Update: Ermittlungserfolg der Polizei

Illegale Schlachtung von Westflügel-Bullen: Täter ist ein 60-jähriger Syker

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Christa Kröning kann es nicht glauben - der von ihr und ihrem Team großgezogene Bulle musste auf brutale Weise sterben.

Gessel - Von Marvin Köhnken. Ein Rind, das gemeinsam mit einigen anderen Tieren auf einer Weide bei Gessel gehalten wurde, ist dort vermutlich im Oktober von Unbekannten getötet und fachmännisch geschlachtet worden. Nun konnte die Polizei einen Täter ermitteln.

Update, 15. März

Ein 60-jähriger Mann aus Syke hat den Bullen des Westflügels im vergangenen Oktober illegal geschlachtet. Das teilt die Polizei am Freitag mit. Ein wertvoller Zeugenhinweis führte die Ermittler auf die Spur des 60-jährigen Sykers. 

Motiv des Sykers bislang unklar

Der Mann wurde dabei beobachtet, wie er Fleischreste des Rindes nahe der Weser illegal entsorgte. Eine Untersuchung der Fleischreste erbrachte eine Übereinstimmung mit dem geschlachteten Rind. Diese Erkenntnisse und die belastende Zeugenaussage rückten den 60-Jährigen in den Fokus der Ermittler.

Ob der 60-Jährige die Tat allein beging und welches Motiv er hatte, konnte bislang nicht geklärt werden. Der Beschuldigte äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Für das Strafverfahren ist nun die Staatsanwaltschaft Verden zuständig.

Originalmeldung, 13. Oktober

Das männliche Tiere war eines von zuletzt fünf Rindern, die bislang unweit der Gesseler Straße an der Ortsausfahrt nach Syke zu Hause waren. Eigentümer der Tiere ist der Syker Westflügel, eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft für seelenpflegebedürftige Menschen. Nur wenige Stunden zuvor war das Westflügel-Team noch am späteren Tatort, um einen anderen Bullen zum Schlachthof zu fahren.

Nur wenige Stunden später schlugen die Täter zu, nahmen das schlachtreife Rind vermutlich im Verlauf einiger Stunden aus und transportierten rund 500 Kilo Fleisch ab. Zurück ließen die offenkundig geschulten Täter den Kopf, die Haut sowie einige Knochen und Innereien des kastrierten Bullen.

Alina van Faassen und Christa Kröning am Gitter, das die Täter umgebaut und zum Einfangen des Bullen genutzt haben.

Christa Kröning, Geschäftsführerin des Westflügels, und ihr Team erfuhren am Samstagmittag gegen 13 Uhr von der Tat und alarmierten sofort die Polizei. Diese nahm die Ermittlungen auf, stand im ersten Moment aber erst einmal genauso ratlos vor den Überresten des zwei Jahre alten Tieres wie Kröning. So etwas hätten die Beamten auch noch nicht erlebt, sagt Kröning.

Warnung an andere Tierhalter

„Diese Tiere wachsen bei uns auf, werden häufig von unseren Bewohnern besucht und dienen letztlich zur Selbstversorgung unserer Einrichtung“, berichtet Kröning fassungslos. Sie selbst und einige andere Bewohner hätten eine sehr enge Beziehung zu den Rindern. Diese werden in Affinghausen geboren und leben auf der vom Naturschutzbund (Nabu) bereitgestellten Weide.

„Eine Nachbarin berichtete uns, dass ihr Hund am Vorabend zwischen 19 und 21.30 Uhr unablässig gebellt habe“, sagt Kröning. Auf Anraten von Team-Mitglied Alina van Faassen ging die Geschäftsführerin bereits kurz nach dem Abzug der Polizei an die Öffentlichkeit - vor allem, um andere Tierhalter in der Region vor möglichen weiteren Taten zu warnen.

Vielfache negative Folgen

Auf der Weide rekonstruiert Christa Kröning trotz aller Fassungslosigkeit die kurz zuvor geschehene Tat: Möglicherweise mit einem Transporter erreichten die Täter die Weide, mit Äpfeln und einem vor Ort ummontierten Gitter brachten sie den Bullen offenbar in Position und töteten ihn anschließend - mit Sicherheit ohne eine angemessene Betäubung.

Nach dem brutalen Verlust des Tieres werde der Westflügel die Weide aufgeben müssen, befürchtet Kröning. Zum einen fürchte sie nun um die übrigen Tiere, zum anderen seien die zuvor sehr zutraulichen Rinder völlig verschreckt. Auch ob die Versorgung des Westflügels wie gewohnt aufrecht gehalten werden kann, sei ungewiss: „Wir halten Rinder, Schweine und Hühner. Normalerweise essen wir nur das Fleisch unserer eigenen Tiere, selbst zu Veranstaltungen bieten wir ausschließlich diese Produkte an.

Polizei sucht Zeugen

Die Polizei ermittelt wegen Diebstahls, auch der Tatbestand der Sachbeschädigung und der Verstoß gegen die Tierschutz-Schlachtordnung könnten relevant sein, heißt es vonseiten der Polizei. Weitere Details können die Beamten noch nicht bekanntgeben, sagte ein Sprecher. Die Beamten bitten Zeugen, die zwischen Freitag und Samstag auf Höhe des Gesseler Ortsschilds verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben, sich bei der Polizei in Syke unter Telefon 04242/9690 zu melden.

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