Nur bescheidene Resonanz auf Podiumsdikussion „Vom Frieden zum Krieg?“

Flüchtlingsdebatte verdrängt Putins Säbelrasseln

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Diskutieren am Dienstag Abend über Krieg und Frieden: Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding, Moderator Frank Jakob, Gerd Gohlke vom Bund der Vertriebenen, Kreiszeitungs-Chefredakteur Hans Willms, Oberleutnant Florian Gaab von der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr und Superintendent Jörn-Michael Schröder (von links).

Syke - Von Michael Walter. Müssen wir Angst vor einem neuen Kalten Krieg haben, oder sogar vor einem heißen? – Bei der Podiumsdiskussion am Dienstag im Kreismuseum war die Kernfrage des Abends im Prinzip schon nach der Vorstellungsrunde der Gesprächpartner beendet:

Putins Säbelrasseln sei keine wirkliche Bedrohung für den Frieden, waren sich die Teilnehmer sofort einig. Die Gefahr liege eher im Mittleren Osten, meinten sie – und lenkten das Gespräch ebenso schnell wie elegant auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik.

Eingeladen hatten das Kreismuseum und die VHS unter dem Titel „Vom Frieden zum Krieg?“ Als Gesprächspartner agierten Museumsleiter Dr. Ralf Vogeding, Oberleutnant Florian Gaab von der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr, Gerd Gohlke vom Bund der Vertriebenen, Kreiszeitungs-Chefredakteur Hans Willms und Superintendent Jörn-Michael Schröder auf dem Podium. Gesprächsleiter war Frank Jakob von der Volkshochschule.

Vogeding und Willms waren es, die am Ende der Veranstaltung unterstrichen, wie schnell sich mitunter doch die allgemeine Wahrnehmung ändern könne. „Vor ein paar Wochen hätten wir das alle noch ganz anders beurteilt.“ Die außenpolitischen Spannungen mit Moskau seien aber von der Flüchtlingsthematik schnell aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verdrängt worden.

Vielleicht ist genau das auch der Grund für die bescheidene Resonanz, die diese Veranstaltung ausgelöst hat: Unmittelbar zu Beginn der Diskussion betrug das Zahlenverhältnis Podium – Zuschauer genau 1:1, und nur dank einiger Nachzügler lag es schließlich immerhin bei 1:2. Der Vorteil: Im letzten Drittel hatten die Zuhörer die Gelegenheit, entsprechend ausführlich selbst zu Wort zu kommen und mit den Gästen auf dem Podium zu diskutieren.

Das Meinungsbild, das sie dabei in Bezug auf die allgemeine Flüchtlings-, Einwanderungs-, Integrations- und Verteilungsdebatte zeigten, war breit gestreut und reichte von diffusen Ängsten bis zu großen Hoffnungen. Von der Befürchtung „Wenn noch mehr Flüchtlinge kommen, haben wir deren Krieg bei uns“ bis zum Vergleich mit der Zeit zwischen dem Mauerfall 1989 und der Wiedervereinigung 1990: „Damals haben wir drei Millionen Wirtschaftsflüchtlinge aus der DDR aufgenommen. Wir reden heute nicht von Mengen, die wir nicht verkraften könnten.“

Quasi das Schlusswort sprach ein Besucher, der 1937 geboren wurde und 1946 als Kind die Vertreibung aus den Ostgebieten miterlebt hatte. Er erinnerte an die etwa zwölf Millionen Vertriebenen, die damals in einem völlig zerstörten Restdeutschland ankamen: „Deutschland hat das verkraftet und sich dadurch zum Positiven verändert. Die Flüchtlinge jetzt sind eine große Chance, uns noch besser für Europa zu öffnen. Die Mehrheit will das. Deutschland kann das nicht allein – aber Europa!“

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