Briefmarkensammler-Tauschtag mit jungen Fans und erfahrenen Experten

Mehr als ein Steckenpferd

+
Beim Briefmarken-Großtauschtag gab es viele kleine Schätzchen zu entdecken.

Syke - Von Dieter Niederheide. Armin Pithan (56) reiste aus Wassenberg bei Mönchengladbach mit Koffern, Alben und Akten voller Briefmarken zum Großtauschtag nach Syke. Hier in der Berufsbildenden Schule traf er jede Menge Gleichgesinnter. Wer sich mit ihm unterhält, dem muss er nicht sagen, wo er daheim ist. Die lockere rheinische Mundart verrät ihn.

Im Gespräch wird aber auch klar, dass für Armin Pithan die Philatelie mehr ist als nur ein Steckenpferd. Es ist für ihn eine geschichtsträchtige Wissenschaft für sich. Er kennt sich aus in der bunten Welt auf den kleinen gezackten Marken.

Stolz zeigt er seine Top-Marke, eine Halbierung aus China: eine Marke, die einst als Provisorium gedacht war und nur drei Tage gültig gewesen sein soll.

Schon sein Großvater habe begeistert Briefmarken gesammelt, erzählt Pithan. Da sei wohl bei ihm „was von hängen geblieben“. Nur zu gerne widmet er sich mit seinem Wissen über die Welt der Briefmarken der neunjährigen Klara. Die ist mit ihrer Mutter aus Hamburg über den Umweg Rotenburg/Wümme nach Syke gekommen.

Armin Pithan hilft dem Mädchen beim Schauen in die Kataloge und Alben. Klara sammelt Briefmarken, auf denen zum Beispiel Äpfel oder Birnen aufgedruckt sind. Am meisten aber freut sie sich, wie sie sagte, über Briefmarken mit Schildkröten.

Für Pithan ist Syke ein besonderer Treff von Philatelisten. „Hier treffe sich einige Bekannte“ sagt er. Er ist zum zweiten Mal an der Hache – nicht zuletzt, weil seiner Frau die Landschaft hier so gut gefällt. „Heute Abend müssen wir aber pünktlich zu Hause sein. Ist doch Karneval.“ Klar, er ist Rheinländer.

Manfred Bartsch, Vorsitzender des gastgebenden Briefmarkensammlervereins Syke, hat rund 40 Philatelisten beim Tauschtag und dazu ein Kommen und Gehen von Sammlern, die nach der passenden Marke für ihre Sammlung suchen. Meist werden sie fündig.

Aber es sind nicht nur die kleinen Gezackten, die interessieren und gesammelt werden. Da gibt es Ansichtskartensammler, Briefesammler und Ganzsachensammler. Ganzsachen? Manfred Bartsch erklärt: „Das sind Briefe und Postkarten, auf denen die Briefmarken eingedruckt sind.“ Man merkt: Die Philatelie ist ein breites Feld.

Einer unter den Ansichtskartensammlern ist Hilmar Meyer, mit seinen 90 Lebensjahren wohl der Älteste in der Runde. Er hat sich auf das Sammeln aus dem Bereich der Gemeinde Stuhr spezialisiert. Die älteste Ansichtskarte in seiner Sammlung zeigt eine Heiligenroder Ansicht aus 1896. Seit rund 40 Jahren hat er sich diesem Steckenpferd verschrieben.

Beim Rundgang durch die Reihen der Stände begeg- net der Betrachter der großen Welt von Asien, über Afrika, Amerika, Australien bis Europa. Die Inflation Deutsches Reich 1916 bis 1923 fehlt im Reigen der Spezialitäten nicht. Man begegnet beim Tauschtag einer bunten Welt voller Geschichte, zum Teil ausgebreitet auf den Ständen, zum Teil versteckt in endlos vielen Alben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Hochwasser-Einsatz der Verdener Feuerwehren

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Vorsicht: Hier lauern im Haushalt die meisten Keime

Schnittvorlage: Tomaten einfach häuten

Schnittvorlage: Tomaten einfach häuten

Ortsbrandmeister Jonas Baum zeigt Rettungszentrum in Angelse

Ortsbrandmeister Jonas Baum zeigt Rettungszentrum in Angelse

Meistgelesene Artikel

Polizei Syke fahndet mit Fotos nach zwei Trickbetrügern

Polizei Syke fahndet mit Fotos nach zwei Trickbetrügern

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

B6 neu-Pläne: „Beruhigungspille für Anwohner“

B6 neu-Pläne: „Beruhigungspille für Anwohner“

Ortsbrandmeister: „Der Star ist das Rettungszentrum“

Ortsbrandmeister: „Der Star ist das Rettungszentrum“

Kommentare