Bullenhitze im Filterkessel

Hallenbad Barrien: Helfer entsorgen per Eimerkette sechs Tonnen Filtergranulat

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Per Eimerkette wurden insgesamt rund sechs Tonnen Filtergranulat aus dem Kessel im Keller des Barrier Hallenbads geborgen und abtransportiert. 

Barrien - Von Heiner Büntemeyer. „Anja, ich brauche einen 30er-Schlüssel!“ „Anja, wo ist hier Strom?“ Anja Maaß hatte alle Hände voll zu tun, um ihre mehr als 20 freiwilligen Helfer bei den Arbeiten am Barrier Hallenbad bei Laune zu halten.

Eigentlich sollte nur das Filtergranulat aus dem drei Kubikmeter großen Filterkessel geborgen werden. Die Filterfähigkeit des Granulats war nach mehr als 13 Jahren erschöpft und musste ausgetauscht werden. Dazu wurde am Kessel ein Mannloch geöffnet, und die ersten Eimer liefen schnell voll. Doch schon bald mussten sich Uwe Wehrenberg und Michael Niemeyer durch das enge Loch zwängen, um das feuchte Granulat aus dem Kessel zu kratzen. Vor dem Loch hockte ein weiterer Helfer, der mit einem Fächer frische Luft in den brütend heißen Kessel wedelte.

Die vollen Eimer wanderten von Hand zu Hand zum Kellerfenster, wo sie mit einer Winde hochgezogen und auf einer Halde entleert wurden. Insgesamt wurden auf diese aufwendige Art und Weise rund sechs Tonnen feuchtes Granulat entsorgt.

Auch das Innenleben des Filters sollte gereinigt werden. Allerdings konnten nur die zahlreichen geschlitzten Plastikrohre geborgen werden, das Filterkreuz passte nicht durch die Öffnung. „Die haben das 1974 eingebaut und danach die Betondecke geschüttet“, vermutete Werner Neumann.

In der nächsten Woche wird ein Fachbetrieb den leeren Filterkessel auf schadhafte Stellen prüfen, diese ausbessern, das Filtergestänge wieder einhängen und den Filter schichtweise mit neuem Granulat und Aktivkohle auffüllen.

Unverwüstlicher Hubboden

Zur gleichen Zeit arbeiteten weitere freiwillige Helfer unter dem Hubboden und schrubbten dort Fliesen. Auch dabei herrschten schweißtreibende Temperaturen, weil die Bodenfliesen keine größeren Temperaturschwankungen aushalten. „Dank unserer freiwilligen Helfer konnten wir etwa 1400 Euro an Kosten einsparen“, freuten sich Anja Maaß und Per Schmidt, die sich für die große Hilfe bedankten. Das Resultat einer Bauuntersuchung sorgte für zusätzliche Motivation, denn nach Aussage von Anja Maaß hatten Fachleute die Anlage untersucht und dabei festgestellt, dass der inzwischen 43 Jahre alte Hubboden „gut und gerne noch weitere 40 Jahre in Betrieb bleiben kann“.

Zu den aktiven Mitgliedern zählt auch der Vizepräsident des Landesschwimmverbandes, Sven Topp, der in Gessel wohnt, den Verein bereits vor Beginn der Arbeiten fachkundig beraten hat und am Sonnabend als „Eimerkettenglied“ aktiv war.

Auch Bad-Betriebsleiter Stefan Sebode gehört zum Helferteam. Er kennt die Technik des Barrier Hallenbades und war an der Vorbereitung der Arbeiten beteiligt. Ganz besonders freuten sich die Mitglieder über große Unterstützung seitens der DLRG-Ortsgruppe Weyhe. Unter den Helfern aus Weyhe waren auch vier junge Asylanten, die in Weyhe bei Burkhard Großmann schwimmen gelernt hatten und sofort dazu bereit waren, als sie um Mithilfe bei den Arbeiten am Barrier Bad gebeten wurden.

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