„ViaBus“ wehrt sich gegen Ausschluss 

Buslinien-Auftrag stockt: Kommt jetzt eine Firma aus Vechta an die Reihe?

+
Der öffentliche Personennahverkehr hat im Flächenlandkreis Diepholz eine große Bedeutung. Diese Busse warten am Kirchweyher Bahnhof auf Fahrgäste.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Unerwartete Wendung bei der Ausschreibung der insgesamt 31 Buslinien im Bereich zwischen Bremen, Brinkum und Twistringen, Dreye, Heiligenfelde und Martfeld: Jetzt soll ein Busunternehmen aus Vechta den Zuschlag erhalten – der bisherige Favorit, „ViaBus“ aus Speyer, ist vom Verfahren ausgeschlossen worden und hat sich deshalb an die Vergabekammer des Landes Bremen gewandt.

In der Busunternehmer-Branche der Region wird diese Entwicklung intensiv diskutiert. Denn wie es mit dem Linienverkehr – und damit dem Schulbusverkehr – in der betroffenen Region ab 1. August weitergeht, ist zurzeit völlig unklar.

Europaweit war das betroffene Linienbündel Diepholz- Nordwest vom ZVBN (Zweckverband Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen) ausgeschrieben worden. Das preiswerteste Angebot hatte „ViaBus“ abgegeben. Doch nach der Vorabbekanntmachung des ZVBN, diesem Unternehmen den Zuschlag zu erteilen, war eine Rüge eingegangen (wir berichteten).

ZVBN schließt „ViaBus“ aus

Nach intensiver Prüfung hatte der ZVBN „ViaBus“ offensichtlich vom Verfahren ausgeschlossen. Denn danach kündigte der ZVBN den Verfahrensbeteiligten an, den Auftrag nun an die Firma Gerhard Wilmering GmbH & Co. KG, Vechta, vergeben zu wollen. Das bestätigte Rainer Bick als stellvertretender Geschäftsführer des ZVBN auf Nachfrage dieser Zeitung.

„Die Bieter sind informiert“, sagte Bick. „Aber wir befinden uns in einem laufenden Verfahren. Deshalb kann ich dazu nicht mehr sagen.“ Nur so viel ließ der ZVBN noch wissen: Zurzeit bestehe ein Zuschlagsverbot, weil das Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer in Bremen anhängig sei.

Kritik an der Entscheidung

Genau das hat Heiko Schütte als Geschäftsführer von „ViaBus“ auf den Weg gebracht. „Wir haben den besten Preis abgegeben“, erinnerte er an das Ergebnis der europaweiten Ausschreibung – und zeigte sich mit der aktuellen Entscheidung und der Begründung des ZVBN alles andere als einverstanden: „Wir haben bei der Vergabekammer um Nachprüfung der Entscheidung gebeten.“

Wie lange ein solches Verfahren dauern kann, ist unklar – und damit auch die Frage, wer zum 1. August die 31 Buslinien im Bündel Diepholz-Nordwest bedient. Fest steht: Das Auftragsvolumen umfasst rund 1,7 Millionen Fahrplan-Kilometer pro Jahr und erfordert den Einsatz von mehr als 50 Fahrzeugen.

„Es muss eine vernünftige Lösung her“

Michael Kaiser, Landesgeschäftsführer in der Fachvereinigung Omnibus und Touristik im Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen, fordert angesichts der aktuellen Entwicklung umgehendes Umdenken: „Es muss eine vernünftige Lösung her – zum Wohle der Fahrgäste!“ Besonders mit Blick auf die Vergabe weiterer Linien im Landkreis Diepholz im kommenden Jahr lautet seine Forderung: „Weg von der gnadenlosen europaweiten Ausschreibung, zurück zum Genehmigungswettbewerb – so wie früher!“ Bei diesem Systemwechsel seien der ZVBN und der Landkreis Diepholz gleichermaßen gefordert. Wer jetzt nicht handele, der müsse sich „Verantwortungslosigkeit und groben Vorsatz“ vorwerfen lassen.

Der ZVBN müsse den gnadenlosen Ausschreibungswettbewerb unbedingt aufgeben. „Sonst gefährdet er sich selbst“, sagte Michael Kaiser mit Blick auf die großen Probleme in den Nachbar-Landkreisen Verden und Osterholz nach der Beauftragung neuer, ortsfremder Busunternehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Auf den Trümmern einer Brücke: die Bühne der Populisten

Auf den Trümmern einer Brücke: die Bühne der Populisten

Gedenken der Opfer des Gladbecker Geiseldramas in Heiligenrode

Gedenken der Opfer des Gladbecker Geiseldramas in Heiligenrode

Gladbecker Geiselnahme: Geblieben sind Schmerz und Trauer

Gladbecker Geiselnahme: Geblieben sind Schmerz und Trauer

Aufbau für jbs-Maisfeldfete und Oldie-Abend in Westeresch

Aufbau für jbs-Maisfeldfete und Oldie-Abend in Westeresch

Meistgelesene Artikel

„Großes Bahnhofsfest“: Spaß für Leute jeden Alters

„Großes Bahnhofsfest“: Spaß für Leute jeden Alters

Brand an der B6: Zahlreiche Autofahrer benachrichtigen Einsatzkräfte

Brand an der B6: Zahlreiche Autofahrer benachrichtigen Einsatzkräfte

Motorradfahrer verletzt sich bei Sturz schwer

Motorradfahrer verletzt sich bei Sturz schwer

Erstmals Kinderanimation zum Start des Brokser Markts

Erstmals Kinderanimation zum Start des Brokser Markts

Kommentare