Frühstück, Mittagessen und Kuchen

Bremen, Berlin und wieder zurück: Nourin Attya eröffnet Café in Syke

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Attya kümmert sich alleine um ihr Geschäft. Das Wissen bringt sie aus dem Berliner Adlon mit.

Syke - Von Marc Lentvogt. Vom Berliner Adlon in die Syker Hermannstraße – wer kommt denn auf diese Idee? Nourin Attya kommt auf diese Idee. Die 30-jährige Restaurantfachfrau eröffnet morgen „Mein Café und Herrlichkeiten“ – ihren Lebenstraum.

Die gebürtige Bremerin „wollte das Leben wieder entschleunigen“, erklärt sie. Mit 18 begann sie eine Ausbildung im Bremer Parkhotel, „und nachdem ich im besten Hotel Bremens war, wollte ich ins beste Hotel Deutschlands: das Adlon“.

Mit Anfang 20 hätte es für Attya kaum einen besseren Ort als Berlin geben können, doch wehmütig, die Stadt verlassen zu haben, ist sie nicht. Täglich hat sie zehn oder zwölf Stunden gearbeitet – was nun sicherlich auch auf sie zukommt, wie sie anmerkt – doch „jetzt beginnt ein neuer Lebensabschnitt“.

Ein Lebensabschnitt, der schon lange in ihrem Kopf herumspukte. Mit 30, sagt sie, wollte sie selbstständig sein. „Ich konnte mir nicht vorstellen, Restaurantfachfrau und mit 40 oder 50 noch angestellt zu sein.“

Mein Café und Herrlichkeiten: Neueröffnung in Syke

Mein Café und Herrlichkeiten: Neueröffnung in Syke

Lieber ist es Attya, in ihrem Geschäft zu stehen und ihre Leidenschaft zu teilen. So lässt sich auch der Name ihres Cafés besser verstehen. Es handelt sich nicht um irgendein Café, „sondern um Mein Café, meine eigenen vier Wände, in denen ich Menschen willkommen heiße“.

Das Prinzip führt sich in Attyas gesamter Idee fort. Aus diversen Kaffeeanbietern hat sie mit Seeberger denjenigen ausgesucht, der einen besonderen Geschmack bietet. Wenn Attya Kaffee anbietet, soll er so gut sein, dass die Gäste für diesen Genuss gerne nach Syke kommen, so die 30-Jährige. Gleichermaßen verhält es sich mit dem Tee.

360-Grad-Blick ins Café:

(Rundum-Ansicht und Zoom mit Maus oder Fingern)

In ihren eigenen Wänden muss natürlich auch der Kuchen hausgemacht sein. Das aber war nicht Teil der Ausbildung oder? „Nein. Ich habe im Parkhotel natürlich alle Bereiche, auch die Küche kennengelernt. Dort hat es mir so gut gefallen, dass ich überlegte dorthin zu wechseln. Aber ich habe mich dagegen entschieden.“ 

Das Backen blieb zunächst auf die eigene Küche beschränkt, dort aber produzierte Attya so große Massen, dass immer zuviel vorhanden war. Profitiert haben die Nachbarn, welche immer begeistert waren und letztendlich auch Attya selbst – sie gewann Überzeugung für ihr Können und ihre Idee, sich damit selbstständig zu machen.

Nourin Attya freut sich auf viele Kunden, die sich in den restaurierten Räumen in der Hermannstraße 2 von den hausgemachten Kuchen, Suppen, Salaten und Frühstücksangeboten verwöhnen lassen sollen.

Doch, diese Frage muss noch einmal gestellt werden, warum in Syke? Warum in einem Ort, in dem gewachsene Gastronomiebetriebe im vergangenen Jahr schließen mussten und von dem Fotografen sagen, dass es dort nichts Liebenswertes gebe?

„Die Gäste in Syke sollen verwöhnt werden“

„Ich sehe ja selber, dass es zuwenige schöne Orte hier gibt. Ich bin es, die die Lücke füllt.“ Es ist weniger Arroganz, als viel mehr Stolz, Euphorie und eine innere Gelassenheit, die Nourin Attya in diese Worte legt.

Wenn am Mittwoch die ersten Gäste durch die Tür treten, sollen sie nach Attyas Wunsch genau dieses Gefühl haben: „Die Gäste in Syke sollen verwöhnt werden.“ Das Café soll nach Wunsch der Inhaberin eine Heimat werden, in der die Wünsche vom Gesicht des Kunden abgelesen werden. Wer jede Woche den gleichen Kaffee bestellt, soll nicht immer bestellen müssen, der Gast soll die Gewissheit haben, dass Attya den Wunsch schon kennt und nicht lange auf sich warten lässt. Ein ambitioniertes, aber für Attya nicht verhandelbares Ziel – diesen Standard erwartet sie von sich.

Bis es soweit ist, liest sie ihren Zwillingen die Wünsche von den Augen ab. Schwanger wurde sie, kurz nachdem die Planung für das Café begann. Ein Umdenken kam nie infrage, ihr Mann bleibt zuhause und kümmert sich um die Kinder. Aus dem Café ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Familienprojekt geworden. Eine Familie, die auf viele Gäste hofft.

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