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Gute Laune unplugged

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Die Blossom Brothers bei ihrem Konzert in der Wassermühle. - Foto: Jantje Ehlers
Die Blossom Brothers bei ihrem Konzert in der Wassermühle. - Foto: Jantje Ehlers

Barrien - Von Angelika Kratz. In der Nacht der Sternschnuppen regnete es zum großen Glück der Barrier Wassermühle. So kamen doch etliche Besucher und boten den Blossom Brothers aus Osnabrück ein fröhliches und für stets Neues aufgeschlossenes Publikum.

Mitgebracht hatte das Trio, das im wirklichen Leben nur durch die Freude zur Musik verwandt ist, die gecoverten Songs der 60er- und 70er-Jahre aus Amerika. „Nie wirklich gehört, dennoch immer gut empfunden“, plärrte offensichtlich das Radio bei den damaligen Jungspunden im heimischen Wohnzimmer und inspirierte die heutigen Pädagogen vor fünf Jahren als Straßenmusiker sogar dazu, die „Goldene Säge“ der Stadt Osnabrück als Auszeichnung zu erhalten.

Hinter den lockeren Freizeitnamen Chris, JB und Rob mit dem sorgenvollen englischen Familiennamen „Sorrows“ verbergen sich Christian Pradel, Jens Boßmeyer und Uwe Schiermeyer mit Wurzeln aus Düsseldorf und Osnabrück.

Eine ihrer Schülerinnen hätte tatsächlich mal aus Mitleid fünf Euro in den Hut getan, lacht das Trio hinsichtlich eines Ulks. Sie treten eben gerne in der Öffentlichkeit auf, proben dort ihre amerikanischen Uralt-Songs als Ohrwürmer und nehmen die direkte Kritik des Publikums zur Überarbeitung mit nach Hause.

Live-Musik ohne störende Verstärker gab es genau passend für die Räumlichkeiten der Wassermühle, in der große Freudensprünge der gestandenen Männer zu Kopfschmerzen geführt hätten. Bodenständig war also angesagt und erfreute ein Publikum, das sich hinsichtlich ausgeklügelter Klatschtechnik als perfekte Background-Begleitung auszeichnete. „Wir sind die Blossom Brothers aus Osnabrück“, machten schon die ersten Songs in Begleitung von Mandoline, Gitarre oder Mundharmonika richtig gute Laune an einem mal wieder verregneten Augusttag.

Keiner fühlt sich bekanntlich besser, wenn der Partner geht. Die Gedanken zurück ergaben an eine in Noten ausgedrückte bessere Zeit ein gemeinschaftliches tiefes Seufzen in der Wassermühle. Das vermittelten auch die anderen Songs mit tief greifenden Gedanken über Leben und Tod, die aber beim Rückbesinnen der damaligen Zeit zu Woodstock wieder eine farbige Wende erhielten.

„Oh yeah“, ging es weiter mit der richtigen Träne im Auge zu unendlichen einsamen Straßen, tapferen Müttern und bei „Lonesome me“ sang die ganze Wassermühle voller Inbrunst mit. Die Sternenschnuppen einstiger Stars purzelten auf das Publikum, das nach mehreren Zugaben und gesungenen Worten zum Sonntag mit so manchem einstigen Schmachtfetzen im Ohr sich schließlich in regenreicher Nacht von den blumigen „Blossom Brothers“ verabschiedete und sich auf den Weg nach Hause machte.

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