„Job hat mein Leben bereichert“

Auf Fahrdienst im Bürgerbus: Eine runde Sache

Fahrer Tönjes Heyken an seinem „Arbeitsplatz“ am Steuer des Bürgerbusses. - Foto: Detlef Voges
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Fahrer Tönjes Heyken an seinem „Arbeitsplatz“ am Steuer des Bürgerbusses.

Syke - Von Detlef Voges. Die Fahrt im Syker Bürgerbus kann in diesem Sommer richtig erfrischend sein. Während sich die Thermometer-Anzeige draußen in Richtung 30 Grad vorwärts bewegt, sind die zwei Busse angenehm temperiert. „Oh, ist das schön kühl bei Ihnen“, hört Fahrer Tönjes Heyken häufig von seinen Gästen. Der Fahrdienstleiter des Bürgerbus-Vereins verweist dann auf die Klimaanlage.

Heyken ist seit einem halben Jahr als Fahrer dabei und freut sich jedes Mal bei Dienstantritt auf seine Tour. Er spricht von Spaß, genießt die Kontakte mit den Menschen und lobt das Teamgefühl unter den 22 Fahrern. Eine runde Sache, so der Ruheständler.

2007 als Idee geboren, fuhr der erste Bus am 7. Juli 2008. Zehn Jahre später sind es zwei Busse, die das Syker Zentrum sowie die Ortsteile im Westen und Osten bedienen. Die Line 185 versorgt Barrien, Gessel und Ristedt, die Linie 186 Schnepke, Osterholz, Okel und Barrien.

Für Heyken und Verein nach wie vor ein Erfolgsmodell. „Wir befördern Menschen, vor allem ältere, aus den Dörfern, die sonst Schwierigkeiten hätten, von A nach B zu kommen“, sagt der Fahrer. Arzttermine, Besuche bei Freunden und Einkaufen, die ganze Palette. Manche sind Stammgäste. Sie haben für 40 Euro eine Jahreskarte.

Das Streckennetz ist ausgefeilt und dicht. Die Haltestellen seien in der Bevölkerung bekannt, betont Heyken.

So startet der 185 um 8.03  Uhr am Syker Bahnhof, um 8.09 Uhr ist er am Kreismuseum, um 8.15 Uhr in Barrien am Bahnhof, um 8.51 Uhr im Einkaufszentrum Hachepark. Zwischendurch fährt er Haltestellen in Barrien, Gessel, Sörhausen, Leerßen und Ristedt an. Die knapp einstündige Gesamttour endet um 8.55 Uhr wieder am Syker Bahnhof. Ab 10.03 Uhr beginnt eine zweite Tagestour, um 14.03 und 16.03 Uhr starten die Nachmittagstouren.

Zweimal im Monat jeweils vier Stunden

Die Schicht der Fahrer dauert vier Stunden von 8 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr. Zweimaliger Einsatz im Monat sei Standard, sagt Heyken. 22 Fahrer beschäftigt der Verein zurzeit, alle ehrenamtlich. „Wir suchen immer welche“, betont der Fahrdienstleiter und hofft auf Interesse. Wer Bürgerbus-Fahrer werden möchte, kann sich an die Vereinsvorsitzende Renate Brüning wenden unter Telefon 04242/80476.

Vergleicht man die Gästezahlen von 2018 mit denen des Vorjahres, so fallen geringere Buchungen auf. „Wegen fehlender Fahrer mussten wir kürzertreten und die Strecken von drei auf zwei reduzieren“, nennt Heyken den Grund. Durch Krankheit und Alter hätte der Verein zehn bis zwölf Fahrer der ersten Stunde verloren. „Das kriegen wir aber wieder hin“, erklärt der Fahrdienstleiter zuversichtlich und geht von neuen Fahrern aus.

„Der Job hat mein Leben bereichert“, sagt Heyken. Er unterhalte sich mit Gästen, pflege schon Bekanntschaften und spüre eine soziale Aufgabe. Auch der Verein funktioniere, es herrsche ein gutes Klima.

Der Verein steht auf soliden Füßen, hat eine feste Struktur. „Wir sind Mitglied bei den Verkehrsbetrieben Diepholz Nord“, sagt Heyken. Wer die Fahrpläne der VBN im Internet anklickt, findet auch die beiden Bürgerbus-Linien 185 und 186. Selbst die Farben – blaue Sitze und gelbes Gestänge – sind mit den großen Bussen identisch.

Die Syker Bürgerbusse fahren nach Plan. „Wir haben eine Beförderungspflicht, wir können nicht sagen, heute haben wir keine Lust“, betont der Fahrdienstleiter, fährt den Bus in die Garage und freut sich auf seinen nächsten Dienst.

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