Bilderbuchkino und Büchermäuse in der Stadtbibliothek laufen besser als die Buchgeschenke

„Lesestart Niedersachsen“: Das Syker Beiprogramm boomt

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Jutta Behrens (v.l.), Simone Kuhlmann und Maren Kulissa von der Stadtbibliothek haben noch ein paar der gelben „Lesestart“-Taschen für dreijährige Kinder parat.

Von Frank Jaursch. Für ein gutes Buch ist man nie zu alt – und auch nie zu jung. Damit die Neugierde auf die Welt des Lesens auch bei Kindern möglichst früh geweckt wird, hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Jahr 2011 das Projekt „Lesestart Niedersachsen“ ins Leben gerufen. Derzeit läuft es bereits im fünften Jahr.

Etwa 120 niedersächsische Bibliotheken beteiligen sich: Sie stellen Lesestart-Sets für einjährige Kinder zur Verfügung. In diesem Jahr ist darin das Ravensburger-Büchlein „Mein erster Besuch im Zoo“, ein Poster, ein Lesestart-Tagebuch sowie ein Vorlese-Ratgeber für Eltern enthalten.

Die kostenlosen Taschen werden über die Syker Kinderärztinnen Angela Schütze-Buchholz und Dr. Christiane Bieber an die Kinder verteilt – pünktlich zur U6-Untersuchung.

In dem kleinen Geschenk enthalten ist auch gleich ein Gutschein für das nächste: Das zweite Lesestart-Set können dreijährige Kinder sich in der Bibliothek abholen – inklusive dem Bilderbuch „Apfelsaft holen“ von Thomas Müller.

150 der Stofftaschen stehen in jedem Jahr für die künftigen Bibliotheks-Besucher bereit. „Leider geht die Aktion bislang nicht so gut, wie wir das gehofft haben“, sagt Jutta Behrens, Leiterin der Stadtbibliothek. „Wir haben noch einiges liegen.“

Das Gegenteil allerdings ist glücklicherweise von den Aktionen zu sagen, die die Syker Bibliothek flankierend zum „Lesestart“- Projekt ins Leben gerufen haben. Die „Veranstaltungen für Kids“ haben längst viele kleine Fans gefunden.

Die Büchermäuse etwa erfreuen sich bei den kleinsten Zuhörern großer Beliebtheit. Anke Grätsch begleitet die Mädchen und Jungen bei ihren ersten Leseschritten aus der kleinkindgerechten Bücherkiste.

Große Resonanz hat auch das monatliche „Bilderbuchkino“ für die etwas Größeren zu verzeichnen. Wenn die Bilder der Story über den Beamer an die Wand geworfen werden und Ingeborg Petersilge oder Tanja Riekenberg vorlesen, haben sie schon mal bis zu 30 junge Gäste. „Wir haben sehr viel Glück mit den Lese-Damen, die uns hier unterstützten“, freut sich Behrens.

Eine Elternbibliothek mit Ratgebern von Vornamens-Büchern über Geburtsvorbereitung bis zu Erziehungshilfen komplettiert das Angebot, das sich vor allem an junge Familien richtet.

Im September startet die sechste Projekt-Runde, wieder mit einem neuen Bilderbuch-Geschenk. Im kommenden Jahr wird das Projekt auf den dritten „Meilenstein“ ausgeweitet: Dann kommen Sechsjährige in den Genuss von Stofftaschen mit Leseanfänger-Büchern.

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