Chagalls Kunst für die Kleinen

Themenwoche im Syker Gemeindehaus endet mit buntem Malworkshop

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Schau mal, ein fast echter Chagall! Heiner Eberhardt (hinten) zeigte den Teilnehmern eines Malworkshops, dass sie das Zeug dazu haben, die Werke des russisch-französischen Künstlers selber zu interpretieren.

Syke - Von Angelika Kratz. Zum Abschluss der Chagall-Woche im Syker Gemeindehaus der evangelischen Christuskirche durfte nach den theoretischen Exkursen in die Welt des Künstlers Marc Chagall auch praktisch gearbeitet werden. Ein Malworkshop lockte gut 40 Kinder und Erwachsene am Samstagvormittag in das Gemeindehaus.

Heiner Eberhardt als Referent und Experte von Marc Chagalls Bildern sowie Renate Frank und ihr Helferteam der Kinderkirche Barrien hatten die Tische mit bester Sicht auf die Lithografien, Radierungen und Kunstdrucke im großen Saal und einem Nebenraum aufgestellt.

Teilnehmer kommen engagiert und bestens ausgerüstet

Das Material zwischen Farbkästen, Buntstiften, Kreiden und Acrylfarben brachten alle Teilnehmer selber mit, aber für den Notfall hielt Heiner Eberhardt eine gut bestückte Materialkiste parat. Bestens ausgerüstet für die eigene Auseinandersetzung mit dem lebensbejahenden Chagall gab es kaum eine Nachfrage, denn die kleinen und großen Nachwuchskünstler hatten sich zuvor Gedanken um die nötige Ausrüstung gemacht.

Auffällig viele Achtjährige waren darunter, denn die zweiten Klassen der Grundschule erlebten Chagall bereits als Führung und konnten viel zu den einzelnen Werken erzählen. Bevor es an die Leinwand oder an das Papier ging, galt es kleine Ausschnitte aus den Werken von Chagall zu finden. Wahrlich keine einfache Aufgabe, aber die „Großen“ leisteten mit den Konfis, der Konfirmandengruppe, oder so mancher malbegeisterten Mama Schützenhilfe.

Grundschüler entwerfen ihren eigenen Chagall

Louis und sein Freund Luca (beide 8) hatten es die Pferde auf einem Bild von Chagall angetan, und sie kopierten auf clevere Art die Vorlagen und machten daraus ihre eigenen Interpretationen. Da wurden aus drei schon mal sechs Pferde, denn ein kreativer Grundschüler scheut sich nicht, einem großen Meister seine eigene Übersetzung auf das Papier zu bringen.

Neben dem Kopieren und Kolorieren der Vorlagen stand das Selbstgestalten als weitere Herausforderung auf dem Programm des Workshops. Victor und Marcel hatten es als 13-jährige mit ihrer perfekten Vorstellung nicht so ganz einfach, Marc Chagall mit dem persönlichen Pinselstrich zu interpretieren. Da tat ein Lob von Renate Frank gerade gut, das Werk entspannt weiterzumalen.

Kinder kennen keine Ehrfurcht vor Berühmtheiten

Wer wie Hannes gerade einmal vier Jahre zählt, hat mit Ehrfurcht vor einer Berühmtheit noch nichts zu tun. Der kleine Kerl schaute sich mit ernstem Gesicht die Himmelsleiter an und tauchte dann seinen Pinsel in das schwarze Töpfchen seines Farbkastens. Perfekt gerade setzte er die Leiter auf das weiße Papier und in Rekordzeit kamen zwei fröhliche rote Engel dazu. „Jetzt bin ich kaputt“, hatte Hannes dann keine Lust mehr.

Nicht nur Heiner Eberhardt und Renate Frank machte es Spaß, von Tisch zu Tisch zu gehen. Auch die Berichterstatterin war von der Vielfältigkeit eigener Übersetzungen von Chagalls Werken begeistert. Sehr konzentriert wurde zwischen allen Altersstufen gearbeitet, aber die Leichtigkeit schwand Richtung möglicher Perfektion mit dem zunehmenden Lebensalter.

„Bitte schreibt eure Namen auf eure Bilder“, bat Renate Frank hinsichtlich der Anfänge künftiger Künstler, bei denen sicherlich diese Art des Kunstunterrichts irgendwie haften bleiben wird. „Es ist nie zu spät“, kommentierten auch die älteren Semester, die ihren Chagall mit nach Hause trugen und das gewellte Papier sicherlich gekonnt in die gerade Position bringen konnten.

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