Ausrichter fehlt Genehmigung

Behörden verbieten Clueser Quad-Treffen

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Buchstäblich außer Spesen nichts gewesen: Die meisten der 150 angemeldeten Teilnehmer sind unmittelbar nach dem Eintreffen wieder nach Hause gefahren.

Clues - Von Ulf Kaack. Laut vernehmlich wieherte der Amtschimmel, setzte zum Überholmanöver an und trat beidhufig auf das Bremspedal. Das Quad-Treffen auf dem Gelände des Clueser Campingplatzes wurde behördlicherseits kurzfristig untersagt. Notwendige Genehmigungen lagen nicht vor.

Stefan Abbing betreibt seit 15 Jahren den Campingplatz in Clues. Er ist leidenschaftlicher Quad-Fahrer, nutzt die geländegängigen Fahrzeuge für Arbeiten auf dem unwegsamen Areal und ist auch in seiner Freizeit gern mit diesen luftigen Flitzern unterwegs. In einem Internetforum entstand die Idee zu einem gemeinsamen Wochenende. Dazu bot sich Abbings Campingplatz an, und man vereinbarte das vergangene Wochenende für Treffen.

Doch dann verbreitete sich der Termin durch die Sozialen Medien, und plötzlich lagen 150 Anmeldungen vor. Auch das hätte für Stefan Abbing organisatorisch kein Problem dargestellt, wie er sagt. Doch am Freitag um 9.30 Uhr klingelte das Telefon: Am Apparat meldete sich das Ordnungsamt der Stadt Syke. „Man sagte mir, dass man von der Veranstaltung in der Zeitung gelesen habe, dafür aber keine Genehmigung vorliege“, so der Quad-Enthusiast, der die Terminankündigung selbst veranlasst hatte. „Außerdem monierte die Polizei, dass für unsere geplante Ausfahrt ebenfalls keine Genehmigung vorliege. Laut Gesetz sei jede Gruppierung ab fünf Fahrzeugen eine genehmigungspflichtige Kolonne.“

Alle Fahrten untersagt

Sofort fuhr Abbing nach Syke ins Rathaus und anschließend aufs Polizeirevier. Doch außer einer freundlichen Rechtsbelehrung war nichts mehr zu retten. Das Fahren auf dem Gelände wurde ebenso untersagt wie die Ausfahrt.

„Ich habe eine Konzession für den gastronomischen Betrieb des Campingplatzes, die die Ausrichtung von Veranstaltungen aller Art sowie den Ausschank von Speisen und Getränken beinhaltet“, sagt der enttäuschte Organisator, macht den Behörden aber trotz des Ärgernisses keinen Vorwurf. „Die Mitarbeiter dort haben ihren Job korrekt gemacht. Ich bin hingegen davon ausgegangen, dass mit meiner Konzession alle Belange abgedeckt sind. Hätte ich besser einmal mehr nachgefragt. Mit der Terminankündigung in der Zeitung wurde das Ganze zu einem öffentlichen Event, und da werden andere Maßstäbe angelegt.“

Die meisten Quad-Fahrer sind bereits unmittelbar nach der Ankunft wieder weitergefahren, darunter zwei große Clubs aus Hannover und Minden. Zwei Dutzend Unentwegte hielten Stefan Abbing die Treue und machten das Beste aus der Situation. So blieben die Motoren eben kalt und man setzte sich in gemütlicher Runde zu Benzingesprächen zusammen.

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