BürgerEnergie fehlen Investitionsobjekte

Genossenschaft hat zu viel Geld

Syke - Mit vier Photovoltaik-Anlagen erzeugt die Genossenschaft BürgerEnergie derzeit Strom aus Sonnenlicht: Auf der GTS-Mensa, der Grundschule Barrien, der Feuerwehr und am Bauhof.

Um 15 Prozent ist die Stromerzeugung im vergangenen Jahr gewachsen. Dabei gab es 2014 nur sechs Prozent mehr Sonne als 2013. Grund für die deutlich bessere Stromausbeute ist: 2013 war die vierte Photovoltaik-Anlage der Genossenschaft noch nicht durchgehend am Netz.

34856 Euro beträgt der Umsatzerlös für 2014. Abzüglich Abschreibungen und Aufwendungen verbleiben 16619Euro als Geschäftsergebnis. Nach Abzug der Steuern steht unterm Strich ein Bilanzgewinn von 12500 Euro. Die Genossenschaft zahlt ihren Mitgliedern für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende von 4,8Prozent.

Gut 42000Euro hat die Genossenschaft derzeit auf der hohen Kante. Nicht unbedingt zur Freude des Vorstands, angesichts einer gegen null tendierenden Verzinsung. Nur: Bisher gibt es keine fünfte Anlage, in die das Geld investiert werden könnte.

Damit das in Zukunft anders wird, beschloss die Mitgliederversammlung am Freitag Abend eine Satzungsänderung: Die ermöglicht es der Genossenschaft, Beteiligungen mit Unternehmen sowie Kooperationen mit anderen Genossenschaften einzugehen. Bisher war das nicht erlaubt. Diverse Angebote, sich an privaten Photovoltaik-Anlagen zu beteiligen, hat der Vorstand daher in der Vergangenheit ablehnen müssen.

Kopfzerbrechen macht dem Vorstand eine Umstellung bei der Finanzverwaltung des Bundes: Anders als in früheren Jahren, zieht nicht mehr das Finanzamt den Kirchensteuer-Anteil aus den Kapitalerträgen ein. Die Genossenschaft muss das künftig selber tun. „Das bedeutet für uns einen ganz enormen Verwaltungsaufwand“, sagt der Finanz-Chef der Genossenschaft Jens Radloff. Theoretisch müsste er sogar Freistellungsaufträge seiner Mitglieder bearbeiten. „Aber das kann ich gar nicht leisten“, bittet er die Mitglieder um Verständnis. „Ich mache das ehrenamtlich und nebenbei. Wenn ich auch noch Freistellungsaufträge verwalten müsste, würde das zu viel.“

mwa

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