Projekt steht sonst vor dem Aus

Bürgerbus braucht dringend Fahrer

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Der Bürgerbusverein sucht nach neuen Fahrern. 

Syke - Von Michael Walter. Wenn Carsten-W. Müller vom Bürgerbus erzählt, leuchten normalerweise seine Augen, so sehr begeistert er sich für die Idee im Allgemeinen und das Syker Projekt im Konkreten. Doch in letzter Zeit ist sein Blick dabei zunehmend besorgt. Denn dem Bürgerbus-Verein gehen die Fahrer aus. Und das ist laut Müller eine existenzielle Bedrohung für den Verein. „Wir suchen händeringend Fahrer. Sonst ist der Bürgerbus bald Geschichte.“

Dabei ist der Bürgerbus eigentlich eine Erfolgsgeschichte: „Wir haben noch nie so viele Fahrgäste befördert wie in diesem Jahr“, sagt Müller. Und insgesamt waren es seit der Aufnahme des Fahrbetriebs Anfang August 2008 weit mehr als 150.000. Doch Müller ergänzt: „Wir hatten aber auch noch nie so wenig Fahrer wie jetzt.“

Der Grund dafür ist simpel: Die erste Fahrergeneration ist in die Jahre gekommen. „Die meisten sind Mitte 70 oder drüber“, erzählt der hauptberuflilche Verkehrswissenschaftler mit Lehrstuhl an der Hochschule Bremen. „Viele wollen nicht mehr so oft fahren wie bisher. Und einige möchten ganz damit aufhören.“

Carsten-W. Müller vom Bürgerbusverein.

Die Folgen können sich Müller und sein Fahrdienstleiter Burghard Horn an ihren fünf Fingern abzählen: Von den aktuell noch 32 Fahren bleiben – Stand jetzt – bis Mai nächsten Jahres nur noch 18 übrig. Die Auswirkungen wären enorm – sind es sogar jetzt schon: Mitte Dezember ist Fahrplanwechsel. Die Vorbereitungen dafür laufen. Und für Müller steht jetzt bereits fest: „Es wird zu kräftigen Einschnitten im Angebot kommen. Wir werden zum Beispiel statt unserer bisherigen drei Bus-Linien nur noch zwei aufrecht erhalten können.“

Kräftige Einschnitte im Angebot erwartet

Auch die Zeiten, zu denen der Bus unterwegs ist, muss der Trägerverein kappen. Einen Bürgerbus nach 20 Uhr könnte es dann nicht mehr geben.

Für Müller sind solche Einschnitte unvermeidlich. „Wir stehen im Fahrplan, wir haben eine Beförderungspflicht. Wenn wir dann nicht fahren können, müsste der Verein die Beförderung per Taxi finanzieren.“

Der Ausweg wären neue Fahrer. Doch bisher ist der Verein nicht fündig geworden. „Selbst von der Freiwilligenagentur kommt nichts“, sagt Müller. Bürgermeisterin Suse Laue ergänzt: „Und das liegt nicht daran, dass die sich nicht bemühen würde.“

Den Bürgerbus fahren kann man mit dem ganz normalen Pkw-Führerschein, man braucht aber zusätzlich noch einen Personenbeförderungsschein. Wo und wie man den bekommt, erklärt der Bürgerbusverein. „Und der Verein zahlt auch die Gebühren dafür“, so Müller.

Mehr Infos unter: www.buergerbus-syke.de

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