Syker Chöre treten zusammen auf

Zwölf Jahrgänge – eine Bühne

+
Das Lächeln für die Fotografin hat bei einigen Grundschülern Vorrang vor der Probe.

Syke - Von Marc Lentvogt. Ein langer Arbeitstag neigt sich dem Ende zu. Nach Mathe, Deutsch und dem Mittagessen heißt es für die rund 40 Grundschüler noch mal alles zu geben: Die Chorprobe steht an. Am 8. März werden die 80 Sängerinnen und Sänger erstmals mit einem anderen Chor gemeinsam auftreten: Mit den Nachbarn vom Gymnasium gestalten sie einen Abend im Theater.

„Einige Lieder müssen sie innerhalb eines Monats draufkriegen“, erzählt Marcel Hakkel nach der Probe. Sorgen macht er sich aber nicht, denn ob Singen bei den Kulturtagen oder Aufnahme einer CD – seine Schüler haben bisher immer Top-Leistungen geliefert.

Bei der Probe gibt es einen ersten Vorgeschmack. Allerdings: Die Fotografin entlockt den Kindern einen Hauch Disziplinlosigkeit. „Morning has broken“ soll aus 39 Kehlen hallen, tatsächlich sind es aber nur 37, denn zwei Jungen sind mit Lächeln für das Foto beschäftigt. Hakkel und seine Kollegin Dorothee Stoffregen quittieren das gelassen: „Man hört euch gar nicht. Was ist los?“

Einige Meter weiter sieht das ganz anders aus. Schon aus der Entfernung ist der Gesang des Gymnasium-Chores zu vernehmen. Im Musikraum 2 offenbart sich dem Zuschauer ein eher ungewöhnlicher Anblick. Einige der Kinder knien, vier Gruppen haben sich im Raum verteilt, drei davon haben sich vom Zuhörer abgewendet. Chor, das bedeutet im Gymnasium nicht nur Gesang, sondern auch Choreografie. „Wir wollen den Zuschauer unterhalten, aber auch für die Schüler erhält ein Lied durch das Annehmen einer bestimmten Rolle eine Bedeutung“, erklärt Chorleiterin Jutta Röscher. Sie sitzt heute am Klavier, ihr Pianist ist erkrankt. Dirigieren muss sie vor allem mit der Stimme. „Frau Röscher steht mit vollem Herzen dahinter“, bestätigt Schülerin Paulina Zenkel den Eindruck. Der Chor hat in Vorbereitung auf nahende Wettbewerbe ein Probewochenende vor den Zeugnisferien eingelegt. „Ich glaube, danach war sie genauso kaputt wie wir.“

Rina Rehenbrock (r.) freut sich auf das gemeinsame Chorkonzert mit der Grundschule. Mit sieben Jahren Erfahrung verspürt sie keine Nervosität mehr. 

In der Grundschule ist Dorothee Stoffregen derweil glücklich, wenn ihre Sängerinnen und Sänger stehen bleiben und sich auf das Singen konzentrieren. „Die Kinder haben einen längeren Arbeitstag als manche Erwachsene“, erinnert sie. Und: Alle kommen freiwillig. Da helfen weder meckern noch drängeln, sondern nur Geduld und die Lieblingslieder.

Etwas Geduld ist auch Jutta Röscher abverlangt, aber die erfahrenen und ehrgeizigen Schüler sorgen fast von allein dafür, dass konzentriert gearbeitet wird. Rina Rehenbrock, bereits sieben Jahre im Chor des Gymnasiums aktiv, freut sich auf die „Generalprobe“ am 8. März. Was für die Grundschüler ein großes Abenteuer werden dürfte, ist für Rehenbrock ein Testlauf für „Sing mit!“, einen Wettbewerb des Lions Club Grafschaft Hoya: „Beim ersten Mal waren wir Dritter, letztes Jahr Zweiter, da müssten wir dieses Jahr eigentlich Erster werden.“

Hoher Anspruch von Anfang an

An Platzierungen ist in der Grundschule noch nicht zu denken, mit fehlendem Anspruch hat das aber nichts zu tun. Selbst die Erstklässler versuchen sich an den englischen Texten. Die Bedeutung von Liedern wie „Morning has broken“ und „Hamborger Veermaster“ mag sich den Jüngsten noch nicht erschließen, „aber wir haben festgestellt, dass die Kinder das sehr schnell aufnehmen, weil sie durch das Hören lernen“, erklärt Stoffregen. Der gleiche Effekt führe bei Flüchtlingskindern zu großen Sprach-Lernfortschritten.

Trotz unterschiedlicher Erfahrungsschätze teilen beide Chöre das Konzert fair unter sich auf. Die beiden Ensembles füllen jeweils 30 Minuten, drei Lieder werden gemeinsam gesungen. Im Gegensatz zu den Gymnasiasten, die Teile der Musik selbst arrangiert haben und spielen werden, bekommen die Grundschüler Unterstützung von Rolf Stünkel, der das Klavierspiel übernehmen wird.

Das Konzert beginnt am Donnerstag. 8. März, um 18 Uhr, der Eintritt wird frei sein, der Förderverein freut sich über Spenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Kreisfeuerwehrtag in Morsum

Kreisfeuerwehrtag in Morsum

Tag der offenen Tür am Wildeshauser Wasserwerk

Tag der offenen Tür am Wildeshauser Wasserwerk

Außenminister Maas besucht KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Außenminister Maas besucht KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Bei der Bewerbung typische Fehler vermeiden

Bei der Bewerbung typische Fehler vermeiden

Meistgelesene Artikel

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

Gourmetfestival-Premiere: „Hammer, Hammer, Hammer!“

Gourmetfestival-Premiere: „Hammer, Hammer, Hammer!“

Drei tolle Tage in Sulingen

Drei tolle Tage in Sulingen

Bürgermeister schickt sich selbst auf die Strecke

Bürgermeister schickt sich selbst auf die Strecke

Kommentare