Bürgermeister, Postbeamter, Gastwirt, Chronist: Ernst-August Goldmann ist tief verwurzelt mit der Geschichte seines Wohnortes

Ein echtes Heiligenfelder Urgestein wird heute 90

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Ernst-August Goldmann

Von Dieter Niederheide. Heute wird Ernst-August Goldmann 90 Jahre alt. Die Eingangstür des Hauses an der Königstraße, in dem er geboren wurde und immer noch mit Ehefrau Hanna wohnt, wird kaum stillstehen. Beneidenswert, wie fit der Altersjubilar geistig ist.

Wer Daten aus der Heiligenfelder Historie wissen will, der weiß, wen er fragen kann: Ernst-August Goldmann. Als Ortschronist hat sich das Ehrenmitglied des Kreisheimatbundes Diepholz über die Region hinaus einen Namen gemacht. Wer ihn besucht, darf staunen über die Dokumente, Zeitungen, Bücher, Bilder und Urkunden in Regalen der Räumlichkeiten und im Keller.

Goldmann ist eine Institution im Ort. Dabei hätte Heiligenfelde um Haaresbreite statt eines Ernst-August Goldmann einen Ernst-August Kolloge gehabt. Der Grund: ein Fehler des damaligen Standesbeamten. Bemerkt wurde der erst, als Hanna und Ernst-August Goldmann im Jahr 1956 den Bund der Ehe schlossen. „Da bin ich aus allen Wolken gefallen“, erklärt der Altersjubilar. Aber Ernst-August Goldmann blieb Ernst-August Goldmann. Der Fehler wurde behoben.

Im Ortsarchiv des Ortschronisten spiegelt sich die Geschichte Heiligenfeldes wider. Und nicht nur die: In den alten Kartons seiner Familie fand er unter anderem auch eine Festschrift vom Mainzer Karneval aus dem Jahre 1880 – und vom Gürzenich Karneval in Köln eine Festschrift aus dem Jahr 1890. Die Hefte hat er den Mainzern überlassen.

Der Heiligenfelder begann in Westerstede im Ammerland eine Kaufmannslehre und setzte diese 1947 fort, als er mit 21 Jahren aus der Kriegsgefangenschaft kam. Danach kam er zurück nach Heiligenfelde und führte mit Mutter Anna das Lebensmittelgeschäft, in dem es auch Porzellan, Spielwaren und Textilien gab.

Darüber hinaus war er in der Gastwirtschaft „Postschänke“ des Hauses Gastwirt, und nicht zuletzt führte er mit der Mutter die Poststelle. „Ich war Beamter im Nebenamt auf Widerruf“, sagt er. Für die Bahn hat er in der Poststelle auch noch Fahrkarten verkauft. Später wurde Ehefrau Hanna ebenfalls in der Poststelle eingestellt.

Die Geschichte seines Heimatortes interessierte ihn schon sehr früh. „Ich war in Vereinen Heiligenfeldes Schriftführer, habe die Chroniken geschrieben. Die Geschichte interessierte mich immer mehr, zumal meine Vorfahren mir so viel hinterlassen haben.“

Inzwischen hat Ernst-August Goldmann verschiedene Schriften aus dem Ortsleben verfasst. Er ist Ehrenmitglied fast aller Vereine und hat sich als Gemeinderatsmitglied und Ratsmitglied der Stadt Syke auch in der Kommunalpolitik verdient gemacht, nicht zuletzt als Heiligenfeldes Ortsbürgermeister. Der Altersjubilar war und ist noch engagiert, wenn es um „sein“ Heiligenfelde geht.

Was wünscht sich ein 90-jähriger Erdenbürger für die nächste Zeit? „Ich freue mich schon auf die diamantene Hochzeit mit Hanna“ steht an oberster Stelle und danach kommt gleich: „Ich möchte noch etwas im Garten tun und die Früchte genießen“. Ein Wunsch ist es, dass sein Archiv einmal einen würdigen Platz im Dorf bekommt.

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