Beitrag zur Müllvermeidung

Buchhandlung Schüttert bietet Pfandtaschen-System für Taschen an

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Ina Schüttert präsentiert die Pfandtasche.

Syke - Von Ulf Buschmann. Ina Schüttert hat eine Vision. Die Chefin der gleichnamigen Buchhandlung kann sich vorstellen, dass ganze Städte ein Pfandsystem für Taschen anbieten. Wenn viele Kommunen mitziehen, ließe sich der weltweite Plastikmüll ein ganzes Stück reduzieren. Dass ein derartiges Angebot funktioniert, möchten Schüttert und ihre Mitarbeiter im eigenen Geschäft zeigen. Deshalb gibt es im Syker Hauptgeschäft sowie in den Filialen in Diepholz und Kirchweyhe seit einiger Zeit ein Pfandsystem für Taschen – es funktioniert wie bei Getränken.

Wer sich Mineralwasser, Säfte oder auch Bier holt, zahlt einen Pfandbetrag. Er wird beim nächsten Mal mit dem Neueinkauf verrechnet. Dieses System funktioniert seit vielen Jahrzehnten. Daran orientiert sich die Buch- und Schreibwarenhandlung Schüttert. Wer eine Tasche benötigt, bekommt keine Plastiktüte. Stattdessen können die Kunden zwischen einer grünen und einer grauen Tasche auswählen – die grüne kostet 2,50 Euro, die graue 3,50 Euro Pfand.

Die Kunden, die beim nächsten Mal wieder eine Tasche brauchen, bekommen gegen Vorlage der alten einfach ein neues Exemplar. Sind sie verschlissen, werden die Taschen vom Lieferanten zurückgenommen, geschreddert und weiter verwertet. „Dadurch entsteht ein geschlossener Kreislauf“, sagt Ina Schüttert. Sie wirbt denn auch noch einmal für die Vorteile: Es gebe das Geld zurück, egal, in welchem Zustand die Taschen sind, sie seien zu 100 Prozent aus Baumwolle, schadstoffgeprüft und durch eine Behindertenwerkstatt bedruckt.

Mit ihrer Aktion möchten die Schüttert-Leute ihren Beitrag zur Müllvermeidung leisten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die Millionen von Kilogramm Plastik in den Meeren sei es genau der richtige Zeitpunkt, um verstärkt auf die Aktion aufmerksam zu machen. Dafür nutzen Ina Schüttert und ihre Mitarbeiter außerdem den Umstand, dass viele Eltern ihre Kinder zurzeit mit Material für das neue Schuljahr eindeckten. Eine Plastiktüte für ein einzelnes Schreibheft zum Preis von 80 Cents gebe es konsequenterweise nicht.

Eineinhalb Jahre am System herumgebastelt

„Wir haben eineinhalb Jahre lang an unserem Pfandtaschen-System herumgebastelt“, erklärt Ina Schüttert. Dem vorausgegangen seien ein Eimersystem, das auch für andere Einkäufe genutzt werden konnte, im vergangenen Jahr sowie die Ausgabe großer fester Tüten 2016. Dahinter stehe immer das Anliegen, das Bewusstsein der Kunden in Sachen Müllvermeidung zu schärfen. Ina Schüttert wünscht sich denn auch, dass sich ihr Beispiel über kurz oder lang in größerem Rahmen durchsetzt. „Warum kann nicht eine ganze Stadt so etwas anbieten?“, fragt sie: „Damit könnten wir alle einen Beitrag zur Müllvermeidung leisten.“

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