymnasiasten durch Lösches Fehlen der Himmel auf den Kopf fällt. Dass sein Fehlen künftig eine Lücke in den Schulalltag reißen dürfte, wurde in den vielen Redebeiträgen aber deutlich.

Etwa im stürmisch bejubelten Gedicht, das Maike Kruse als Vertreterin des Personalrats zum Besten gab. Die Pädagogin reimte sich durch Lösches Arbeitsalltag, thematisierte seinen Einsatz beim Freizeitkick oder so manches Kuckucksei der Landesschulbehörde.

Zuvor hatte Andreas Blasche-Hesse, Schulfachlicher Dezernent dieser Behörde, die Verabschiedungs-Urkunde überreicht und in seiner Rede die beruflichen Stationen Lösches umrissen. Dabei plauderte er aus dem Nähkästchen – oder genauer: aus Lösches Arbeitsbeurteilungen. Viel Neues gab es dabei gar nicht zu erfahren. Dass er ein fähiger Organisator sei, der gut mit Menschen umgehen könne, war den meisten eh bekannt.

Die weiteren Redebeiträge komplettierten das Bild Lösches als fähigen Schulkapitän, der „mit Weitblick, Bedacht und viel Herzblut“ (Ariane Becker-Mordhorst, Schulelternrat) unterwegs war. Ihr Vorgänger Markus Lund lobte das „offene Ohr“, das er mit seinen Ansinnen stets bei Lösche fand. Der Fördervereinsvorsitzende Mario Dänekas zählte Großprojekte auf, die man gemeinsam auf die Beine gestellt habe. „Wer will, findet Wege – wer nicht will, findet Gründe“, sagte Dänekas und zeigte sich, an Lösche gerichtet, „froh, dass Sie immer wollten“.

Bürgermeisterin Suse Laue und Schulsprecher Bjarne Altenburg lobten Einsatz und Hilfsbereitschaft des scheidenden Rektors. Hartmut Frensel würdigte den Einsatz Lösches beim Projekt „Die Walze“, mit dessen Hilfe bis heute 251000 Euro an Spenden für die Aids-Hilfe in Ghana gesammelt wurden.

Und Claus-Dieter Lösche? Wollte eigentlich gar nichts sagen. Und offenbarte dann doch einen Einblick in sein Seelenleben. „Eigentlich ging es mir bis gestern Abend ganz gut“, sagte er. „Aber seit heute um 10 Uhr will ich nur noch weg.“ Der Abschied ging dem 65-Jährigen nahe. Er dankte seiner Frau Gudrun und den Menschen, die um ihn herum mit Herzblut gearbeitet hätten. „Ich verabschiede mich von Ihnen schweren Herzens“, sagte Lösche. Und formulierte noch eine Bitte: „Und denken Sie daran, mich zu vergessen.“

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