Benefiz-Lesung im „Seitenblick“

Kurzkrimis mit Lokalkolorit

Kurzkrimis und Klavierklänge im Seitenblick: Holger Wittschen (r.) und Mirjam Phillips lasen eigene Geschichten, Gerd Bastigkeit steuerte Bluesklänge bei.
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Kurzkrimis und Klavierklänge im Seitenblick: Holger Wittschen (r.) und Mirjam Phillips lasen eigene Geschichten, Gerd Bastigkeit steuerte Bluesklänge bei.

Barrien - Im Literaurcafé „Seitenblick“ mussten sich einige Gäste mit einem Platz auf der Treppe begnügen, als Mirjam Phillips und Holger Wittschen selbst geschriebene Krimis lasen. Unter den Besuchern herrschte eine erwartungsvolle Spannung: Es ging an diesem Leseabend unter dem Titel „Muse, Mord & Pinselstrich“ um Krimis.

Beide Autoren hatten als Mitglieder des „Bremer Krimi-Stammtisches“ ihre Beiträge in einem Band veröffentlicht, in dem 22 Autoren mit „illustrierten Kunstkrimis“ zu Wort kamen. Dieses Buchprojekt ist in Zusammenarbeit mit der Bremer Kunsthalle im Verlag Falkenberg erschienen. Dabei war Voraussetzung, dass die veröffentlichten Krimis einen kräftigen Bezug zu Bremen oder der Region haben müssen.

Natürlich kommen in den Geschichten Menschen ums Leben. Das ist bei Krimis nun mal so, aber wer genau zuhörte, spürte immer wieder das Augenzwinkern der Autoren.

Dabei entwickeln die Täter erstaunliche Raffinesse und großen Einfallsreichtum. Und gewinnen mitunter sogar die Sympathien des Publikums. In einer Story lässt Mirjam Phillips die Zuhörer spüren, wie in der Protagonistin allmählich der Zorn über den Herzensbrecher, Tagedieb und Taugenichts, mit dem sie zusammenlebt, anwächst. Aus Eifersucht wird Misstrauen, aus Misstrauen entsteht der Wunsch, sich dieses Mannes zu entledigen. Und wenn bei den Zuhörern möglicherweise Zweifel an der Richtigkeit ihres Denkens – und Handelns – aufkommen, werden diese von der Autorin listig verdrängt.

Holger Wittschen las neben dem in dem Buch veröffentlichten Krimi „Der Kunstliebhaber“ noch einen bisher unveröffentlichten Krimi, der 1889 in Syke spielt. Auch hier fehlt es mit der Magd Adele vom „Plackenhof“, dem Landbriefträger und dem Wachtmeister nicht an realen Fiktionen. Allerdings hätte die Freifrau von Ahsen nur ein wenig mehr Geduld haben müssen, dann hätte sich ihr Problem in Form ihres Mannes, des „Königlichen Syker Landrathes von Ahsen“, von selbst erledigt.

So musste auch der arme Landbriefträger „dran glauben“, als er der Freifrau die Botschaft überbringen wollte, dass ihr Mann auf dem Heimweg von der Arbeit plötzlich verstorben war. Als er die Haustür öffnete, wurde er das Opfer des raffiniert geplanten Anschlages, der eigentlich dem Landrat galt. Die Täterin konnte sich ihrer neuen Freiheit auch nicht lange erfreuen: Sie hatte, um ein wasserdichtes Alibi vorweisen zu können, eine Bahnreise unternommen – bei der sie prompt tödlich verunglückte. So gerecht ging es vor rund 125 Jahren in Syke zu.

Begleitet wurden die Lesungen von Gert Bastigkeit, der auf seinem Piano nach Herzenslust und zur Freude des Publikums „blueste“, was das Zeug hielt.

Auf Wunsch von Wittschen spendeten die Zuhörer das Eintrittsgeld und die Gage für die Stiftung „Bremer Herzen“. Diese von Prof. Dr. Rainer Hambrecht begleitete Stiftung unterstützt post-operativ Herzpatienten auf ihrem Weg zurück in den Alltag.

bt

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