„Tor zum Gängeviertel“: Sogar Förderprogramm wieder möglich

Breite Zustimmung aus der Politik

Wo künftig das „Tor zum Gängeviertel“ stehen soll, entfalten gegenwärtig noch eine leere Tankstelle und eine geschlossene Gaststätte einen eher unvorteilhaftes Charme.

Syke  - Von Heinrich Kracke. Eines der wichtigsten Projekte in der Syker Innenstadt gewinnt weiter an Konturen, die Fläche an der Hauptstraße, auf der jetzt noch Brünings Gasthaus und die alte Tankstelle verwaist stehen.

Wenige Wochen nachdem Investor Rolf Specht gegenüber dem Sonntag-Tipp erklärte, er sei an der Entwicklung der Fläche weiterhin sehr interessiert, an einem Neubau, und wenige Wochen nachdem auch die beiden bisherigen Eigentümer ihre Bereitschaft signalisierten, die Innenstadtflächen zu veräußern, zeichnet sich jetzt auch eine breite generelle Zustimmung in Sykes Politik ab. 

Im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss hatten die Planer der Residenz-Gruppe den ersten Entwurf vorgestellt, im zweithöchsten Gremium der Stadt. Ein dreiteiliges Gebäude präsentierten sie dem Vernehmen nach, das einen Freiraum an der Hauptstraße lässt, das Raum für beispielsweise Restaurant und etwa Stadtbibliothek vorsieht, und das dem innenstadtnahen Wohnen dient. Gleichzeitig wurde der Entwurf bereits dem übergeordneten Ziel gerecht: Es soll das Tor zum Syker Gängeviertel bilden.

Er begrüße die Ideen, sagt etwa Wilken Hartje von der gegenwärtig größten politischen Kraft im Rat, der CDU. Auch bei der SPD, die gemeinsam mit den Grünen eine Gruppe bildet, stießen die Pläne auf Wohlwollen, wie Gruppenchef Heinfried Schumacher erklärte. Und bei der neuerdings drittstärksten Kraft, der BS-Fraktion, gab es ebenfalls nichts Grundsätzliches zu bekritteln. „Wir haben ein Interesse, das Projekt zügig zu begleiten,“ sagt Günter Brockhoff.

An Details wird allerdings auf allen Ebenen gefeilt. Weitere Sondierungsgespräche zwischen Stadtverwaltung und Investor haben stattgefunden, in der Politik greift man derweil den städtischen Anteil an dem wegweisenden Projekt auf. Vor allem die Zukunft der Bibliothek, jetzt noch im Rathaus untergebracht, beschäftigt die Gemüter. „Muss sie überhaupt umziehen?“, so Schumacher, „das ist eine der Fragen, mit denen wir uns die nächsten Wochen auseinandersetzen werden.“ Auch in der CDU geht man dem Grundsätzlichen nach. „Die Bibliothek hat einen sehr guten Zulauf, sie hat viele Veranstaltungen, rund 170 pro Jahr. Diese Entwicklung wollen wir fördern,“ sagt Hartje, „aber es ist eben auch die Frage, ob Bibliotheken in Zukunft auf gute Erreichbarkeit angewiesen sind, und ob sie weiterhin als Publikumsmagnet dienen.“ In der zweiten Mai-Woche wollen die Christdemokraten über dieses Thema beraten.

Mit der generell positiven Einstellung zum „Tor zum Gängeviertel“ beginnt auch das Gängeviertel-Projekt an sich neue Fahrt aufzunehmen. Konkret geht es um ein vier Millionen Euro schweres Programm zur Erneuerung des westlichen Hauptstraßen-Hinterlandes. 

Rund zweieinhalb Millionen Euro werden von Bund und Land fließen, wenn sich die Stadt Syke entschließt, weitere 1,5 Millionen Euro verteilt auf sieben Jahre bereitzustellen. Im Januar votierte die Ratsmehrheit gegen diesen Eigenanteil und stoppte damit das gesamte Projekt. Vier Monate später bleiben die großen Fraktionen bei ihrer Meinung.

„Wenn wir mitfinanzieren, können wir im Sinne einer vernünftigen, geordneten Stadtentwicklung mitbestimmen. Wir brauchen dieses Förderprojekt,“ sagt SPD-Mann Schumacher, dessen Fraktion vor knapp vier Monaten für das Programm die Hand gehoben hatte. „Wir behalten auch so das Heft genügend in der Hand, unter anderem läuft gegenwärtig noch eine Veränderungssperre“, sagt Christdemokrat Hartje, gemeinsam mit dem großen Verband der „bürgerlichen Parteien“ gegen den Plan gestimmt hatte.

Zum Zünglein an der Waage könnte sich die BS-Fraktion entwickeln. Sie votierte im Januar gegen die Förderung, jetzt sagt Brockhoff: „Wir wollen erstmal den Fortgang beim ,Tor zum Gängeviertel‘ begleiten. Es wäre nicht das erste Mal, dass Projekte von dieser Dimension weitere noch größere Projekte beflügeln.“

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