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CDU-Fraktion möchte Sirenen in Syke erhalten

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Von: Michael Walter

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Sirenen benutzt die Feuerwehr im Syker Ortskern schon seit vielen Jahren nicht mehr für die Alarmierung. Seit gestern sind sie dafür auch im restlichen Stadtgebiet nicht mehr erforderlich. Die CDU möchte die noch vorhandenen Sirenen aber für den Zivilschutz erhalten und modernisieren. Weil im Fall einer Katastrophe die Einwohner sonst nicht schnell genug gewarnt werden können.
Sirenen benutzt die Feuerwehr im Syker Ortskern schon seit vielen Jahren nicht mehr für die Alarmierung. Seit gestern sind sie dafür auch im restlichen Stadtgebiet nicht mehr erforderlich. Die CDU möchte die noch vorhandenen Sirenen aber für den Zivilschutz erhalten und modernisieren. Weil im Fall einer Katastrophe die Einwohner sonst nicht schnell genug gewarnt werden können. © Michael Walter

Syke – Das hat man schon als Kind gelernt: Wenn die Sirenen heulen, brennt es irgendwo. Inzwischen stimmt das so nicht mehr. Die klassischen Sirenen haben für diesen Zweck ausgedient. Die CDU-Fraktion im Syker Rat möchte das Sirenen-Netz aber trotzdem erhalten und modernisieren. Denn sie ist der Meinung: Nur so können im Fall einer Katastrophe schnell und flächendeckend die Einwohner alarmiert werden.

Im Kernort Syke heulen die Sirenen schon seit Jahrzehnten nur noch zwölfmal im Jahr: an jedem ersten Samstag im Monat um 11 Uhr für zwei Minuten – ein reiner Funktionstest. Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgt schon lange ausschließlich über Meldeempfänger.

Seit gestern ist das auch im restlichen Stadtgebiet so: Mit Wirkung zum 1. Juni hat die Feuerwehr flächendeckend die analoge Alarmierung eingestellt und auf ein digitales Alarmierungssystem umgestellt. Die CDU sieht darin die akute Gefahr, „dass die Sirenen nach und nach aufgegeben werden und später gegebenenfalls nicht mehr reaktiviert werden können“, heißt es in der Begründung des Antrags.

Feuerwehr nein, Zivilschutz ja

Christian Eilers sitzt für die CDU im Rat der Stadt und ist selbst aktiver Feuerwehrmann. Er hat diesen Antrag federführend mitgestaltet. Eilers erklärt: „Die Feuerwehr braucht die Sirenen tatsächlich nicht mehr. Der Fehler ist aber, in der Diskussion zwei Dinge in einen Topf zu werfen: die Feuerwehr und den Zivilschutz. Nur weil die Feuerwehr keine Sirenen mehr braucht, heißt das noch lange nicht, dass sie überflüssig sind.“

Eilers erinnert an die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. „Da gingen die Sirenen nicht los und da sind Leute in den Kellern ertrunken.“ Nun ist eine derartige Hochwasserkatastrophe in Syke und umzu zwar annähernd ausgeschlossen. Andere Katastrophenszenarien hält Eilers aber für durchaus realistisch. „Wir haben die B 6, wir haben die Bahnstrecke. Lass da mal einen Gefahrguttransport verunglücken oder einen Güterzug voller Chemikalien entgleisen. Dann haben wir die Großschadenslage.“

In so einem Fall stellen die guten alten Sirenen für Eilers aktuell das einzige Warnmittel dar, dass einen Großteil der Bevölkerung nahezu in Echtzeit erreichen kann.

Sirenen-Warntag 2020 „ein Flop“

„Wir haben den Katastrophenschutz 30 Jahre lang komplett ignoriert“, sagt Eilers. Klar geworden ist ihm das spätestens beim Warntag 2020 – einer bundesweiten Übung, in der flächendeckend die gleichzeitige Alarmierung der Zivilbevölkerung simuliert werden sollte. „Das war ein einziger Flop“, fasst Eilers zusammen. „Die einschlägigen Warn-Apps hatten großflächig nicht ausgelöst, die Sirenen gingen auch nicht, weil sie sich nicht ansteuern ließen, und man kann auch nicht alle Wohngebiete mit Lautsprecherwagen abfahren. In Syke hätten wir ohnehin nur ein einziges Fahrzeug, mit dem man das überhaupt kann.“ Für Christian Eilers und die CDU ergibt sich daraus: Die Stadt Syke muss die bisherigen Sirenenstandorte – etwa auf gepachteten Dächern – auch über den 1. Juni hinaus erhalten. Außerdem soll die Stadtverwaltung ermitteln, wie und unter welchen Voraussetzungen die Sirenen im Stadtgebiet modernisiert werden können.

„Wir haben den Katastrophenschutz 30 Jahre lang komplett ignoriert“, sagt Christian Eilers.
„Wir haben den Katastrophenschutz 30 Jahre lang komplett ignoriert“, sagt Christian Eilers. © Archivfoto: Jantje Ehlers

Ein funktionierendes Zivilschutzkonzept kann sich die Stadt nicht aus den Ärmeln schütteln, zumal dabei auch der Landkreis ein entscheidendes Wort mitzureden hätte. Denn Katastrophenschutz ist Aufgabe des Landkreises. Das wissen auch Eilers und die CDU. Trotzdem sehen sie für die Stadt dringenden kurzfristigen Handlungsbedarf. Weil die Abschaltung der Sirenenalarmierung für die Feuerwehr eben schon passiert ist. „Daher müssen wir uns jetzt für den Erhalt der Sirenenstandorte im Stadtgebiet einsetzen.“

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