Drei-Dörfer-Schnack in Gödestorf

Hartwig Laue berichtet  über seine Reise mit einem Containerfrachter

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Vor mehr als 70 Zuhörern erzählte Hartwig Laue von der Verwirklichung seines Wunschtraums: eine fünfwöchige Reise auf dem Containerfrachter „Spirit of Hamburg“.

Gödestorf - Von Heiner Büntemeyer. Mehr als 70 Gäste hat Ortsbürgermeister Andreas Schmidt am Mittwoch im Drei-Dörfer-Haus begrüßt. Sie waren gekommen, um sich durch Hartwig Laue von einer Reise berichten zu lassen, die er vor fast drei Jahren gemeinsam mit Karl-Heinz Wenderoth aus Barrien unternommen hatte. „Der Sonne entgegen. – Die Erfüllung eines Lebenstraumes“ hatten die Beiden die Erinnerungen überschrieben.

Beim Urlaub in Cuxhaven hätten er und seine Familie Ende der 60er-Jahre stets die weißen Bananendampfer bewundert, die auf der Elbe nach Hamburg fuhren, berichtete Laue. „Mit so einem Frachter wollten meine Frau und ich später auch mal verreisen.“ Leider sei seine Frau verstorben, aber über den Barrier Kirchenvorstand habe er Karl-Heinz Wenderoth, einen ehemaligen Kapitän, kennengelernt, dessen Ehefrau ebenfalls nicht mehr lebte – und der ähnliche Pläne hatte.

Eine erste Reise führte sie in die baltischen Länder, und ab 2014 begannen sie gemeinsam, den Trip über den Atlantik und durch den Panamakanal nach Südamerika zu planen. Probleme hätten sich ergeben, als die Reederei, auf deren Frachter sie reisen wollten, ein Gesundheitszeugnis und die Impfbescheinigung verlangte. Das Gesundheitsamt lehnte eine Impfung gegen Gelbfieber ab: „Mit fast 80 Jahren sind Sie dafür zu alt“, hieß es zur Begründung. Aber so einfach ließen sich die beiden unternehmungslustigen Alten nicht abwimmeln, und schließlich bekamen sie ihre Impfungen.

Kurs auf die Dominikanische Republik

Am 7. November 2015 begann die fünfwöchige Reise auf dem Containerfrachter „Spirit of Hamburg“ der Reederei „Hamburg-Süd“. Nachdem das Schiff in London und Antwerpen Ladung aufgenommen und sie mit einer Besichtigung der Antwerpener Innenstadt Abschied von Europa genommen hatten, nahm das Schiff Kurs auf die Dominikanische Republik. Unterwegs gerieten sie in die Ausläufer eines Orkans, und Karl-Heinz Wenderoth zeigte Laue, wie man sich im schwankenden Schiff sicher bettet, um beim Schlafen nicht aus der Koje zu fallen. Auch auf ihren geliebten Aufenthalt auf dem Peildeck mussten sie verzichten. „Ab Windstärke zehn geht man nicht mehr an Deck“, habe es geheißen.

Die Zuhörer erfuhren vom Referenten viel über die Sauberkeit an Bord: „Da wurde nichts über Bord gekippt.“ Sie erfuhren, dass bei einer Reise westwärts nach jeweils 15 Längengraden die Uhr um eine Stunde zurückgedreht werden muss und dass die Liegezeiten von Containerschiffen in einigen Häfen so kurz bemessen sind, dass sich ein Landgang nicht lohnt.

21 Tage und 6.687 Seemeilen

Unterwegs beobachteten sie unvergessliche Sonnenuntergänge und in Landnähe die Seevögel, die das Schiff begleiteten. Sie genossen die Fahrt durch den Panamakanal und registrierten, wie sie den Äquator überquerten.

Als sie Callao in Peru erreichten, verließen sie nach 21 Tagen und 6.687 Seemeilen oder 12.364 Kilometern die „Spirit of Hamburg“, um sich Land und Leute anzuschauen, die Hauptstadt Lima zu besichtigen und auf den Spuren der Inka hoch in den Anden die Ruinenstadt Machu Picchu zu erkunden. Über diesen Landgang berichtete Laue im zweiten Teil seines Vortrages, für den sich Andreas Schmidt in Namen der Anwesenden bedankte.

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