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„Bremer Coronatest“ in Syke der Geldmacherei beschuldigt

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Von: Gregor Hühne

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Hauptstraße 4 in Syke.
Hauptstraße 4 in Syke: Der „Bremer Coronatest“ (ehemals Bäckerei Weymann) bietet seit 14. Januar dieses Jahres Schnell- und PCR-Tests an. © Michael Walter

Eine Sykerin bekommt keinen PCR-Test trotz eines positiven Schnelltests im Testzentrum an der Hauptstraße. Einen Corona-Schnelltest aus einem mobilen Testzentrum aus Barrien wurde ihr nicht anerkannt. Einen erneuten Schnelltest wollte sie erst nicht machen.

Landkreis – „Geldmacherei!“, das wirft die 62-jährige Ursula Dobelmann dem Corona-Testzentrum „Bremer Coronatest“ in der Syker Hauptstraße vor.

Mit einem positiven Corona-Schnelltest aus einem kam die Sykerin zur Teststation an der Hauptstraße am Montag und wollte dort einen PCR-Test machen lassen. Eine Mitarbeiterin habe ihr gesagt, dass dafür ein erneuter Schnelltest vor Ort nötig sei. So laute die Vorgabe.

Die Vorgabe, dass sich Testwillige unter Umständen ein zweites Mal einem Schnelltest im Bremer Coronatest unterziehen müssen, bestätigt der Betreiber Khatib am Telefon. Woher diese kommt? Das könne er nicht genau beantworten.

Die Teststation in Syke an der Hauptstraße 4 (ehemals Bäckerei Weymann) öffnete am 14. Januar. Laut Khatib, der für die Standorte Syke und Bassum zuständig ist, arbeiteten die Testzentren mit fünf Standorten in Bremen zusammen. Er ist quasi Franchisenehmer der Bremer Coronatests.

Der Zwang eines zusätzlichen Schnelltests seien „doppelte Kosten für die Allgemeinheit“, sagt Ursula Dobelmann. „Sie müssen das doch nicht bezahlen“, habe eine Mitarbeiterin der Teststation in Syke ihr als Antwort gegeben.

Da nicht jeder Test-Betreiber auch PCR-Tests anbietet und der Hausarzt von Ursula Dobelmann im Urlaub gewesen sei, fuhr sie am Montag zur nächstgelegenen Teststation. In dem Fall: der Bremer Coronatest. „Die haben ja fast eine Monopolstellung in Syke“, sagt die Sykerin.

Mit Symptomen habe sie außerdem eine halbe Stunde vor der Bremer Teststation bei Sturm und Regen warten müssen, ärgert sich die 62-jährige Frau. Den Schnelltest vor Ort zu wiederholen, sei absolut unsinnig, findet sie. Letztlich habe man ihr auch den PCR-Test verweigert, berichtet sie. Sie spekuliert, dass das Testzentrum abkassiere, um sich auch die Kosten für die zusätzlichen Schnelltests abrechnen zu lassen.

Zur Thematik PCR-Test im Testzentrum ohne vorherigen Schnelltest vor Ort, erklärt Anne-Katrin Beimforde, Pressereferentin des Landkreises, nach Rücksprache mit dem zuständigen Fachdienst folgendes: „Aufgrund der zuletzt sehr hohen Infektionszahlen besteht nach der aktuellen Test-Verordnung des Bundes erst dann Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test, wenn vorab ein positiver Befund mittels eines Antigen-Schnelltests von einer Teststelle vorliegt. Die Abnahme eines PCR-Tests nur in den Fällen, in denen vorab an der gleichen Station auch der Schnelltest abgenommen wurde, ist demnach nicht zulässig.“

Mete Yaman, Betreiber der übergeordneten Bremer Coronatests, will nun Rücksprache mit dem Landkreis halten. Sollten die Bremer Testzentren unrechtmäßig gehandelt haben, würde die hausinterne Vorgabe sofort angepasst, sagt er. In der Hansestadt sei die Corona-Verordnung möglicherweise anders. Mit der Test-Vorgabe im Bremer Coronatest solle gefälschten Schnelltests vorgebeugt werden, um sich ungerechtfertigterweise rare PCR-Tests zu erschleichen.

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