Unfall mit vielen Kindern

Plötzlich im Licht der Scheinwerfer: Schulbus-Fahrer vereitelt Unglück

Olaf Hornstein fährt gerne Bus – eine verantwortungsvolle Aufgabe, die ihm Freude macht. Foto: Jantje Ehlers
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Olaf Hornstein fährt gerne Bus – eine verantwortungsvolle Aufgabe, die ihm Freude macht.

Syke - Den 18. Dezember 2019 wird Olaf Hornstein nicht vergessen. An diesem Tag wird er als Fahrer eines Schulbusses in einen Unfall verwickelt, der tragische Folgen hätte haben können. Doch durch sein umsichtiges Verhalten hat der 67-jährige Kraftfahrzeugmeister dazu beigetragen, dass niemand verletzt wurde.

Es ist 7.20 Uhr, als Olaf Hornstein mit seinem knapp 18 Meter langen Bus auf der Osterholzer Straße von Okel nach Osterholz unterwegs ist. Knapp 60 Stundenkilometer sei er gefahren, obwohl dort Tempo 70 erlaubt sei. „Aber ich hatte ja stehende Gäste“, blickt er auf die Schüler, die an diesem Morgen keinen Sitzplatz bekommen haben.

Kurz vor der Haltestelle Petermann ist der Busfahrer irritiert: „Mir kam ein Auto entgegen, das ganz weit rechts an den Straßenrand fuhr“, erinnert sich Olaf Hornstein, „darüber habe ich mich gewundert“. Dann leuchtet plötzlich Scheinwerferlicht auf – direkt neben seinem Bus. Blitzartig ist Hornstein klar: Jemand versucht, seinen Bus zu überholen:  „Für drei Fahrzeuge nebeneinander ist die Straße aber zu schmal. Deshalb habe ich den Bus nach rechts gezogen“, erinnert sich der 67-Jährige an die gefährliche Situation – und ist fest überzeugt: „Sonst wäre es bestimmt zu einem Frontalzusammenstoß der Autos gekommen.“

Plötzlich splittert vorne am Bus eine Scheibe

Plötzlich zersplittert die Seitenscheibe vorne am Bus: „Das überholende Auto hat den Bus gestreift.“ Olaf Hornstein lenkt den Bus in den Seitenraum, denkt vor allem an seine jungen Fahrgäste, die der Knall der zersplitternden Scheibe erschreckt hat. Dort kommt der Bus zum Stehen. „Alle haben sich sehr diszipliniert verhalten“, lobt der Busfahrer die Schüler. „Ein Junge hat geholfen, das Warndreieck aufzustellen.“

Auch das entgegenkommende Auto hat der Fahrer, der die Situation unterschätzt hatte, noch gestreift. Olaf Hornstein, seine Fahrgäste und ebenso die beiden Autofahrer kommen zum Glück mit dem Schrecken davon.

Polizei-Sprecher: „Der Busfahrer hat gut reagiert“

Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 26.000 Euro. „Der Busfahrer hat gut reagiert“, bestätigt Thomas Gissing als Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz.

Nach 20 Minuten ist ein Ersatzbus der Verkehrsbetriebe Diepholz Nord vor Ort. Für die Schüler geht es darin weiter bis zum Schulzentrum Syke. Olaf Hornstein ist froh, dass alles glimpflich ausgegangen ist. Seit fünf Jahren fährt er diese Tour auf der Linie 107: „Ich kenne jede Milchkanne.“ Der 67-Jährige wohnt in Bremen und hat viel Erfahrung. 35 Jahre hat er im Busunternehmen Wolters in Brinkum (heute Verkehrsbetriebe Diepholz Nord) als Kraftfahrzeugmeister in der Werkstatt gearbeitet. „Aber ich habe zwischendurch immer gefahren“, berichtet er. Dass er als Rentner Tag für Tag die Schultour noch übernimmt, hat einen Grund: die Freude am Fahren.

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