Buchautoren verwenden Rezepte von Bewohnerinnen des Barrier DRK-Seniorenheims

„Wir haben einfach gekocht“

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Genau wie das Kochen macht es auch Spaß, ein Buch mit den eigenen Rezepten in den Händen zu halten. Manuela Rehn (2.v.r.) hatte es den Seniorinnen überreicht.

Barrien - Von Tobias Kortas. Essen weckt Emotionen. Viel tiefgründigere Gefühle als der Hamburger ruft das Leibgericht von damals – oft eine regionale Spezialität – hervor. Das haben sieben Damen aus dem Barrier DRK-Seniorenheim hautnah erfahren.

Die Buchautorinnen Manuela Rehn und Caro Hoene aus Berlin waren im Mai zu Gast, um mit den Senioren deren Lieblingsgerichte zu kochen und die Rezepte schriftlich sowie in Bildern festzuhalten. Die beiden Frauen besuchten zwölf Seniorenheime in ganz Deutschland in drei Monaten besucht: von Barrien bis Bad Aibling.

Entstanden ist daraus das Buch „Wir haben einfach gekocht – Kulinarische Erinnerungen an Lieblingsrezepte“. Ein dicker Wälzer, mit vielen Bildern versehen, der vor allem regionale Spezialitäten enthält, die viele Menschen schon gar nicht mehr kennen. Über jede Station gibt es ein eigenes Kapitel. Jenes über das Seniorenwohnheim in Barrien trägt die Überschrift: „Plum und Klütschen“ (Pflaumen und Klöße). „Das Gericht hat Lisbeth Lehmkuhl aus dem Seniorenwohnheim vorgeschlagen“, erzählte Manuela Rehn. „Wir haben auch Sauerampfersuppe, Rote Grütze und Kartoffelsalat gemacht“, so Rehn.

Das fertige Buch, Anfang des Monats im Umschau-Verlag erschienen, sei bereits nach drei Wochen ausverkauft gewesen.

Rehn stattete gemeinsam mit Fotografin Caro Hoene dem Seniorenheim in Barrien erneut einen Besuch ab, um das Buch an jede Bewohnerin, die mitgemacht hatte, zu übergeben und mit den Vertretern der Einrichtung ins Gespräch zu kommen. Es waren emotionale Szenen: Rehn begrüßte jede Rentnerin, die mitgekocht hatte, mit einer Umarmung und bedankte sich herzlich. „Während des Kochens hier habt ihr alle viel gelacht“, sagte sie. „Wir sind miteinander ins Gespräch gekommen, es waren viele spannende Geschichten zu hören.“

Zum Beispiel darüber, dass die Seniorinnen damals einfach mit dem gekocht haben, was es gab. Kreativität war gefragt. Daher auch der Titel des Buches: „Wir haben einfach gekocht“. Rehn: „Dieser Satz ist während unserer Reisen sehr oft gefallen.“

Rehm überreichte auch Peter Röpe, dem Küchenleiter des Seniorenheims, ein Exemplar. „Damit Sie das alles nachkochen können.“

Für die Seniorinnen hat das Buch noch einen ganz anderen Anreiz: Sie sind in diesem alle mit einem Porträt-Bild verewigt. Genau wie ihre Lieblingsgerichte.

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