An Breitengrad 70 streikte das Radlager

Rallye zum Nordkap für Yvonne und Tobias Höft ein „traumhaftes Erlebnis“

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...und zurück nach Hamburg.

Yvonne und Tobias Höft strahlen, wenn sie von ihrem bisher größten gemeinsamen Abenteuer erzählen. Als Team Tyre nahmen sie an der Rallye Baltic Sea Circle ab Hamburg zum Nordkap und zurück teil.

Syke - „Es war aufregend, traumhaft und spannend“, beschreiben sie ihre Eindrücke und die Erlebnisse in einer herrlichen, bisweilen bizarren Landschaft. „Die Natur hat sich ständig verändert“, schwärmt das Paar von seinem Vorhaben, mit 280 anderen Teams zum Nordkap zu fahren. Geschlafen haben sie im Dachzelt auf ihrem Auto. Yvonne Höft: „Ich habe selten so gut geschlafen – immer frische Luft!“ Tobias Höft ergänzt: „Wir haben uns eins mit der Natur gefühlt. Rentiere kamen bis ans Auto.“

Unterwegs waren sie eine Gemeinschaft mit Teams aus Wildeshausen, Bremen und dem Ammerland. „Wir haben uns gegenseitig unterstützt“, sagte das Ehepaar. Man saß gemeinsam an Lagerfeuern, die Stimmung sei bestens gewesen. „Nachts am Polarkreis angekommen, haben wir uns alle erst einmal in die Arme genommen, das war sehr emotional“, sagte Yvonne Höft.

Eine Reise ohne zu wissen, was passiert

Vor dem Start zur Rallye hatte Tobias Höft noch orakelt: „Wir gehen auf eine Reise und wissen nicht, was so passiert.“ Und es passierte was: Etwa 100 Kilometer vom Nordkap entfernt, ging das Radlager des Opel Frontera kaputt. Und es war Mittsommernacht in Norwegen – alles war am Feiern. Immerhin schaffte es das Auto noch bis zu einer Tankstelle in einem kleinen Ort und schließlich zu einer Werkstatt. Am 70.  Breitengrad.

Das Ersatz-Radlager musste aus Oslo herangeholt werden – per Flugzeug und Taxi. „Die Norweger sind sehr hilfsbereite Menschen“, so die Erfahrung des Paares.

Ihr Weg führte sie zum Nordkap...

Als die Reparatur anstand, konnten sie nicht im Dachzelt schlafen und brauchten dringend eine Übernachtungsmöglichkeit. Kurzerhand luden Norweger das deutsche Ehepaar ein. Unter anderem schliefen sie eine Nacht in einem Iglu. Gastgeber war ein Ehepaar – sie Deutsche, er Norweger. „Wir hatten richtig Familienanschluss“, sagte Tobias Höft.

Nach fünf Tagen war ihr Auto fertig. Bei der Abreise die Einladung an Höfts: „Besucht uns bald mal wieder!“ Trotzt des Zeitverlustes hielten Yvonne und Tobias Höft die vorgegebene Zeit für die Rallye ein. Zu ihren schönsten Erlebnissen zählt eine Fete mit 500 Leuten auf den Lofoten. Dort hatten sich alle Teams der Rallye wiedergetroffen. Höft: „Wir waren im Polarmeer schwimmen, es waren acht Grad.“

Bis zum Polarkreis - und darüber hinaus: Yvonne und Tobias Höft haben als Team Tyre an der Rallye Baltic Sea Circle teilgenommen.

Zur Frage, wo es den auf der Rallye am schönsten war, antworten beide spontan: „Auf den Lofoten. Das Wasser war kristallklar, der Himmel blau und die Berge schneebedeckt.“ Und am Nordkap? „Der Wind eisig kalt, aber Sonnenschein, sehr beeindruckend.“ Zum Globus – dem Wahrzeichen vom Nordkap – durften sie direkt mit dem Auto vorfahren.

Es gab auf der Rallye verschiedene Zielpunkte mit Aufgaben. Tobias Höft: „Das musste man nicht, konnte man aber machen.“ Als die für die ersten Tage eingepackten Lebensmittel verspeist waren, ging es an die vor Ort heimischen Gerichte. „Es gab zum Beispiel Stockfisch, Stockbrot, schwedische Wurst oder Fleisch vom Rentier. Alles richtig lecker“, sagte das Ehepaar.

Die Gemeinschaft zählt

Man habe nette Menschen getroffen, gleich, ob auf der Hinreise in Dänemark, Schweden und Norwegen oder auch auf der Rückreise. Die Gemeinschaft zählte, man konzentrierte sich auf das Notwendigste.

Nur mit einem konnten sich die beiden nicht anfreunden. Mit dem schwedischen Surströmming, einem fermentierten Hering aus der Dose, in welcher der Fisch noch gärt. Tobias Höft: „Es stank bestialisch, wir haben die Finger mal eingetunkt und genippt. Nie wieder!“

Die Vorgabe, 750 Euro zu sammeln und für einen guten Zweck zu spenden, hat das Duo dank vieler Spender aus der Region erfüllen können. Es kamen 2000 Euro zusammen. Damit werden die Vereine „One Earth – one Ocean“ und „Jordsand“ unterstützt. „Mit so einem Ergebnis haben wir nicht gerechnet und sagen Danke“, freuen sich Yvonne und Tobias Höft. Traumhafte Erinnerungen gab’s für beide gratis obendrauf.

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