Ab jetzt geht’s wieder vorwärts

Bergfest bei Sanierung des Syker Hallenbads: Bisher reibungsloser Bauablauf

Wegen des anfangs schlechten Wetters musste die Stadt beim „Richtfest“ am Hallenbad improvisieren und den offiziellen Teil nach drinnen verlegen.
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Wegen des anfangs schlechten Wetters musste die Stadt beim „Richtfest“ am Hallenbad improvisieren und den offiziellen Teil nach drinnen verlegen.

Es geht voran bei der Sanierung des Syker Hallenbads. Am Freitag war sozusagen Richtfest - auch wenn das wegen des fehlenden Dachstuhls eigentlich keines war. Positiv: Die Zehn-Millionen-Euro-Maßnahme liegt im Zeit- und Kostenplan.

Syke – Wenn das nicht voller Symbolik ist: Am Anfang dichte schwarze Wolken und Dauerregen wie aus Kübeln, und am Ende schien die Sonne am blauen Himmel beim – tja, was? Richtfest? – am späten Freitagvormittag beim Hallenbad in Syke.

An anderen Baustellen warten wir sogar auf Holz. Das ist etwas, das man vor ein paar Jahren noch für in Deutschland unmöglich gehalten hätte.

Christian Bär, Architekt

„Wenn wir einen Dachstuhl hätten, würden wir heute Richtfest feiern“, sagte Bürgermeisterin Suse Laue. Und der federführende Architekt Christian Bär erinnerte daran, was das Richtfest eigentlich ist: Erstens eine seit dem Mittelalter traditionelle Bitte um Segen für das neue Haus und seine Bewohner. Und zweitens ein Fest zum Dank an die Handwerker. Und dieses Dankeschön hält er für absolut fällig. „Wir haben bis jetzt einen reibungslosen Bauablauf“, so Bär. „Das ist nicht selbstverständlich in einer Zeit der Material- und Lieferengpässe. An anderen Baustellen warten wir sogar auf Holz. Das ist etwas, das man vor ein paar Jahren noch für in Deutschland unmöglich gehalten hätte.“

Rein technisch wäre vielleicht „Bergfest“ der bessere Begriff gewesen. Christian Bär hatte schon während der politischen Beratungsphase für dieses Sanierungsprojekt die Parole „Einmal Rohbau und zurück“ ausgegeben, weil dabei das Hallenbad an den meisten Stellen bis auf seine tragende Grundkonstruktion zurück- und dann neu wieder aufgebaut wird. Am Freitag bestätigte er: „Mit dem Rückwärtsarbeiten haben wir abgeschlossen. Ab jetzt arbeiten wir wieder vorwärts.“

Im Zeitplan und im Kostenrahmen

Bürgermeisterin Suse Laue verdeutlichte noch einmal die Dimensionen: Über mehrere Jahre verteilt, gibt die Stadt für die Sanierung nach heutigem Stand rund zehn Millionen Euro aus. „Wir haben etwa 500 000 Euro Fördermittel. Ansonsten stemmen wir das alleine!“ Angesichts der gegenwärtigen allgemeinen Kostenexplosion im Bausektor betont sie: „Wir sind im Zeitplan und im Kostenrahmen. Das ist etwas Besonderes für eine derart große Baustelle.“

Nach der Sanierung muss mehr Hallenbad da sein als vor der Sanierung, war von Anfang an die einstimmige politische Marschrichtung. Deshalb bekommt das 50 Jahre alte Bad einen Anbau für ein Therapiebecken mit Hubboden, einen neuen Kinderbereich mit Spaßfaktor und einen neuen Ruhebereich an der Stelle, wo vorher der Glaskasten mit dem Babyplanschbecken gewesen ist.

„Ein Musterbeispiel für Nachhaltigkeit“

Für Christian Bär ist die Sanierung „angewandte Ökologie“. Der Beschluss, das Bad nicht abzureißen und auf der grünen Wiese neu zu bauen, sondern die alte Struktur nach Neubaustandards weiter zu nutzen, sei ein Musterbeispiel für Nachhaltigkeit.

Bild oben: Die ersten Vorab-Entwürfe für die neue Zufahrt sorgten prompt für Gesprächsstoff unter den anwesenden Ratsmitgliedern.

Nicht eingepreist in die bisherige Kalkulation sind noch die Außenanlagen – geplant ist eine Liegewiese mit direkter Durchgangsmöglichkeit ins Bad – und die Zufahrt. Die bisherige muss sowieso verändert werden, weil das „neue“ Bad anders funktioniert als das „alte“ und deshalb andere Zugänge zur Technik und für Anlieferungen geschaffen werden müssen. Offen ist die Frage, in welcher Form die Zufahrt ausgebaut werden soll. Ob ohne, mit einigen wenigen oder mit ein paar mehr Pkw-Parkplätzen. Und weil das (auch) eine ideologische Frage ist – soll es möglichst benutzerfreundlich werden oder sind Autos böse? – dürfte darüber im neuen Rat der Stadt noch Diskussionsbedarf entstehen. Die drei Vorab-Entwürfe, die dazu gestern in den neuen Personalräumen des Hallenbads zur Ansicht ausgelegt waren, sorgten jedenfalls schon mal für Gesprächsstoff unter den anwesenden Ratsmitgliedern.

Preislich dürften die Unterschiede zwischen diesen drei Varianten nicht sonderlich ins Gewicht fallen. Mario Kruse, der im Bauamt der Stadtverwaltung die Sanierung federführend betreut, schätzt den Finanzbedarf für Außenanlagen und Zufahrt zusammen irgendwo im Bereich zwischen einer halben und einer dreiviertel Million.

Von Michael Walter

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