Briefmarkentauschtag in der BBS-Halle

Lücken schließen und Kleinodien suchen

+
Fred Waibel aus Lahausen nimmt eine Briefmarke beim Tauschtag ganz genau unter die Lupe.

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Für rund 150 Briefmarken-, Ganzsachen- und Ansichtskartensammler war am Sonntag die Mehrzweckhalle der BBS Schauplatz eines Großtauschtages. Manfred Bartsch, Vorsitzender des Briefmarkensammlervereins Syke, war mit diesem Besuch sehr zufrieden. Zwar hatten angesichts des Wetters zwei angemeldete Aussteller kurzfristig auf die Fahrt nach Syke verzichtet, doch stattdessen standen plötzlich vier Aussteller in der Tür, die sich nicht angemeldet hatten.

Schon am frühen Vormittag begaben sich die ersten Besucher mit einem zufriedenen Lächeln wieder auf den Heimweg. Zu ihnen zählte Werner Peymann aus Kirchweyhe, der seine ohnehin schon riesengroße Postkartensammlung durch einen „Packen“ neuer Ansichtskarten erweitert hatte. Auch Ausstellungsleiter Manfred Bartsch war ein Schnäppchen gelungen. Ihm fehlten in seiner Frankreich-Sammlung noch vier Marken, und genau diese konnte er gegen einige Dubletten aus dem Sammelgebiet „Deutsches Reich“ eintauschen.

Die Preise werden unter Briefmarkensammlern ausgehandelt. Basis ist immer der „Michel“. „Zehn Prozent vom ,Michel’-Preis ist Standard“, berichtet Bartsch, aber die meisten Sammler kennen den Wert ihrer Angebote und spüren oft instinktiv, wie begehrenswert ein Käufer eine bestimmte Marke findet. „Das treibt die Preise natürlich“, erklärt Bartsch, der auch von Dreiecksgeschäften berichtet, bei denen überhaupt kein Geld fließt.

Marken sind oft auch ein Stück Zeitgeschichte. Stefan Wittler aus Lingen stellte als „Ganzsache“ einen Brief aus Berlin (West) aus, der 1971 an einen Adressaten in der damaligen DDR geschickt wurde und den großen Vermerk „Zurück!“ trug. „Das ist ein Postkriegbeleg“, erklärt Wittler und zeigt auf einen Vermerk auf dem Rücksende-Aufkleber: „Zurück auf Grund der Verordnung über Nichteinhaltung der Geschenkverordnung von 1954“ heißt es da. Wittler vermutet, dass der Brief von DDR-Grenzern geöffnet wurde, die darin Inhalte fanden, die auf dem Index standen und ihn wieder zurückschickten. Auf Sammlerbörsen sind solche Zeitdokumente natürlich begehrte Objekte für Spezialsammler.

Aber die Zeiten, in denen Briefmarken als „Aktien des Kleinen Mannes“ galten, sind längst vorbei. Prall gefüllte Alben gehen für kleines Geld über den Tisch, wobei die Käufer hoffen, unter den Marken vielleicht doch noch ein Kleinod zu finden.

Eine Sonderrolle spielte am Sonntag der Berliner Briefmarkenhändler Li Xiaohua. Er kam aus Hamburg, war auf der Weiterreise nach London und wollte im Anschluss nach Paris. Er kaufte „China“, ein Sammlergebiet, das eher selten angeboten wird. Aber er hatte sowohl chinesische Briefmarken als auch Postkarten erworben und berichtete freimütig, dass er diese Objekte an Geschäftsfreunde nach China schickt. Da einige Chinesen über sehr viel Geld verfügen, das sie offiziell gar nicht besitzen dürfen, legen sie es in „Bliefmalkensammlungen“ an.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Kindergartenfest Bücken

Kindergartenfest Bücken

Diese überwältigenden kroatischen Inseln sollten Sie gesehen haben

Diese überwältigenden kroatischen Inseln sollten Sie gesehen haben

Zwölf beliebte Inseln Frankreichs - für perfekte Urlaubsentspannung

Zwölf beliebte Inseln Frankreichs - für perfekte Urlaubsentspannung

Lagunenstadt El-Guna am Roten Meer

Lagunenstadt El-Guna am Roten Meer

Meistgelesene Artikel

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

Reload-Team bereitet den Bands die passende Bühne

Reload-Team bereitet den Bands die passende Bühne

Drei tolle Tage in Sulingen

Drei tolle Tage in Sulingen

Abi Wallenstein: Wie eine Wundertüte

Abi Wallenstein: Wie eine Wundertüte

Kommentare