Brass Band Wachendorf hofft auf Initialzündung durch musikalische Neuausrichtung / Alle Auftritte abgesagt

Mit neuem Sound fit für die Zukunft

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Matthias von Rüsten (vorne links) gehört schon seit fast 30 Jahren zum Orchester, das er seit 2011 als Vorsitzender leitet.

Wachendorf - Von Michael Walter. Wohin führt der Weg der Brass Band Wachendorf? „Wir wissen es selbst nicht“, gibt der Vorsitzende Matthias von Rüsten offen zu. Fest steht für ihn nur: Die nächsten Monate werden über den Fortbestand des Orchesters entscheiden.

Die Brass Band ist eine Institution in Wachendorf. 1976 wurde sie als Jugendspielmannszug gegründet. Das Ensemble repräsentierte Syke dadurch überregional und sogar international. Doch wie viele andere Vereine auch leidet es mittlerweile an strukturellen Problemen.

Zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren hatte die Mitgliederversammlung daher Anfang Januar eine strategische Neuausrichtung des Orchesters beschlossen (wir berichteten). Bereits 2011 lautete die Devise dabei: Weg von den Umzügen, hin zur Konzertbühne. „Rückblickend müssen wir jetzt sagen: Das ging damals nicht weit genug“, sagt von Rüsten.

Nach wie vor leidet das Orchester unter Mitgliederschwund und Nachwuchsproblemen. Von Rüsten erklärt: „Wir haben derzeit noch gut 20 aktive Musiker, und irgendwer kann immer mal den einen oder anderen Termin nicht wahrnehmen, das ist ganz normal. Wir müssen aber zwölf verschiedene Stimmen besetzen.“ Und an der Stelle wird es dann kompliziert. „2015 hatten wir bei ausnahmslos jedem Auftritt Probleme, überhaupt die Spielfähigkeit herzustellen.“

Die Mitgliederversammlung hat daher beschlossen, einzelne Instrumentengruppen komplett aufzulösen und durch E-Bass, E-Gitarre und Keyboard zu ersetzen. Damit wären nur noch acht Stimmen zu besetzen.

Hilft schon mal weiter. Allerdings ändert sich dadurch zwangsläufig auch das Klangbild. Birgt das nicht das Risiko, seine musikalische Identität zu verlieren? Schließlich hatte die Brass Band bislang einen ganz eigenen Sound, der sie von anderen Orchestern unterschied. Also ein Alleinstellungsmerkmal.

„Die Gefahr, das zu verlieren, ist durchaus gegeben“, sagt von Rüsten. „Aber ist das denn so ein großes Problem? Wir hatten bisher nur wenig Möglichkeiten, etwas neues zu machen, andere Auftritte zu bekommen. Auf Stadtfesten oder auf Abendveranstaltungen. Wenn wir zukünftig mehr in Richtung Big Band klingen, könnte das sogar positiv sein. Ich behaupte: Nach solch einer Musik ist die Nachfrage größer.“

Etwa die Hälfte von den rund 70Stücken, die das Orchester im Repertoire hat, könnten in der neuen Besetzung übernommen werden. Vorschläge für neue Titel kommen aus den Reihen der Band.

Die Musiker nehmen die Umstrukturierung sehr ernst. Bis auf Weiteres haben sie alle Auftritte für 2016 abgesagt, um sich ganz auf die Proben zu konzentrieren. Das Ziel ist klar definiert: Zum 40. Geburtstag des Orchesters im September mit der neuen Aufstellung einen Auftritt aus einem Guss abzuliefern. Gelingt das, sieht der Vorstand gute Perspektiven, sich für neue Engagements zu empfehlen und darüber neue Musiker zu gewinnen.

Von Rüsten ist überzeugt, dass das machbar ist. Er verdrängt jedoch nichts. „Jeder von uns ist sich darüber im Klaren, dass das Thema Auflösung immer noch im Raum steht.“

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