Sechs Abschlüsse mit 1,0

Gymnasium Syke nimmt Abschied von einem außergewöhnlichen Jahrgang

Stellvertretender Schulleiter Andreas Gläser (hier im Bild) und Schulleiter Jan Ziemann sind sich sicher, dass die Absolventinnen und Absolventen ihren Weg gehen werden: „Wir trauen Ihrer Generation zu, Probleme zu lösen.“ - Foto: Husmann

Syke - Von Marc Lentvogt. 119 Abiturienten des Gymnasiums Syke möchten die Schule vielleicht möglichst schnell hinter sich lassen – ihre Entlassungsfeier aber, die soll ihnen und ihren Gästen noch lange in Erinnerung bleiben. Mit einem musikalischen Knall haben die – nun – Ehemaligen am Freitagabend die Feierlichkeiten zum Ende ihrer Schullaufbahn eingeleitet.

Was nun auf die Damen und Herren zukommt, das ist eine Suche nach Antworten, führte Schulleiter Jan Ziemann aus. Seine Generation habe vor der Frage gestanden, wie der Kalte Krieg in Europa enden könnte. Die Generation der Abiturienten müsse die Fragen beantworten, wie ein gutes Leben möglich sei, ohne Ressourcen im Übermaß zu verbrauchen, und wie das Miteinander in Zukunft aussehen soll. Außerdem müsse die digitale Revolution bewältigt werden.

Stellvertretender Schulleiter Andreas Gläser und Schulleiter Jan Ziemann (hier im Bild) sind sich sicher, dass die Absolventinnen und Absolventen ihren Weg gehen werden: „Wir trauen Ihrer Generation zu, Probleme zu lösen.“ - Fotos: Husmann (l.), Lentvogt (r.)

„Sie sind so gut ausgebildet, dass wir ihrer Generation zutrauen, diese Probleme zu lösen“, so der Schulleiter. Selbstvertrauen musste er dem Jahrgang aber eigentlich nicht zusprechen, denn wie Ronja Laemmerhirt und Tilman Matzen anmerkten: „Wir haben genug 1,0er für die nächsten Jahre produziert.“ Sechs an der Zahl, eine solche Quote sei an der Schule bislang nie erreicht worden.

Nun ist ein flotter Spruch immer schnell ausgesprochen. Ob dieses Selbstverständnis, eine wichtige Position in der Gesellschaft einzunehmen, sich auch im Alltag widerspiegelt, ist wiederum eine andere Frage.

Sind die musikalischen Beiträge der Abschlussfeier jedoch ein Hinweis darauf, was die Welt von diesem Abschlussjahrgang erwarten darf, dann haben Laemmerhirt und Matzen nicht zuviel versprochen. Die Energie, die Philip Sänger in sein virtuoses Spiel von Modest Mussorgskys „Das große Tor von Kiew“ investierte und die Kraft und Emotionalität von Joy Ewulu, die ihre Big-Band-Karriere mit „Ain’t no other man“ beeindruckend beendete, zeigten mehr als jede Rede des Abends, warum dieser Abschlussjahrgang etwas besonderes ist.

Schulleiter Ziemann wird es sportlich nehmen. Er hatte seine Rede mit einer gefühlvollen Soloeinlage an der Gittarre begonnen und mit Cat Stevens’ „Father and Son“ überrascht. Musikalisch aber konnte er den von Jutta Röscher-Somke geleiteten Ensembles nicht das Wasser reichen. Muss er aber auch nicht. Wie sein Vertreter Andreas Gläser zu Beginn sagte: Schule und Eltern stehen für das Fördern und Fordern – das Gymnasium möchte an den richtigen Stellen Impulse geben, was ihnen nach dem Abgang der Schüler bleibt, ist der Stolz zu ihrem Erwachsenwerden beigetragen zu haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Arm in Arm beim Bambi: Sophia Loren und Thomas Gottschalk

Arm in Arm beim Bambi: Sophia Loren und Thomas Gottschalk

Merkel ruft zu Abgrenzung gegen Rechtsradikale bei Demos auf

Merkel ruft zu Abgrenzung gegen Rechtsradikale bei Demos auf

Bilder vom Bambi 2018: Diese Stars waren in Berlin dabei

Bilder vom Bambi 2018: Diese Stars waren in Berlin dabei

Mitmachtag in der Kita Dörverden

Mitmachtag in der Kita Dörverden

Meistgelesene Artikel

Marktempfang im Rathaus in Kirchdorf mit launigen Beiträgen und großem Dank

Marktempfang im Rathaus in Kirchdorf mit launigen Beiträgen und großem Dank

„Keine Hinweise auf Abweichungen“ in Diepholzer Schlachthöfen

„Keine Hinweise auf Abweichungen“ in Diepholzer Schlachthöfen

Immer gleich, immer anders

Immer gleich, immer anders

Planung für Baugebiet in Wetschen schreitet voran

Planung für Baugebiet in Wetschen schreitet voran

Kommentare