Musik und Geräusche von Axel LaDeur und Andreas Schmitz

Chaplins Stummfilme und dazu Live-Musik

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Axel LaDeur, links, und Andreas Schmitz.

Sulingen - Axel LaDeur bereitete das Publikum vor, auf das, was kommt: „Andreas Schmitz spielt Schlagzeug und Effektinstrumente, ich mache oben nur ein bisschen Musik“ – Auftakt für den Filmabend im Zeichen von Charlie Chaplin mit Live-Musik-Begleitung, zu dem die Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sulingen am Sonntag in die Kirche St. Nicolai eingeladen hatte.

„Jeder Tag, an dem du nicht gelächelt hast, ist ein verlorener Tag“, war das Lebensmotto von Charlie Chaplin. Er hätte sich gefreut über die Resonanz des Publikums. Und über die gelungene musikalische Untermalung seiner bewegten Bilder durch Axel LaDeur und Andreas Schmitz. Einem eigenen musikalischen Konzept folgend boten sie Improvisationen zu den Stummfilmen „Vergnügte Stunden“ (1919), „Der Abenteurer“ (1917) und „Die Rollschuhbahn“ (1916). Den Kontakt zu den Musikern hatte der Sulinger Kantor Kai Kupschus geknüpft.

Charlie Chaplin (1889 bis 1977) zählt zu den einflussreichsten Komikern in der Filmgeschichte des 20. Jahrhunderts. Charakteristisch für den Allroundkünstler, der sich auch als Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Schnittmeister, Komponist und Filmproduzent einen Namen gemachte hatte, waren seine Filme, die komische und tragische Momente eng miteinander verquickten und die Pointen allein durch Gestik und Mimik der Schauspieler übermittelten. Charles Chaplin setzte auch nach Einführung des Tonfilms weiter auf den Stummfilm als künstlerisches Ausdrucksmittel.

Elemente der Klassik und der Unterhaltungsmusik

Axel LaDeur wählte Elemente der Klassik und der Unterhaltungsmusik für seine Orgelbegleitung aus. Als Einstieg für „Vergnügliche Stunden“ spielte er etwa den Schlager „Wochenend‘ und Sonnenschein“, als Untermalung für die Szene in „Der Abenteurer“, in der ein Sträfling die ertrinkende Mutter seiner Angebeteten rettet, Mozarts „Hilfe-Arie“ aus der Zauberflöte. Andreas Schmitz ergänzte Krach-Bumm-Percussion mit Schlagwerk, Temple-Blocks, Ratschegurke, Flöte, Hupe und Lotusflöte: Küchenchaos, ein Bordorchester bei Seegang oder ein Eis im Ausschnitt einer Dame: Schmitz und LaDeur erzählten Chaplins Geschichten musikalisch.

Axel LaDeur entlockte der Kirchenorgel selten gehörte Klänge. „Manch einer wird sich die Frage stellen: Darf man das?“, sagte der Organist und Kantor der Hannoverschen Kreuzkirche. Er erinnerte daran, dass die Orgel im Ursprung ein weltliches Instrument war und ihr Einsatz in Kirchen lange undenkbar: „Gewissermaßen ist das heute eine Rückführung zu den Wurzeln“, sagte er schmunzelnd.

Stummfilmen neues Leben einhauchen

Er hatte die Idee, Stummfilmen neues Leben einzuhauchen. Sein erstes Projekt war 2008 die Uraufführung der Orgel-Filmmusik zu „Nosferatu“ anlässlich der Orgelweihe in der Marktkirche Hannover. Mit Andreas Schmitz widmet er sich seit einigen Jahren den Stummfilmen Charlie Chaplins: „Sein zeitloser Humor zeigt immer noch seine Wirkung. Das ist schön zu sehen“, sagte Schmitz. Die große Herausforderung sei - wie beim Film selbst - ein perfektes Timing.

Dass den Musikern dieses gelungen ist, zeigte der Applaus: Gemessen am Beifalls-Pegel hätte man weit mehr als 70 Zuhörer in der Kirche vermutet. 

mks

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