Kommunalwahl in Syke

CDU tritt mit alten Hasen und neuen Köpfen für den Stadtrat an

Gemeinsames Ziel: für die CDU in den Stadtrat. Ralf Eggers (v.l.), Susanne Lindemann-Breuker, Edith Heckmann, Marvin Gillner, Stefanie Bremer und Wilken Hartje.
+
Gemeinsames Ziel: für die CDU in den Stadtrat. Ralf Eggers (v.l.), Susanne Lindemann-Breuker, Edith Heckmann, Marvin Gillner, Stefanie Bremer und Wilken Hartje.

Sie lächeln einen wieder an, die freundlichen Gesichter auf den Wahlplakaten an den Laternenmasten. Ein untrügliches Zeichen, dass eine Wahl bevorsteht. CDU-Köpfe wird man allerdings in Syke in diesem Jahr vergeblich suchen. Bewusst habe man sich gegen diese Form der Werbung entschieden, erklärt Wilken Hartje. „Um damit keinen Müll zu machen.“

Syke – Dabei ist es durchaus spannend, sich die Gesichter auf der Kandidatenliste der CDU mal genauer anzusehen. Denn dort haben sich neben den bekannten Köpfen ein paar Neue an durchaus prominenter Stelle eingefunden. Eine „altersmäßig tolle Mischung“, findet Edith Heckmann, lobt die gute Diskussionskultur in der Gruppe. „Das hat mich auch motiviert, noch mal anzutreten.“

CDU hat es insbesondere bei jüngeren Menschen schwer, neue Mitglieder zu werben

Die beiden politischen Schwergewichte Hartje und Heckmann bilden das Top-Duo auf der Liste für den Syker Stadtrat. Es folgt mit dem Ortsvereinvorsitzenden Ralf Eggers ein weiterer etablierter CDU-Mann. Dahinter aber wird es jünger – und neu. Stefanie Bremer, die Nummer vier auf der Liste, hat als Stadtelternrats-Mitglied und beratendes Mitglied im Ausschuss für Generationen zwar schon Erfahrungen in Sachen Kommunalpolitik sammeln können, aber das war ihr irgendwann nicht mehr genug: „Es hat mich zunehmend gestört, nur auf der beratenden Seite zu sitzen.“ Mitgestalten, mitentscheiden – das wäre der nächste Schritt. „Und dann kam Wilken um die Ecke und fragte: Wie sieht’s denn aus?“ So schnell wurde die 41-Jährige zum CDU-Mitglied und zur Kandidatin.

Nicht immer läuft es so einfach: Das Anwerben möglicher neuer Mitglieder ist alle Wahljahre wieder parteiübergreifend eine knifflige Aufgabe – die auch mit Absagen verbunden ist. „Leider ist es uns nicht gelungen, noch mehr Frauen für uns zu gewinnen“, bedauert Eggers. Die CDU sei eben gerade bei jungen Menschen nicht unbedingt die erste Wahl, um sich politisch zu engagieren.

Kontroversen gehören auch innerhalb der Fraktion dazu

Das war bei Marvin Gillner anders. Der 26-Jährige ist familiär „vorbelastet“ – durch das kommunalpolitische Engagement von Großvater und Vater. Nach seiner Rückkehr nach Syke im Anschluss an sein Studium nahm er sich schnell vor, selbst aktiv zu werden – mit „frischen Gedanken“ und nicht zuletzt mit gestalterischem Know-how, von dem die Syker CDU etwa beim Layout des Wahlflyers profitierte.

Mit Susanne Lindemann-Breuker hat es eine Teilnehmerin des Mentoring-Programms „Frau. Macht. Demokratie“ auf Platz sieben der Kandidatenliste geschafft. Die BBS-Lehrerin hat – soweit das coronabedingt möglich war – mit Interesse verfolgt, wie die Abläufe funktionieren, wie die Arbeit in den Fraktionen zugeht. Und dass es da auch schon mal lauter zugeht. „Nicht immer ist man sich einig, Kontroversen sind ja auch wichtig“, so ihre Beobachtung. „Aber man findet immer einen Konsens, man hat am Ende ein Ergebnis, mit dem man arbeiten kann.“

CDU vermeidet konkrete Aussagen, um Koalitionsbildung zu erleichtern

Neue Impulse und politische Erfahrung, junger Elan und das „Elefantengedächtnis“ der Erfahrenen: Mit diesem Mix will die CDU bei der Wahl punkten. Auf der Broschüre zur Wahl stehen fünf Schlagworte vom „lebenswerten Wohnen“ bis zur „vielfältigen Entwicklung“. Durchaus bewusst habe man sich nicht zu allzu konkreten Aussagen verstiegen, erläutert Eggers. Das wäre im Zweifelsfall „schwierig für mögliche Koalitionen“.

Aber wofür steht denn dann die CDU? Wilken Hartje holt tief Luft. „Für sachliche Anträge. Dafür, das zu erhalten, was man hat – und nicht immer neue Luftschlösser zu bauen.“ Seine Partei halte ein Augenmaß auf die Finanzierbarkeit. „Aber wenn man was ändert, dann muss der Schuss sitzen.

Christdemokraten möchten, dass Syke mehr ist als „eine Schlafstätte für Bremen“

Für die zu Ende gehende Ratsperiode schreibt sich die CDU unter anderem auf die Fahne, dass es keine Steuererhöhungen der Stadt gegeben hat. Impulse habe man im Bereich der offenen Jugendarbeit setzen können, betont Eggers. Die Bandbreite der Entscheidungen auf CDU-Initiative reichten von der Hallenbadsanierung bis zum kulturellen Förderbudget. „Wir wollen Vielfalt“, umschreibt es Hartje. Baumöglichkeiten und starkes Ehrenamt, eine gute Kita-Landschaft und kulturelle Angebote. „Wir wollen nicht nur eine Schlafstätte für Bremen sein“, erklärt Edith Heckmann. Syke als Stadt, in der man gern lebt und arbeitet? Hartje nickt. „Der Mix macht’s.“

Und wie viele Sitze traut sich die Union mit diesem personellen Mix zu? Bislang hatte die CDU acht Sitze, der Rat wird größer. „Jeder Sitz mehr als acht ist ein Erfolg“, gibt Eggers als Ziel aus. Wilken Hartje ist noch einen Ticken optimistischer: „Zweistellig wäre schön.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Meistgelesene Artikel

Frank Pinkus ist tot: 62-Jähriger erleidet wohl Herzinfarkt auf der Bühne

Frank Pinkus ist tot: 62-Jähriger erleidet wohl Herzinfarkt auf der Bühne

Frank Pinkus ist tot: 62-Jähriger erleidet wohl Herzinfarkt auf der Bühne
Leeres Gleisbett der Strecke Sulingen-Nienburg ist „ein Ärgernis“

Leeres Gleisbett der Strecke Sulingen-Nienburg ist „ein Ärgernis“

Leeres Gleisbett der Strecke Sulingen-Nienburg ist „ein Ärgernis“
Auto vs. Fahrrad - ADFC klagt an: „Zu doof oder einfach rücksichtslos?“

Auto vs. Fahrrad - ADFC klagt an: „Zu doof oder einfach rücksichtslos?“

Auto vs. Fahrrad - ADFC klagt an: „Zu doof oder einfach rücksichtslos?“
Bauarbeiten an der B 51: Pendler brauchen Geduld bis Mitte Dezember

Bauarbeiten an der B 51: Pendler brauchen Geduld bis Mitte Dezember

Bauarbeiten an der B 51: Pendler brauchen Geduld bis Mitte Dezember

Kommentare