Verkehrsteilnehmer ignorieren Durchfahrtverbote

Chaos an der Baustelle in Barrien

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Mit der aktuellen Verkehrsregelung im Barrier Ortskern sind manche Verkehrsteilnehmer überfordert, anderen fehlt einfach nur die Einsicht, glaubt Ortsratsmitglied Christian Eilers. Dieser Autofahrer hat das Durchfahrtsverbot vor der Baustelle entweder nicht gesehen oder es schlicht ignoriert.

Barrien - Von Michael Walter. „Man braucht sich nur 'ne Viertelstunde hier hinzustellen – dann sieht man schon, dass an dieser Baustelle etwas nicht stimmt.“ Christian Eilers vom Barrier Ortsrat hat die Verkehrsführung an der Bremer Straße zwischen Krusenberg-Kreuzung und An der Wassermühle wesentlich intensiver beobachtet. „So wie der Landkreis es hier geregelt hat, ist das nicht gut“, sagt er.

Der Landkreis erneuert an der Kreisstraße von Barrien nach Gessel den Fahrbahnbelag und baut quasi nebenbei auf dem etwa 150 Meter langen Stück der alten B 6 neue Regenwasserrinnen ein. Die Wassermühlenkreuzung ist dafür weiträumig abgesperrt. Schon am Barrier Bahnhof stehen die ersten Durchfahrtsverbote. Aus Richtung Gessel geht es ab der Syker Straße nicht mehr weiter: In der Gegenrichtung war die Straße bisher als Einbahnstraße befahrbar. Und auch die Sudweyher Straße war ursprünglich in Höhe der B 6-Unterführung gesperrt.

Autos fahren auf Bürgersteig an den Absperrungen vorbei

„Niemand versteht diese Absperrungen – und niemand hält sich dran“, sagt Eilers. „Ich wohne über dem Edeka an der Sudweyher Straße und kann den Verkehr gut beobachten. Auf dem Bürgersteig sind die Autos an den Absperrungen vorbei gefahren. Und nicht nur eines.“ Ein Bauarbeiter, den er darauf ansprach, habe ihm geantwortet: Bis zum nächsten Morgen würden die Autofahrer die Baken sowieso beiseite geschoben haben. „Und genau so war es dann auch.“ Aus seinen persönlichen Beobachtungen heraus folgert Christian Eilers: „Ein großer Teil der Verkehrsteilnehmer ist mit der Situation anscheinend überfordert, einem anderen großen Teil fehlt wohl einfach die Einsicht.“

Die gleiche Stelle aus der entgegengesetzten Perspektive. Das Schild zeigt deutlich: Hier ist die Durchfahrt verboten.

Eilers ergänzt: „Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht als Ortsratsmitglied auf dieses Chaos angesprochen werde. Und auch die Geschäfte an der Sudweyher Straße haben sich beschwert, dass die Kunden nicht mehr zu ihnen finden würden.“

Großräumige Sperrung für Nichtanliegerverkehr

Vor Beginn der Arbeiten hatte der Landkreis auf einer Anwohnerversammlung über den Umfang der Baumaßnahme informiert – auch über die verkehrlichen Auswirkungen. „Aber da hat sich doch niemand vorstellen können, dass sie gleich den ganzen Bereich dichtmachen würden.“

Beim Landkreis sind die Probleme bekannt. Der zuständige Fachdienstleiter Franz Vogel: „Die Absperrungen haben wir aus Gründen der Arbeitssicherheit so großräumig gestaltet. Für den Nichtanliegerverkehr ist der Bereich um die Baustelle gesperrt. Für Anlieger ist grundsätzlich frei.“ Letzteres zeigen inzwischen auch etliche Zusatzschilder an.

„Leider wird die geltende Regelung nicht von allen Verkehrsteilnehmern befolgt“, sagt Vogel. „Wir suchen da mit den beteiligten Behörden und der Baufirma nach Lösungen. Das ist ein sehr formaler Akt, aber auch sehr schnell umsetzbar, wenn erstmal eine Einigung erzielt worden ist.“

Bauarbeiten werden insgesamt bis Ende September andauern

Was nicht passieren wird, ist eine flexiblere Handhabung der Absperrungen. „Wenn wir die täglich verändern würden, hätten wir das Chaos“, sagt Vogel. Einige Änderungen habe es aber inzwischen trotzdem schon gegeben. Von der Baustelle an der Barrier Straße könne man inzwischen wieder geradeaus auf die alte B 6, und die Sudweyher Straße sei wieder in beide Richtungen befahrbar.

Von allein erledigt hat sich inzwischen das Problem mit Autos, die entgegen der Einbahnstraßenregelung aus Richtung Gessel auf die Kreuzung zufahren: Seit gestern ist dieser Abschnitt der Straße An der Wassermühle bis etwa in Höhe des Tennisclubs voll gesperrt. Dort wird der Unterbau erneuert.

Laut Vogel dauern die Bauarbeiten zwischen Barrien und Gessel voraussichtlich bis Ende September.

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