Fertigstellung für 2020 geplant

Drei Neubauten an der Hauptstraße: Syker Innenstadt verändert ihr Gesicht

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So soll die neue Seniorenresidenz an der Hauptstraße aussehen (Bild zur vollen Ansicht vergrößern). 

Syke - Von Michael Walter. Stadtentwicklung hat für Bürgermeisterin Suse Laue vor allem etwas mit Veränderung zu tun. Alte Gebäude verschwinden aus dem Stadtbild, neue nehmen ihren Platz ein. Von daher begrüßt sie, was in diesem Jahr entlang der Hauptstraße passiert. Die Anfänge sind bereits gemacht: Am Ernst-Boden-Platz und bei der Volksbank. Das Areal um Brünings Gasthaus kommt demnächst hinzu.

In einem gemeinsamen Pressegespräch stellten die Entwickler aller drei Projekte Dienstag mit Suse Laue und Erstem Stadtrat Thomas Kuchem ihre Pläne vor.

Für Bernd Meyer von der Volksbank und seinen Projektpartner Hauke Schröder von der Firma Hirdler Immobilien war es ein Déjà-vu: Der Neubau der Volksbank war bereits im vergangenen Jahr Thema. Laut Zeitplan hätte jetzt schon die Hochbauphase beginnen sollen. Doch Verzögerungen im Genehmigungsverfahren haben das vereitelt. Schröder: „Ich hatte das Prozedere schlicht unterschätzt.“

Noch steht das Gebäude der Volksbank - rechts daneben wird bereits der erste Teil des neuen Gebaudes errichtet.

Rund sieben Millionen Euro investiert die Firma Hirdler in ihren Neubau. Der erste Abschnitt wird – von der Hauptstraße aus gesehen – rechts neben dem jetzigen Gebäude errichtet. In den beiden untersten Ebenen zieht die Volksbank ein. Darüber kommt eine Etage mit Wohnungen und darüber ein Penthouse. Dieser Teil soll bis Frühjahr 2019 fertig sein. Dann erfolgt der Umzug der Bank, und im Anschluss wird das jetzige Bankgebäude abgerissen. An seiner Stelle entsteht dann der zweite Bauabschnitt. Die Fertigstellung peilt Hauke Schröder für Anfang 2020 an.

Etwa zur gleichen Zeit möchte Investor Rolf Specht auch seine Seniorenresidenz eröffnen, die dort entstehen soll, wo heute das Gasthaus Brüning und die benachbarte alte Tankstelle sind. 74 Pflegeplätze und 35 Arbeitsplätze möchte der Unternehmer dort schaffen. Investitionsvolumen: Rund acht Millionen Euro. Bedarf an betreutem Wohnen bestehe darüber hinaus ebenfalls. „Das gibt das Gebäude aber nicht her“, so Specht.

„Da investiere ich auch“

„Wir wollen demnächst den Bauantrag stellen. Die Genehmigungsphase dauert erfahrungsgemäß etwa fünf bis sechs Monate. Und ab da rechnen wir mit 12 bis 15 Monaten Bauzeit“, sagt Specht.

An dieser Stelle soll ein Seniorenwohnheim entstehen.

Für die Stadtverwaltung war dieses Bauvorhaben immer der erste Schritt auf dem Weg zum Gängeviertel, das den nördlichen Teil der Hauptstraße städtebaulich beleben sollte. Dem hatte allerdings der Rat der Stadt quasi den Stecker gezogen, indem er das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (IsEK) abgelehnt hatte (wir berichteten). Ohne dieses Konzept ist eine einheitliche bauliche Entwicklung – auf vielen privaten Grundstücken aber trotzdem aus einem Guss – praktisch nicht mehr möglich.

Trotzdem hat für Suse Laue der Bau dieser Seniorenresidenz immer noch das Potenzial für eine Initialzündung. „Wir zeigen damit: Es passiert etwas, da wird investiert. Und wir hoffen, dass dadurch andere sagen: Da investiere ich auch.“

Bernd Zelles Unternehmen baut gerade auf dem Grundstück an der Hauptstraße  64 in Höhe des Ernst-Boden-Platzes. Das Vorgängergebäude direkt neben der OLB ist inzwischen abgerissen – was in der Öffentlichkeit durchaus für Kritik gesorgt hat. Tenor: Wieder ein schönes altes Haus weniger im Stadtbild.

Sanierung für Investor oft nicht wirtschaftlich

„Das ist doch aber ganz normal“, sagt Suse Laue. „Vor 120 Jahren hat an dieser Stelle vermutlich ein noch älteres Gebäude gestanden. Das ist dann auch irgendwann mal abgerissen worden.“

Bernd Zelle sagt dazu: „Man muss das mal ganz realistisch sehen. An dem alten Gebäude war seit mindestens 40 Jahren nichts mehr gemacht worden. Und davor war vieles Flickwerk. Das nach heutigem Stand zu sanieren, war schlicht nicht machbar.“ Speziell die Energie-Einsparverordnung und der Brandschutz hätten Anforderungen gestellt, die in dem alten Gebäude nicht mehr umsetzbar gewesen seien. „Wir als Investoren haben immer einen Spagat zu machen zwischen Verordnungen und dem, was der Nutzer haben möchte“, sagt Zelle.

Bernd Meyer von der Volksbank gibt Zelle da Rückendeckung: „Eine Sanierung muss für den Investor wirtschaftlich machbar sein. Das ist sie aber manchmal eben nicht.“

Das neue Gebäude soll architektonisch an den Bau an der Hauptstraße  66 (auf der anderen Seite der Rewe-Zufahrt) anknüpfen und insgesamt 1000 m² Wohn- und Nutzfläche umfassen. Ins Erdgeschoss kommt ein Ladenlokal, ins Obergeschoss eine Arztpraxis und sieben barrierefreie Wohnungen. Investitionsvolumen: Etwa 2,8 Millionen Euro.

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