JazzFolkBike vom 3. bis 5. Juni mit Stargeiger Adam Baldych – und noch viel mehr

Das Beste kommt zum Schluss

Ein Charakterkopf mit überragender Technik: Jazzgeiger Adam Baldych spielt am 5. Juni im Konzertsaal der KSK. - Foto: Bartosz Maz

Syke - Von Frank Jaursch. Der Countdown läuft: Noch sechs Tage, dann beginnt die 14. Ausgabe des Festivals JazzFolkBike in Syke. An drei Tagen gibt es insgesamt sieben Konzerte an fünf verschiedenen Orten – alle mit dem Fahrrad leicht zu erreichen (Karten gibt es in den Geschäftsstellen der Kreiszeitung). Im Gespräch erläutert „Mastermind“ Gerd Harthus vom veranstaltenden Verein Jazz-Folk-Klassik (JFK), wie es zum Schwerpunkt „Polen“ in diesem Jahr kam – und was die Besucher erwartet.

Getreu dem Moto „Das Beste kommt zum Schluss“ hat sich JFK den Superstar des Festivals für den abschließenden Sonntag vorbehalten: Adam Baldych gilt als einer der weltbesten Jazz-Geiger, ist mit Preisen überhäuft worden – etwa dem Echo Jazz 2013 – und wird von Kritikern wie Publikum gleichermaßen verehrt. Und dabei ist er gerade einmal 30 Jahre alt!

Baldych erhielt ein Stipendium am Berklee College of Music und graduierte an der Musikakademie in Katowice. Prägend für Baldychs Karriere war sein Aufenthalt in New York, wo er mit jungen Jazzmusikern arbeitete und in legendären Jazz Clubs spielte. Baldych sieht sich durch Rachmaninoff, Radiohead, Miles Davis und Jimi Hendrix inspiriert.

Schon vor dem Festival im vergangenen Jahr hatte Gerd Harthus die Kontakte nach Polen hergestellt. Galt es doch, einen Künstler mit ähnlicher Strahlkraft zu finden wie Marius Neset. Er wurde fündig – und sorgte dafür, dass die Syker und Besucher von JazzFolkBike gleich doppelt in den Genuss des Starmusikers kommen.

Am Sonntag tritt Baldych ab 19 Uhr mit einem weiteren polnischen Virtuosen auf: Jazzpianist Vladyslav Sendecki ist seit Jahrzehnten ein international gefeierter Künstler. Er siedelte 1981 aus politischen Gründen in die Schweiz über. Sendecki spielte unter anderem mit Klaus Doldingers Passport, Joe Henderson, Lenny White, Al Jarreau, Bobby McFerrin und Quincy Jones. Seit 1996 arbeitet er als Pianist der NDR Bigband. 2011 bekam er den Hamburger Jazz-Preis und 2015 eine hohe künstlerische Auszeichnung: Polens Gloria Artis. Die Besucher können auf einen furiosen gemeinsamen Auftritt der beiden Stars im Konzertsaal der Kreissparkasse gespannt sein.

Ab 20.30 Uhr folgt dann ein weiterer Auftritt von Baldych – diesmal mit seinem „Imaginary Quartet“: Pawel Tomaszewski (Piano), Michal Kapcuk (Bass) und Pawel Dobrowolski (Drums) begleiten ihn bei seinem Dialog zwischen Jazz, Folk und traditionellen Melodien.

Um die beiden Highlights herum baute Harthus in der Folge ein Festival mit weiteren preisgekrönten Hochkarätern: Das Marcin Łosik Trio etwa (Sonntag, 17.30 Uhr, KSK-Konzertsaal) lockt mit Piano, Kontrabass und Schlagzeug. Łosik ist ein feinfühliger Pianist, der mit seinem Trio die klassische Form der Piano-Bass-Schlagzeug Schule seines Vorbilds Bill Evans wählt, um seine eigenen slawischen Wurzeln in den modernen Jazz zu übertragen.

Hinter dem „Duo Expression“ verbergen sich mit Jaroslaw Bester (Akkordeon) und Dawid Lubowicz (Geige) zwei „hervorragende Solisten“ (Harthus), die am Samstag ab 20 Uhr im Kreismuseum spielen werden. Beide sind klassisch ausgebildet und spielen auch gemeinsam in der Krakauer Philharmonie. Für Jazz-FolkBike spannen sie einen weiteren musikalischen Rahmen – von Klassik über Jazz und Avantgarde bis hin zu zeitgenössischer Kammermusik.

Mit diesem Line-Up „haben wir durchweg vielfach preisgekrönte Leute auf den Bühnen, die auf nationaler Ebene einiges abgeräumt haben“, sagt Gerd Harthus zufrieden. „Ich denke, damit können wir uns sehen lassen.“

Die übrigen Künstler von Jazz Folk Bike stellen wir am kommenden Dienstag vor.

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