Bremer Hochschul-Absolventen sehen großen Verbesserungsbedarf in Syke

Von „fahrradfreundlich“ kaum noch etwas übrig

Fabian Langhans hat sich mit einer flexibleren Struktur des ÖPNV im ländlichen Raum beschäftigt.
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Fabian Langhans hat sich mit einer flexibleren Struktur des ÖPNV im ländlichen Raum beschäftigt.

Syke - Von Detlef Voges. Mit der einst preisgekrönten Fahrradfreundlichkeit ist es in Syke nicht mehr so weit her. Zu diesem Ergebnis kommen vier studentische Arbeitsgruppen der Hochschule Bremen.

Syke habe Potenzial, müsse aber etwas tun, resümierte Hochschuldozent Carsten-W. Müller, als seine Studenten am Dienstagabend ihre Ergebnisse im Ratssaal vortrugen. Im Lauf der gut zweieinhalbstündigen Veranstaltung schlugen sie eine stattliche Liste an Verbesserungen vor.

Die Studentengruppen hatten die „fahrradfreundliche Kommune“ – diesen Titel hatte Syke 2005 bei einem Landeswettbewerb gewonnen –akribisch durchleuchtet. Das Ergebnis: Zwei würden Syke diesen Titel nicht wieder verleihen, die anderen beiden enthielten sich einer Wertung.

Ihre Verbesserungsvorschläge drehten sich durchweg um die Verbreiterung von Radwegen, Aufpflasterungen, stärkere farbliche Unterscheidung zwischen Rad- und Fußwegen, den Einbau von Ampeln und Verkehrsinseln sowie die Aufforderung an Grundstückseigentümer, ihre Hecken für eine bessere Sicht aller Verkehrsteilnehmer zu schneiden.

Rot einfärben würden die Bremer Gäste beispielsweise die Einmündung der Steimker Straße auf die B6. Die Einmündung des Hillerser Weg auf die B6 sollte nach Ansicht der Studenten sogar durch eine Ampel sicherer gemacht werden. Und an der Kreuzung Wiesenstraße/Hoyaer Berg würden sie zur Geschwindigkeitsregulierung einen Mini-Kreisel bauen.

Unübersichtlich und dadurch gefährlich finden sie die Situation an der Deutschen Eiche, wo sich die Waldstraße nach Okel, Osterholz und Schnepke dreifach verzweigt. Ihr Vorschlag: Geh- und Radweg verbreitern und auf der Straße markieren.

Generell regen die Studenten auch mehr Polizeikontrollen an.

Auf die Anstöße aus Bremen reagierte für die Stadtverwaltung Fachbereichsleiter Hein Sievers („Innere Dienste“). Syke habe bereits vor Jahrzehnten flächendeckend Tempo30 auf Nebenstraßen eingerichtet. Radwege seien dort an sich gar nicht vorgesehen. Autofahrer führen aber zu schnell, so dass Eltern Radwege wünschten. Verkehrsinseln auf der Straße seien teilweise nicht machbar, weil die Straße dann für große Fahrzeuge nicht mehr passierbar wäre, erklärte Sievers und brachte auch das Thema Finanzierung ins Spiel.

Im zweiten Teil stellte Fabian Langhans seine Bachelor-Arbeit zum Thema „zukünftige Mobilität für den ländlichen Raum“ vor.

Darin hat er festgestellt, dass der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Raum Syke vor allem durch die Schulen dominiert werde. Außerhalb der Schulzeiten sei das Angebot schlecht. Langhans schlägt vor, das Angebot flexibler zu handhaben, etwa durch mehr Bürgerbusse und Anruf-Minibusse, die bis vor die Haustür kämen. Das gleiche gelte für Anrufsammeltaxen. Zudem sollte der Kaffkieker auch für den normalen Personenverkehr ausgerüstet sein.

Als Langhans Zweifel ob der Realisierung seiner Ideen äußerte, beruhigte ihn Uwe Roggatz. Der Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya (VGH) erklärte, die Arbeit des Bachelors sei keineswegs für die Mülltonne. Die VGH werde seine Erkenntnisse gern verwenden, so Roggatz.

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