BürgerEnergie weint 2014 keine Träne nach und freut sich auf die Zukunft

Gemischte Gefühlslage

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Die Genossenschaft BürgerEnergie Syke hatte für Freitag Abend zur Mitgliederversammlung ins Gleis 1 eingeladen.

Syke - Von Michael Walter. „2014 war langweilig“, findet Ralf Borchers. Und seine Aufsichtsrats-Chefin setzt sogar noch einen drauf: „Langweilig? – Frustrierend!“, sagt Julia Plate. Die Stimmung in der Genossenschaft BürgerEnergie Syke ist allerdings weit besser als diese Aussagen glauben lassen: „2015 und 2016 könnten richtig spannend werden“, meint Vorstands-Sprecher Ralf Borchers.

Diese gemischte Gefühlslage hat mehrere Ursachen. Eine davon ist politischer Art und hängt mit der Gründung der Syker Stadtwerke zusammen. Hatte die Stadt der Genossenschaft bis dahin Dächer für die Errichtung von Solarstrom-Anlagen zur Verfügung gestellt, war es nach der Gründung der Stadtwerke damit erstmal vorbei. Denn es galt zu prüfen, ob nicht Solarstrom vielleicht auch ein Betätigungsfeld für die Stadtwerke sein könnte.

Für die Genossenschaft bedeutete das Untätigkeit: Ohne Dächer zur Verfügung gab es keine Möglichkeit, weitere Solarstrom-Anlagen zu bauen. Die vorhandenen machten das, was sie sollten und erwirtschafteten Ertrag – doch für den gab es weder nennenswerte Zinsen noch die Möglichkeit, ihn in neue Projekte zu investieren.

Inzwischen sieht das laut Ralf Borchers wieder ganz anders aus: „Die Stadt will die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit uns fortsetzen. Das heißt, wir kriegen wieder Dächer zur Verfügung.“ Darüber hinaus deutet sich auch die Zusammenarbeit mit mehreren Firmen an. Ein Unternehmen im Gewerbegebiet hat laut Borchers der Genossenschaft 10000m² Dachfläche für Photovoltaik zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Kooperationsangebot liegt von einem anderen Unternehmen vor. Und darüber hinaus will sich die Genossenschaft für den Bau von Solarstrom-Anlagen auf dem Dach der neuen Sporthalle in Nordwohlde und auf der geplanten Mensa der Grundschule am Lindhof bewerben.

„Solarstrom lebt“, sagt Borchers. Und dabei fallen für ihn nicht einmal die drastisch gesunkenen Garantiepreise für den erzeugten Strom ins Gewicht.

„2008 lag die Einspeisevergütung noch bei rund 46 Cent pro Kilowattstunde. Heute beträgt sie 9 Cent“, sagt Borchers. „Aber 2008 hat unsere erste Anlage auch noch 120.000 Euro gekostet. Für unsere vierte haben wir 2013 nur noch etwa 40.000 Euro bezahlt. Und die neueren Anlagen sind effektiver als die alten. Unterm Strich fahren wir trotz deutlich niedrigerer Einspeisevergütungen besser.“ Zumal die Genossenschaft einen Teil des erzeugten Stroms direkt an die Stadt verkaufen kann – die den Syker Strom unterhalb des Marktpreises bekommt.

Und damit die Genossenschaft ihren Solarstrom auch dann verkaufen kann, wenn die Sonne gar nicht scheint, denkt der Vorstand gerade über den Bau einer Batterie-Anlage nach.

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