„So bunt und mit so viel Liebe gestaltet“

Physiotherapeutin Corry Bünger ersteigert Bauwagen bei Lebenshilfe Auktion

Lebenshilfe-Sprecherin Anja Schulz (links) erteilt Corry Bünger symbolisch den Zuschlag für den Bauwagen, den eine Gruppe aus der Erlenschule über Wochen gestaltet hatte. Im Hintergrund: Ideengeberin Renate Munder. - Foto: Heinfried Husmann

Syke - Von Michael Walter. Corry Bünger ist seit Mittwoch um einen Bauwagen reicher: Die selbstständige Physiotherapeutin hatte mit 2222 Euro und 22 Cent das höchste Gebot abgegeben.

Wie berichtet, hatte die Lebenshilfe den Bauwagen in einer mehrwöchigen Online-Auktion versteigert. Gestaltet hatte ihn eine Gruppe Jugendlicher aus der Erlenschule, der Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe, in einem jahrgangsübergreifenden Unterrichtsprojekt.

Erst am lezten Tag der Auktion hatte Corry Bünger ihr Gebot abgegeben. Am 8. Juli bei der Ausstellung des Lebenshilfe-Künstlers Alfred Meyer war sie als Besucherin auf dem Ausstellungsgelände an der Kafu-Kreuzung. wo zeitgleich die Erlenschüler letzte Arbeiten an dem Bauwagen ausführten. „Der Wagen ist wirklich wunderschön“, schildert sie ihre Eindrücke. „So bunt und mit so viel Liebe gestaltet. Da hatte ich Lust bekommen, mitzubieten – ohne mir vorher wirklich zu überlegen, was ich eigentlich damit anfangen würde.“

„Das findet sich“, ist Lebenshilfe-Sprecherin Anja Schulz zuversichtlich. Und auch Renate Munder hat da keine Zweifel. Die 61-jährige gelernte Industriekauffrau ist die geistige Mutter der gesamten Aktion. Von der Syker Firma Lübber hatte sie den Bauwagen geschenkt bekommen, den das Unternehmen selbst auf Umwegen erhalten hatte. Schon im vorigen Jahr war ihr die Idee gekommen, den Wagen künstlerisch gestalten und für einen guten Zweck versteigern zu lassen. Doch ihr erster Anlauf scheiterte. „Ich habe niemanden gefunden, der bereit war, dafür Zeit und Arbeit zu opfern“, erzählt sie. „Darüber war ich regelrecht persönlich beleidigt.“

Im Herbst kam Renate Munder dann bei den Jubiläumsfeiern der Lebenshilfe mit deren Geschäftsführer Volker Hinte ins Gespräch. Der fand ihre Idee ausgesprochen gut und sicherte seine Unterstützung zu. Auf diese Weise kam dann schließlich die Erlenschule mit ins Boot. Und danach fanden sich relativ schnell noch weitere Sponsoren, die mit Geld oder Sachspenden zur Umsetzung beitrugen.

Erlös geht an die Erlenschule

„Ich hab das alles mal grob zusammengerechnet“, sagt Renate Munder. „Insgesamt sind hier etwa 8000 bis 10 000 Euro an Arbeitsleistung und Material hineingeflossen.“ Da wäre einmal der Bauwagen selbst. „Der ist ungefähr 70 Jahre alt und musste erheblich ausgebessert werden“, so Munder. „Die Holzwände wurden sandgestrahlt und anschließend neu grundiert. Die Verkabelung innen musste komplett erneuert werden. Und er hat eine neue Tür und neue Reifen bekommen.“

Den größten Einzelanteil haben ohne Frage die Erlenschüler mit der Gestaltung der Außenwände geleistet: Acht Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen haben sich dafür mit ihrem Betreuer Sebastian Eberl Motive überlegt, Schablonen gebaut, dann die Motive auf den Wagen vorgezeichnet und anschließend ausgemalt.

Der Erlös aus dieser Auktion kommt unmittelbar wieder der Erlenschule zugute. Zu den 2222,22 Euro von Corry Bünger kommen nochmal rund 1850 Euro an Spenden hinzu, überwiegend von regionalen Unternehmen. „Die Erlenschule möchte davon Material beschaffen“, sagt Anja Schulz. „Unter anderem für die neue Kooperationsklasse an der Realschule sowie große Sitzkissen für die Pausenhalle.“

Den Bauwagen nimmt Corry Bünger jetzt erstmal mit auf ihren Resthof bei Bassum, wo sie auch ihre Praxis betreibt. Im Herbst kommt er dann noch einmal kurz zurück nach Syke: Zum Tag der offenen Tür beim Kinderhospiz Löwenherz am 16. September.

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