Serie „50 Jahre Lebenshilfe“: Ehrenamtliche sorgen im Wohnheim für Kurzweil

Bereichernde Begegnungen

Gerda Machens-Reglin (v.l.) und Kirsten Beckefeld engagieren sich ehrenamtlich für die Lebenshilfe – zur Freude von Ulf Mittag und Jessika Gerger-Eckhoff vom Wohnheim sowie die Bewohnerinnen Gerda Bösche und Marie-Luise Ahrlich. - Foto: Husmann

Syke/Weyhe - Von Dagmar Voss. Es ist Dienstagmorgen. In einer der großen Wohnküchen des Wohnheims der Lebenshilfe trifft sich wie jeden Vormittag eine muntere Runde zum Frühstück. Nur dass für die vier Senioren Marlies Ahrlich, Gerda Bösche, Erwin Schwabe und Günter Hagen sowie ihre Betreuerin Jessica Gerger-Eckhoff dienstags die Frühstücksrunde noch bereichert wird: durch die beiden ehrenamtlichen Lebenshilfe-Kräfte Gerda Machens-Reglin und Kirsten Beckefeld.

Ausgiebig wird geplaudert und gegessen, gelacht und geplant. Denn schließlich will man ja, nachdem der morgendliche Gaumenschmaus vorbei ist, noch den Rest des Vormittags mit angenehmem Tun verbringen. Mit Ausflügen, mit einfacher Gartenarbeit, mit Basteln, Spielen oder auch mit Besuchen auf den Friedhöfen, wo Familienmitglieder begraben sind.

„Sehr bereichernd sind die Begegnungen immer, sie haben ein Stück Lebensqualität, wenn man ins Gespräch kommt“, sagt Gerda Machens-Reglin. Sie engagiert sich ehrenamtlich in der Seniorengruppe. Sie wollte nach einigen Monaten Ruhestand doch wieder etwas Sinnvolles mit ihrer Freizeit anfagen. Die ehemalige Pädagogin ist überzeugt: „Die Gespräche sind auf Augenhöhe und immer ein bisschen Biografiearbeit, zu dem der anderen, aber auch zum eigenen Leben.“

Auch für Kirsten Beckefeld, die zweite ehrenamtlich Tätige, ist die Arbeit mit den Senioren wichtig; mittlerweile engagieren sich sogar ihre beiden Töchter dabei, vor allem bei den Malkursen, die die Sozialassistentin im Wohnheim anbietet.

Das Wohnheim bietet bis zu 26 geistig behinderten erwachsenen Menschen ein Zuhause, die in drei Gruppen ihren Alltag betreut gestalten. „Wir wollen sie durch Förderung und Erhaltung lebenspraktischer Fähigkeiten zu größtmöglicher Eigenständigkeit führen“, erklärt der stellvertretende Hausleiter Ulf Mittag. Jede Gruppe verfügt über eine geräumige Küche mit Essplatz, Wohnzimmer mit Blick auf eine Terrasse sowie einem eingerichteten Hauswirtschaftsraum. Zum Haus gehört ein Garten, der Gelegenheit zum Verweilen, Ausspannen und Grillen bietet. Oder auch zur körperlichen Betätigung.

Neben denen, die in der Regel tagsüber arbeiten gehen, musste vor Jahren für diejenigen, die in den Ruhestand gingen, eine andere Tagesstruktur gefunden werden. Und so wurde für diese Senioren im September 2012 die Seniorengruppe gegründet. Man trifft sich, tafelt ausgiebig mit viel guter Laune. Und nach dem Saubermachen geht’s dann an die diversen Vorhaben für den Tag. Unkrautjäten oder Kräuterpflege im Garten, Powershopping bei Dodenhof oder einfach nur mal Spielen.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn wir noch ein paar ehrenamtliche Helfer begrüßen könnten“, so Ulf Mittag. „Gern hätten wir mal Männer dabei, vielleicht gibt es ja den einen oder anderen, der für einen Vormittag für zwei Stunden in der Woche mitmachen möchte.“ Infos gibt es unter 04203 / 785 451.

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