Bremer Salonorchester und Gabriele Banko erzählen musikalisch von Konditoreien, Kant und Can Can

Sorglose Kaffeehaus-Stimmung im Ratssaal

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Das Kaffeehaus-Orchester hat gemeinsam mit Sängerin Gabriele Banko am Wochenende erneut für zwei beschwingte Nachmittage gesorgt.

Von Dagmar Voss. Kaffeeduft entfaltet sich passend zum Kaffeehauskonzert im voll besetzten Ratssaal, als am Samstagnachmittag das Bremer Salonorchester aufspielt. Die Verwandlung vom eher politischen Tagungsort in ein Kaffeehaus ist gelungen. Die Einladung zum süßen Träumen, ausgesprochen vom Verein Jazz-Folk-Klassik, packt das Sextett in beschwingte Instrumentalstücke, dazu unterhält Sängerin Gabriele Banko mit Gedichten und Liedern.

Von Konditoreien ist die Rede, von Konfiserien und Kaffeeklatsch im Café, begleitet von Geschichten über Süßigkeiten und unwiderstehliche Naschwaren. Es herrscht auch im Rathaus plötzlich die typische Kaffeehaus-Atmosphäre, bei der neben der Musik leises Klappern der Kaffeetassen und Kuchengabeln mit dazu gehören. Pianist Hans-Jürgen Osmers führt mit Anekdoten und lockeren Erklärungen durchs Programm.

Entspannt-sorglose Stimmung kommt bei den schmelzenden oder flotten Klängen auf. So gleich zum Auftakt, bei dem temperamentvollen „Can Can“, der Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Gefolgt von dem mitreißenden Johann- Strauß-Konzertwalzer und danach einem Querschnitt durch die Melodienwelt des „Weißen Rössl am Wolfgangsee“. Da bleiben kaum noch Füße still, immerhin gilt ja dieses Musiktheaterspiel als das erfolgreichste des 20. Jahrhunderts.

In dieses stimmungsvolle Kaffeehaus-Flair passen die Dichtungen bekannter Poeten. Mit ihrer faszinierenden Altstimme beschwört Gabriele Banko die Orte unwiderstehlicher Versuchungen und Begegnungen – in Liedern, Schlagern und Gedichten von Hollaender und Weill, Kästner und Gernhardt.

Auch nach der Pause dauert es nur kurz, bis die Zuhörer hingerissen mitklatschen – wie bei „Untern Linden“ von Walter Kollo – und voll dabei sind, als sie ihr wunderbar sanft-melodisches „In einer kleinen Konditorei“ singt. Amüsante Gedichte sorgen für beste Atmosphäre, etwa Robert Gernhardts „Kant“. Kein Wunder, dass nach einem solchen Nachmittag der Heimweg mit einem Lächeln angetreten wird.

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