Brandalarm statt gemütlichem Samstagmorgen

Realitätsnahe Feuerwehr-Übung nach Abrissparty in Heiligenfelde

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Platzwunden und Rauchbildung: Die Übung sollte so realistisch wie möglich wirken. In der Hektik ist auch manch ein Fehler unterlaufen, aus denen die Einsatzkräfte nun lernen können.

Heiligenfelde - Von Horst Meyer. Samstagmorgen, zehn nach neun. In Heiligenfelde und Jardinghausen rufen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. „Ich hatte mir gerade die Schnittschutzhose angezogen, weil ich Holz machen wollte. Also Hose wieder runter und ab zum Feuerwehrhaus“, berichtete Heiko Köhler aus Jardinghausen später. Kersten Helms aus Wachendorf erwischte es an seinem Geburtstag. Nun aber rief die ehrenamtliche Pflicht.

Was war geschehen? In einem leerstehenden ehemaligen Gehöft am Ratsweg hatten Jugendliche am Abend zuvor mit Genehmigung des Eigentümers eine Geburtstagsparty gefeiert. Einige übernachteten gleich vor Ort, weil sie den Heimweg nicht alkoholisiert antreten wollten.

Plötzlich war alles anders: Mira Seifert wachte morgens auf und nahm „starken Brandgeruch wahr“. Sie verließ das Haus und alarmierte über die 110 sofort die Feuerwehr. Sie wies darauf hin, dass sich noch wenigstens sieben weitere Personen im Gebäude befinden.

Aufgeregt und teilweise hysterisch berichtete sie dem Gruppenführer aus Jardinghausen die Lage. Aus den Fenstern des Obergeschosses entwich bereits eine starke Rauchwolke. Andreas Kramer übernahm die Einsatzleitung und wies die eigenen Kräfte an, sich mit Atemschutzgeräten auszurüsten. 

Über eine Leiter gelangen die Partygäste ins Freie.

Die anschließend eintreffenden Feuerwehrkräfte aus Heiligenfelde wurden ebenfalls eingewiesen, bevor Kramer die Einsatzleitung an den Heiligenfelder Ortsbrandmeister Andre Seifert abgab. Parallel trafen auch zwei Rettungsfahrzeuge aus Bruchhausen-Vilsen ein. Zwischenzeitlich wurde klar: Es handelt sich um eine Übung unter realen Bedingungen.

Stephan Nisse aus Heiligenfelde und Jörg Seifert aus Wachendorf hatten das Szenario entworfen. Der eingeweihte Kreis beschränkte sich auf wenige Feuerwehrangehörige, die die Abläufe beobachteten und für Ausbildungszwecke filmten. Bewusstes Training und theoretische Ausbildung sorgten anschließend für einen geordneten Ablauf bei der Rettung der Verletzten und beim Löschen des Brands.

Die Verletzten, dargestellt von Hans-Heinrich Preckel, Friedhelm Schwarzer und Johann Kling, sowie vier lebensechte Puppen mussten teilweise über Steckleitern an der Rückseite des Gebäudes gerettet werden. Sie wurden vom Rettungsdienst übernommen, der die Gelegenheit auch zur Ausbildung von Nachwuchskräften nutzte. Eine Puppe wurde auf der Trage ins Fahrzeug geschoben und reanimiert.

Feuerwehr-Übung in Heiligenfelde

Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
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Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/ Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
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Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers
Samstagmorgen, zehn nach neun riefen in Heiligenfelde und Jardinghausen die Sirenen zum Feuerwehreinsatz. © Mediengruppe Kreiszeitung/Jantje Ehlers

Zur Wasserversorgung diente unter anderem eine Schlauchbrücke über die B 6. Der Verkehr konnte diesen Engpass nur noch einspurig passieren. Dadurch kam es zu kleinen Staus, die aber gelassen hingenommen wurden.

Den Einsatzkräften im Gebäude war die Sicht durch starke Vernebelung genommen. Sie mussten sich langsam vorantasten und dabei auch zuvor vernagelte Türen mit Gewalt öffnen. Wegen der Vielzahl von vermissten Personen alarmierte der Einsatzleiter zusätzlich noch die Feuerwehren aus Henstedt und Wachendorf. Auch die noch im Aufbau befindliche ELO-Gruppe der Stadtfeuerwehr (Einsatzleitung vor Ort) kam zum Einsatz. „Wir nehmen erstmals an einer Übung teil, nachdem wir schon einige Realeinsätze fahren mussten“, sagte Gruppenleiter Lutz Budelmann.

Um 11 Uhr waren die Verletzten in Sicherheit und alle notwendigen Arbeiten abgeschlossen. Das von Hendrik Hüsker von der Newtec zur Verfügung gestellte Gebäude kann jetzt wie geplant abgerissen werden.

Nicht alles lief so glatt, wie die Organisatoren es sich erhofft hatten. Fahrzeuge standen zu dicht am Giebel, der im Realeinsatz hätte einstürzen können. Jüngere Feuerwehrangehörige wussten plötzlich nicht mehr, wie eine Steckleiter zu positionieren ist. Trotzdem stellte Stephan Nisse abschließend eine erfolgreiche Einsatzübung fest. Er dankte allen eingesetzten Kräften. „Die Berichte der Beobachter und die Filme werten wir jetzt aus. Das Ergebnis wird den eingesetzten Ortsfeuerwehren zur Verfügung gestellt. Sie zeigen uns, wo zusätzlicher Ausbildungsbedarf besteht und was wir intensiver schulen müssen.“

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