Ärgerliche Corona-Auflagen

Christian Eilers darf Hundeplatz noch nicht öffnen und versteht nicht, warum

Muss leider draußen bleiben: Christian Eilers an seinem Hundespielplatz. Foto: Jantje Ehlers
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Muss leider draußen bleiben: Christian Eilers an seinem Hundespielplatz.

Barrien - Warum gelten für Hunde härtere Corona-Regeln als für Kinder? Christian Eilers kann das nicht verstehen und wundert sich darüber.

Der Barrier Unternehmer betreibt nebenbei einen Hundespielplatz und hatte gedacht, dass er den im Rahmen der gelockerten Kontaktbeschränkungen Montag wieder öffnen dürfte. Schließlich würden Kinderspielplätze ja auch wieder freigegeben. Gut, dass er noch mal beim Landkreis nachgefragt hatte. Denn da war das zuständige Veterinäramt anderer Meinung. Eilers muss seinen Hundespielplatz vorerst weiter geschlossen halten. Nur weshalb hat ihm in den drei Wochen seit seiner ersten Anfrage noch niemand nachvollziehbar erklären können.

Nach den diese Woche angekündigten Lockerungen der Kontaktbeschränkungen hätte Eilers nächsten Montag den Platz eigentlich wieder öffnen wollen. Unter verschärften Bedingungen. „Wir dachten an: Nur eine Person am Eingang, Maskenpflicht in der Schleuse, Sitzbereich geschlossen, Sitzen nur für Leute mit körperlichen Einschränkungen, kein Verzehr von Speisen, Abstandsregeln einhalten“, zählt Eilers auf.

„Öffnung von Spielplätzen“ umfasst nur solche für Kinder

Trotzdem schob das Veterinäramt dem einen Riegel vor. Mit der „Öffnung von Spielplätzen“ sind laut Verordnung der Landesregierung lediglich Kinderspielplätze gemeint. „Damit fällt Ihr Hundespielplatz nicht unter die in der Verordnung als Spielplätze angeführten Betriebe und ist dementsprechend nach wie vor geschlossen zu halten“, heißt es in der Antwort der Behörde.

Es ist die Begründung, die den Barrier ärgert. Nicht weil er irgendwelche Vorgaben auf seinem Platz nicht einhalten könnte, darf er den nicht öffnen, sondern nur, weil in Hannover schlicht niemand an solche Hundespielplätze gedacht hatte und sie deshalb nicht ausdrücklich erwähnt worden sind.

Letztlich geht es damit um die Frage: Ist alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist oder ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist? „Das ist genau der Punkt“, sagt Landrat Cord Bockhop dazu. „Wir leben in einem freiheitlichen Staat, in dem normalerweise alles erlaubt ist, was nicht verboten ist. Die Frage ist aber: Sind wir schon wieder so weit, dass wir diesen Normalzustand haben? Darüber liefern wir uns hier intern gerade heiße Diskussionen.“

Ab dem 11. Mai sei „mit einer Öffnung zu rechnen“

Bockhop bestätigt: Das Land habe dem Landkreis und inzwischen wohl auch Betreibern von Hundeschulen mitgeteilt, dass ab dem 11. Mai „mit einer Öffnung zu rechnen“ sei. Speziell Hundespielplätze seien in dieser Mitteilung aber wohl nicht erwähnt. Deshalb müsse für Hundespielplätze die alte Regel so lange weiter gelten, bis es eine neue gibt. „Einzeltrainings sind jedoch zulässig, soweit dabei eben nicht mehr als zwei Personen zusammenkommen.“

Für den Landrat ist das übrigens kein Einzelfall. „Nach den jetzt beschlossenen Lockerungen haben die Leute zu Recht tausend Detailfragen, was genau jetzt unter welchen Umständen wieder erlaubt ist. Vom Minigolf bis zu Massagen. Das Problem ist, dass wir die nicht beantworten können, weil die neue Rechtsverordnung noch nicht raus ist. Ich gehe davon aus, dass die im Lauf des Samstags kommt.“

Heißt für Christian Eilers: Möglicherweise dürfte er am Montag seinen Hundespielplatz wieder öffnen, vielleicht aber auch nicht. So genau weiß das jetzt noch niemand. Deshalb geht der Barrier auf Nummer sicher: „Ich habe meinen Leuten gesagt, dass wir voraussichtlich erst Mittwoch wieder öffnen.“ Oder auch nicht.

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