Buchstabensalat auf Spitzen-Niveau

Manuel Müller aus Berlin gewinnt Syker Scrabbleherbst 2017 

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Manuel Müller (links) heißt der Sieger des Syker Scrabbleherbst 2017 im Gleis 1. In einem echten Endspiel besiegte er gestern die ehemalige Deutsche Meisterin Uschi Müller (rechts, „nicht verwandt und verschwägert“). Neben ihr: Die Drittplatzierte Maria Feige. Lokalmatador Heinz-Jürgen Michel wurde Achter.

Syke - Von Michael Walter. Die letzte Partie läuft noch – an den übrigen Tischen wird schon aufgeräumt. „Schschscht!“, tönt es scharf vom aktiven Tisch. Die Spieler fühlen sich durch die Geräuschkulisse gestört. So wie Schach ist Scrabble eben ein stiller Sport.

Dabei geht es schon um gar nichts mehr. Der Sieger des Syker Scrabbleherbst 2017 steht zu diesem Zeitpunkt längst fest. Trotzdem tragen die beiden Spieler an diesem letzten Tisch ihre Partie mit voller Konzentration aus.

Manuel Müller hat bei diesem dreitägigen Turnier so ziemlich in die Vollen gegriffen: Der mit 35 Jahren jüngste Teilnehmer im Feld gewann das Turnier mit 11 Siegen in 14 Spielen, kam dabei auf den mit Abstand höchsten Punktedurchschnitt von 438 und setzte auch den Turnier-Highscore mit 597 Punkten in einem Spiel.

Endspiel spannend bis zum Schluss

Seine 14. und letzte Partie war ein echtes Endspiel: Der Berliner musste gegen die ehemalige Deutsche Meisterin Uschi Müller aus Kempen am Niederrhein antreten. Und es war schon vorher klar: Wer von den beiden dieses Match gewinnt, gewinnt auch das Turnier. Eine bis zuletzt enge Sache. Am Ende setzte sich der Berliner mit 393:360 Punkten durch.

Mit diesem Sieg hat der hauptberufliche Test-Einkäufer auch ein persönliches Langzeitziel erreicht: Den Sprung in die Top 20 der deutschsprachigen Scrabble-Welt. Vor dem Wochenende war er die Nummer 21 der offiziellen Rangliste. Durch den Turniersieg in Syke klettert er weiter nach oben, voraussichtlich auf Position 15.

Das Syker Turnier genießt in der deutschsprachigen Scrabble-Szene recht hohes Ansehen. Manuel Müller: „Es ist ein großes Turnier mit 14 Spielen an drei Tagen, und es sind immer ein paar Top-Spieler gemeldet.“

„Besser als der Deutsche Meister“

Zum Beispiel der amtierende Deutsche Meister Stefan Merx aus Düren. Für den 45-Jährigen lief es dieses Mal allerdings nicht ganz so gut. Er landete nur auf Platz 17. „Ob's jetzt Fehler von mir waren oder nur Pech beim Buchstaben ziehen? Das lässt sich hinterher nie so genau feststellen“, sagt er. Acht Turniere wird er dieses Jahr insgesamt spielen. Nach Syke kommt er immer gerne. Seit dem ersten Turnier 2008 hat er keinen Scrabbleherbst ausgelassen. „Es sind immer einige Spitzenspieler da“, sagt auch er. „Und die Kosten sind moderat. In Berlin zahlt man fürs Hotel deutlich mehr.“ Durchaus ein Argument. Denn Geld verdient man beim Scrabblespielen nicht.

Zwischen 40 und 50 Spieler treten bei den größeren Turnieren gegeneinander an. Das ist auch die Größenordnung, die Lokalmatador und Veranstalter Heinz-Jürgen Michel für das Turnier im Gleis 1 im Sinn gehabt hat. Ganz so viele sind es diesmal nicht geworden. 36 Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren nach einigen krankheitsbedingten Absagen übrig geblieben.

Michel selbst schloss das Turnier übrigens auf Platz 8 ab. „Besser als der Deutsche Meister“, sagt er mit einem Augenzwinkern zu Stefan Merx.

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