Behinderten-Beirat will Bewusstsein für die kleinen Probleme des Alltags wecken

Rolli-Slalom um die Mülltonnen

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Andreas Evenburg zeigt’s an: So breit ist ein Elektro-Scooter. Wenn dann die Mülltonnen mittig auf dem Bürgersteig stehen und/oder Autos auf dem Gehweg parken, wird es eng. 

Syke - Von Michael Walter. Nein: Andreas Evenburg sucht niemanden, der jetzt schuld ist. Nur auf einen kleinen Missstand möchte der Vorsitzende des Syker Behindertenbeirats aufmerksam machen: Mülltonnen, die mitten auf dem Gehweg stehen.

„Der Behindertenbeirat ist von verschiedenen Seiten mehrfach darauf angesprochen worden“, sagt Evenburg. Wenn die Behälter nicht weit genug am Straßenrand stehen, bekommen Leute mit Rollstühlen oder Elektro-Scootern Probleme: Sie können nicht mehr dran vorbei und müssen auf die andere Straßenseite wechseln. Wo dann meist auch wieder Mülltonnen buchstäblich im Weg stehen. Parken dann auch noch Autos auf dem Gehwegrand, geht schnell gar nichts mehr.

„Wir wollen niemandem einen Vorwurf machen“, betont Evenburg. „Wie bei vielen anderen Dingen auch, ist das ja fast immer nur Gedankenlosigkeit. Selbst bei uns stellt der Hausmeister die Mülltonnen einfach vor die Straße, und dann ist die Sache für ihn erledigt.“

Evenburg lebt in einer kleinen behindertengerechten Wohnung an der Waldstraße. Er zählt zur statistischen Gruppe der spätbehinderten Erwachsenen. Heißt: Er hat ein ganz normales Leben geführt und war Montageleiter bei einem Hersteller von Haustüren, bis 1995 ein Blutgefäß in seinem Hirn platzte. Davon hat er bleibende Schäden zurückbehalten. „2005 kam dann nochmal ein Schlaganfall dazu“, erzählt er. Seitdem ist Evenburg zu 70 Prozent schwerbehindert.

Mit dem Syker Behindertenbeirat kam er schon 1999 über die Lebenshilfe in Kontakt. Seitdem hat sich der heute 61-Jährige zunehmend in diesem Gremium engagiert.

So lange es diesen Beirat auch schon gibt: In der Öffentlichkeit taucht er praktisch kaum auf. „Dabei gibt es in Syke knapp 2000 Behinderte“, sagt Evenburg. „Trotzdem haben sie kaum eine Lobby.“ Auch wenn der Beirat nur beratende Funktion hat, kann er etwas bewirken, ist Andreas Evenburg überzeugt. Beispiel: Die Fahrstühle zu den Bahnsteigen am Bahnhof. „Ursprünglich sollte da ja eine 90 Meter lange Rampe hin. Wenn da einer im Rollstuhl runtergerollt wäre, hätte der am Ende die Kurve nicht gekriegt und wäre gegen die Wand geklatscht.“

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