Pauschal-Modell empört Rentner

DRK stellt Abrechnung für Hausnotruf-System um - teils erhebliche Preiserhöhungen

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Das DRK hat die Abrechnung seines Hausnotruf-Services umgestellt. Die Folge sind Preiserhöhungen auf zum Teil mehr als das Doppelte. 

Syke - Von Michael Walter. Kann man für eine Leistung Geld verlangen, auch wenn sie gar nicht erbracht wird? Nein, sagt der Syker Rentner Günter von Weihe dazu. Ja, sagt hingegen das Rote Kreuz.

Es geht um den Hausnotruf. Hinter diesem Stichwort verbirgt sich ein kleines Gerät, mit dem Senioren Hilfe rufen können, etwa wenn sie in der Wohnung stürzen oder einen Schwächeanfall haben, und den Weg zum Telefon nicht mehr schaffen.

Günter von Weihe (70) hatte anderthalb Jahre lang so ein Gerät vom DRK. Jetzt hat er es zurückgegeben, wie auch zwei weitere Senioren, die mit ihm im gleichen Mehrfamilienhaus wohnen. „Bisher habe ich für den Hausnotruf rund 18 Euro im Monat bezahlt“, sagt von Weihe. „In Zukunft will das Rote Kreuz monatlich 44 Euro dafür haben.“ Eine Verteuerung auf mehr als das Doppelte, die von Weihe schlicht unverschämt findet. „Es geht nicht ums Sich-leisten-können – das kann ich“, betont er. „Es geht mir und meinen Nachbarn ums Prinzip.“

Grund für die kräftige Preiserhöhung: Das Rote Kreuz hat seine Abrechnungsmodalitäten umgestellt. Laut Auskunft des DRK-Kreisverbands in Syke wurde bisher immer nur eine monatliche Grundgebühr für die Bereitstellung des Hausnotrufs berechnet. Alle weiteren Dienstleistungen seien als Einzelfall abgerechnet worden. 

Zum Beispiel die Aufbewahrung eines Wohnungsschlüssels beim DRK, die Pflege persönlicher medizinischer Daten oder dass im Notfall nicht einfach nur eine Kontaktperson verständigt wird, sondern ausgebildetes DRK-Personal vorbeikommt und nach dem Rechten schaut.

Die Preise sind moderat, sagt das Rote Kreuz

In Zukunft gibt es diese Einzelfallabrechnung aber nicht mehr. Das DRK ersetzt sie durch ein Pauschal-Modell. Die Kunden können wählen, welche Dienstleistungen sie möchten und zahlen dann dafür – egal, ob sie diese Leistungen abrufen oder nicht.

Geschäftsführerin Ulrike Hirth-Schiller: „Wir müssen diese Dienstleistungen ja auch vorhalten. Preislich bewegen wir uns dabei im üblichen Rahmen unserer Mitbewerber. Wir sind da sogar eher noch moderat.“ Die Geschäftsführerin zieht einen Vergleich: „Das ist wie bei einer Versicherung. Ich zahle für die Sicherheit, dass ich sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag jemanden habe, der zu mir kommt und nach mir sieht.“ Konkret regele das DRK das über den Bereitschaftsdienst oder seine ambulanten Dienste.

Zwar seien Günter von Weihe und seine Nachbarn nicht die einzigen, die aufgrund dieser Umstellung ihre Verträge gekündigt haben. „Die Anzahl bewegt sich aber in einem sehr überschaubaren Rahmen“, so Hirth-Schiller.

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