Überschuss erhöht das Kapital 

Bürgerstiftung im Plus

Auch die fremdsprachlichen Förderklassen an den Berufsbildenden Schulen erhielten von der Bürgerstiftung finanzielle Unterstützung für ihre Projekte. - Foto: Picasa

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Auch in Zeiten niedriger Zinsen erwirtschaftet die noch junge Syker Bürgerstiftung genügend Geld, um damit Projekte zu unterstützen, die ohne deren Hilfe nicht möglich wären. „Da stehen junge Geflüchtete am Eingangstor zu unserer Gesellschaft, und dann würde der nächste Schritt an einem fehlenden Bahnticket scheitern“, skizzierte der Vorsitzende Ralf Michel auf dem jüngsten Stifterforum am Montag Abend einen besonders krassen Fall.

Finanzielles Rückgrat der Bürgerstiftung war im vergangenen Jahr das Bürgermahl. Aber auch das Reparaturcafé, das zehnmal seine Dienste anbot und dabei 228 Geräte reparierte, erwirtschaftete Geld, das die Stiftung dringend benötigt.

Finanziert wurden damit unter anderem die Kinder-Akademie, an deren 28 Kursen insgesamt 180 Kinder teilnahmen, sowie der Wunschzettelbaum, an dem mehr als 100 Wunschzettel hingen. Ein Schwimmkurs für Flüchtlingskinder wurde auf Anregung von Marita Thiel-Wolf ebenso finanziert wie benötigte Lernspiele und Bastelmaterial für die „Rucksackaktion“ von Anke Graetsch.

„Flüchtlingshilfe bildete 2016 den Schwerpunkt unserer Arbeit“, fasste der Vorsitzende seinen Jahresrückblick zusammen. Schatzmeister Burkhard Betram unterfütterte dessen Bericht mit konkreten Zahlen. „Unter dem Strich“ blieb sogar noch ein Überschuss, der als so genannte Zustiftung jetzt das Stiftungskapital erhöht.

„Der Vorstand erledigt seine Arbeit hervorragend“, lobte der Vorsitzende des Stiftungsrats, Michael Lux, die Tätigkeit des Vorstandes, dem inzwischen mit Dr. Henning Schwarze ein weiteres Mitglied angehört.

Friedrich Rauschenberger informierte über die Aktivitäten im Reparaturcafé, dem gegenwärtig elf Zeitstifter „plus Lisa Dannemann“ angehören. Rund 300 Stunden hatte diese Gruppe aufgewendet, um die angelieferten Geräte zu reparieren. „Dankbare Kunden sind unsere größte Motivation“, berichtete Dannemann. Trotzdem konnten nicht alle Wünsche erfüllt werden. Daher wird die Anzahl der Reparaturcafés in diesem Jahr erhöht.

Anke Graetsch informierte über das „Rucksackprojekt“, ein Sprachförderprojekt sowohl für Kinder als auch für deren Eltern. 19 Kinder im Alter zwischen 2 und 14 Jahren sind mit ihren Müttern daran beteiligt. Mit Hilfe der Bürgerstiftung werden Bastel- und Spielmaterial gekauft und eine muttersprachliche Bücherei im Kindergarten Lüttje Lüüd aufgebaut.

Weitere Finanzhilfen erhielten die fremdsprachlichen Förderklassen an den BBS in Syke, über deren Aktivitäten Brigitte Siemers und Gisela Paterkiewicz berichteten. Fahrtkosten und Bekleidung für ein Berufspraktikum wurden ebenso bezuschusst wie eine Fahrt nach Thorn in Polen im Rahmen des Eramus-Projekts mit polnischen, spanischen und italienischen Jugendlichen. Eine im September geplante Reise nach Italien wäre ebenfalls nur mit Unterstützung durch die Bürgerstiftung möglich.

Weitere Wünsche trug Sarah Lübker vor, die für die Flüchtlingssozialarbeit in der Diakonie zuständig ist. Sie benötigt für ihre Arbeit Fahrräder und würde sich freuen, wenn die im Jugend- und Kulturzentrum am Lindhof eingerichtete Fahrradwerkstatt wieder ihre Arbeit aufnehmen würde. Sozialamtsleiter Horst Meyer berichtete, es gebe dazu demnächst ein Gespräch.

Meyer dankte der Stiftung für die angebotenen Hilfen. Die große Anzahl von Geflüchteten habe die Verwaltung vor neue Herausforderungen gestellt, die nur mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer bewältigt werden konnten. Deren Arbeit könne gar nicht hoch genug gewürdigt werden. „Ich bin froh, in Syke zu leben und zu arbeiten“, so Meyer.

Gerhard Thiel, der Vorsitzende des Stifterforums, lud zum Bürgerpicknick am 30. Juli im Europagarten und zum Bürgermahl am 12. November ein.

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