Geldstrafe für Wiederholungstäterin

Schimmel auf dem Käse: Gastronomin erneut wegen Hygieneproblemen verurteilt

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Das Amtsgericht in Syke.

Syke - Eine Syker Gastwirtin steht wegen Hygieneproblemen in ihrem Betrieb vor dem Strafrichter. Eigentlich schon schlimm genug. Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass sie wegen vergleichbarer Vorfälle in kurzer Zeit bereits zweimal verurteilt wurde. Auch im aktuellen Fall folgt eine erneute Geldstrafe.

Obwohl sie durch die Verurteilungen vorgewarnt sein müsste, fanden Lebensmittelkontrolleure des Landkreises am 4. Dezember 2018 und am 5. Februar 2019 erneut Lebensmittel in den Lagerräumen der Gaststätte, die nicht mehr zum Verzehr geeignet waren. Rouladen mit Gefrierbrand in einer Gefriertruhe. Räucherlachs, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum schon seit einem Jahr abgelaufen war. Käse, der Schimmelflecken aufwies, und in einer Garage in einer Kiste Lebensmittel in Tüten und Dosen mit Nagerspuren.

Hygieneprobleme: Syker Gastro-Wirtin erneut verurteilt

Zum Räucherlachs gab die Angeklagte an: „Dieser war eingefroren und daher durchaus noch zum Verzehr geeignet. Der Käse hatte keinen Schimmel, sondern nur einen leichten weißen Überzug auf der Schutzschicht, den man einfach abschneiden kann.“ Die Lebensmittel in der Garage seien bereits aussortiert worden und sollten entsorgt werden. „Die Rouladen waren auch schon aussortiert, die wollte ich abends für die Hunde mitnehmen“, erklärte sie außerdem.

Lebensmittelrecht setzt klare Grenzen

Der Richter hielt ihr vor, dass es durchaus einen Unterschied mache, wie man privat oder gewerblich mit Lebensmitteln verfährt. Wenn es beim Privatverzehr möglich sei, Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums zu verwenden, lasse das Lebensmittelrecht dieses im gewerblichen Bereich nicht zu.

„Lebensmittelsicherheit ist ein wichtiges Gut. Der Kunde einer Gaststätte muss sich darauf verlassen können, dass die ihm vorgesetzten Speisen einwandfrei sind“, führte er aus.

Lebensmittelkontrolleure des Landkreises sagten als Zeugen aus. Am Richtertisch nahm man die bei den Kontrollen angefertigten Fotos gemeinsam in Augenschein. „Der Belag auf dem Käse ist eindeutig Schimmel“, erklärte eine Zeugin dazu. Gleichzeitig stellte sie fest, dass bei der bisher letzten Nachkontrolle im April Verbesserungen erkennbar gewesen seien. „Es hatte sich etwas getan. Überlagerte Lebensmittel wurden dann nicht mehr gefunden“, sagte sie aus.

Veränderung im Syker Restaurant zum Positiven hin

Ihr Kollege bestätigte, dass sich etwas zum Positiven verbessert hatte. Auf Nachfrage des Richters erklärte die Zeugin, dass mittlerweile vom Landkreis ein Gewerbeuntersagungsverfahren eingeleitet wurde.

Der Ankläger vermisste ein Unrechtsbewusstsein bei der Angeklagten. Er beantragte eine Verurteilung zu fünf Monaten Freiheitsstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt sein sollte. Von der Verteidigung wurde vorgetragen, dass keine Gesundheitsgefährdung von den überlagerten Lebensmitteln ausging. „Außerdem hat sich etwas verändert, das wurde hier auch von den Lebensmittelkontrolleuren bestätigt.“ Der Verteidiger beantragte erneut eine Geldstrafe.

In seinem Urteil stellte der Richter fest, dass für ihn eine positive Entwicklung erkennbar sei. „Eine Freiheitsstrafe wäre nur angezeigt, wenn ausschließlich dadurch ein Umdenken zu erreichen sei“, erklärte er.

„Dennoch ist die Angeklagte schuldig, Lebensmittel vorgehalten zu haben, die nicht mehr zum Verzehr geeignet waren.“ Das Urteil lautet auf 1800 Euro Geldstrafe.

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