Musical- und Band-AG des Gymnasiums führen selbst geschriebenes Musical auf

Auf der Bühne „Zuhause?“

Spannendes Zusammenspiel: Die Mitglieder der AG „The Small Band“ (im Vordergrund) begleiten die Akteure der Musical-AG bei ihrem Spiel auf der Bühne musikalisch. - Foto: Husmann

Syke - Von Frank Jaursch. „Diese Sehnsucht ist so groß“, singt Mohamed, „wie gern hätt’ ich einen Freund.“ Der Junge mit dem Basketball in der Hand und der Melancholie in der Stimme steht isoliert auf der Bühne. Freundschaft findet – scheinbar – woanders statt: in der Clique der „Girlies“ zum Beispiel, die am liebsten über Jungs und Nagellack tuscheln. Oder bei der Gang, die am liebsten „Benzin über die Schule kippen und einfach abfackeln“ würde. Wo findet Mohamed, der Flüchtlingsjunge aus Syrien, Anschluss? Und welche Gefahren drohen ihm dabei?

Ausländerhass und Alltagssorgen, Familienprobleme und Schulstress: Kein leichter Stoff, den sich die Junge-Musical-AG des Gymnasiums für ihr Stück ausgesucht hat. Morgen um 19 Uhr ist die Aufführung des Musicals „Zuhause?“. Gemeinsam mit der AG „The Small Band“ haben die 10- bis 15-jährigen Schüler die Inszenierung des Stückes übernommen. Das Außergewöhnliche an dem Projekt: Die Jugendlichen haben das musikalische Schauspiel – gemeinsam mit den Leiterinnen Imke Büscher und Ines Lücke – komplett selbst geschrieben.

Seit Anfang des Schuljahres arbeitet die Gruppe bereits an dem Stück. „Die älteren Schüler wollten die Flüchtlingsproblematik einbauen“, berichtet Büscher. Doch fast jeder brachte eigene Ideen oder Elemente ein. Eine echte Gruppenarbeit. Erst im Februar wurde das Manuskript fertig, seitdem laufen die Proben.

Im Zentrum der Story: die Suche eines Außenseiters nach Freundschaft, das falsche Spiel der vermeintlichen Freunde, der Versuch der Hilfe auch gegen Widerstände und trotz Risiken. Dass die Figuren darin teilweise klischeehaft überzeichnet werden, nimmt die Truppe bewusst in Kauf.

Probenzeit: Die rund 30 Nachwuchsschauspieler und die zwölf Bandmitglieder stecken mitten im Feinschliff. Musik und Schauspiel werden aufeinander abgestimmt. „Viel lauter, alle!“, ruft Büscher ihren Schülern auf der Bühne zu. Die haben ihre liebe Mühe, gegen die Power der Band anzusingen. Und es gibt so viel zu beachten: Wann muss wer wo eine Gasse öffnen? Wohin muss das Mikro wandern, wenn die Schüler nacheinander ihren eigenen Text zu Philipp Dittberners „Das ist dein Leben“ präsentieren?

Immer wieder spielen die Gruppen die Szene. Und werden spürbar besser. Ines Lücke lobt die große Geduld der Jugendlichen. „Die sind wahnsinnig engagiert – und müssen trotzdem alles andere leisten.“ Alles andere sind zum Beispiel Klausuren, die in die Probenzeit fallen.

Doch die Akteure haben ihren Spaß auf der Bühne. Mittlerweile. „Am Anfang war es schon sehr peinlich“, räumt Finja (15) ein. „Aber man gewöhnt sich dran.“ Einige bewegen sich bemerkenswert souverän im Rampenlicht. Bei anderen müssen Lücke und Büscher schon mal nachhelfen. „Bleib in deiner Rolle!“, kommt das scharfe Kommando, als ein Mitglied der „Girlies“ ein bisschen unbeteiligt herumsteht. Die Kritik sitzt, das Ergebnis stimmt beim nächsten Durchgang.

Die Besucher von „Zuhause?“ erwartet morgen eine Story mit eingängigen Songs (von „Lieblingsmensch“ bis „Superstition“), Tanz-Battle und Prügelei. Und spürbar viel Herzblut. Einlass ist ab 18.30 Uhr, die Karten kosten 2,50 Euro (2 Euro für Kinder).

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