Insgesamt 42 Flügel vorgesehen

Geschichten hinter alten Syker Gebäuden: „Beflügelte“ Gästeführung

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Die Gästeführung im Rahmen der „Blauen Flügel“ (ein Exemplar im Hintergrund) beginnt am Syker Bahnhof.

Syke - Von Horst Meyer. Blaue Flügel sind derzeit in Syke allgegenwärtig. Wir berichteten bereits mehrfach über die Idee und die Umsetzung. Gästeführerin Traute Dittmann eröffnete ein neues Kapitel. Sie führte eine Gruppe Interessierter durch die Innenstadt und erläuterte, worauf die jeweiligen blauen Flügel an Straßenlampen und Gebäuden im Stadtgebiet hinweisen.

„Insgesamt sind 42 Flügel vorgesehen, von denen aber noch nicht alle angebracht wurden“, sagte sie einleitend. „Auf den blauen Flügeln befinden sich QR-Codes, über die mit dem Smartphone Informationen abgerufen werden können.“ Das klappt bisher allerdings nur am Winklerfelde beim Avacon-Gebäude. Stadtarchivar Hermann Greve wird in nächster Zeit weitere Texte hinterlegen.

Insgesamt 26 Objekte stellte Dittmann vor – reich ausgeschmückt mit Hinweisen und Anekdoten. Aus der Gruppe selbst kamen weitere Hinweise, die die Veranstaltung sehr lebendig machten.

Die Führung startete am Bahnhof. Dort hing auch gleich der erste Flügel. „Das Gebäude wurde 1873 eröffnet und vor einigen Jahren durch die Awo renoviert. Es ist heute ein Schmuckstück für die Stadt. Gleichzeitig ist es auch das größte Gebäude mit einem Flügel“, so Dittmann.

Gebäude eines Zigarrenfabrikanten

Kurz nach dem Bau des Bahnhofsgebäudes entstand in unmittelbarer Nähe ein Haus, das jetzt ebenfalls mit einem Flügel versehen ist. 1878 erbaute der Zigarrenfabrikant Ellinghausen das Gebäude vor dem Bahnhof. Teilnehmerin Liesel Bicker stellte fest: „Wir hatten lange einen Behälter mit der Aufschrift ,Ellinghausen Kautabak‘. Ich hätte nicht gedacht, dass es da sogar einen Bezug zu Syke gibt.“ In diesem Haus lebte viele Jahre auch Luise Chevalier mit ihrer Familie. Sie ist Gründerin der Städtepartnerschaft mit La Chartre.

Weiter ging es mit dem ehemaligen Central-Hotel, mehreren Backsteingebäuden in der Bahnhofstraße und dem ehemaligen Eisen- und Kohlenhandel Uhlenwinkel (heute Nesemann). Die Teilnehmer hörten vom ehemaligen Scheunenviertel, dem Bahnhofhotel und der Schmiede der Familie Wark. Sie wurde 1925 zu einer Herberge für wandernde Handwerksburschen und Musikanten. Heute befindet sich dort das Restaurant „Da Nino“. „Am Ernst-Boden-Platz wirkte im 18. und 19. Jahrhundert der Uhrmacher Voß, dessen Sanduhren heute noch im Kreismuseum zu bewundern sind“, erzählte Dittmann.

Ehemalige Schule mit einem Flügel

An der Hauptstraße trägt die ehemalige Syker Schule einen Flügel. Sie wurde 1871 erbaut und diente nur für 20 Jahre als Bildungseinrichtung. Später traf sich die katholische Gemeinde dort zu Gottesdiensten, auch Sparkasse und Katasteramt nutzten das Gebäude. Heute findet man an der Stelle das Restaurant „Pino“. Wessels Hotel, die Häuser Lindhoff und Hillmann tragen ebenso blaue Flügel wie die ehemalige Spedition Greve oder die ehemalige Buchhandlung Dissmeyer und das Kreishaus.

Im Ackerbürgerhaus an der Hauptstraße 19 wirkte von 1839 bis in die 1870er-Jahre der Allgemeinmediziner und Landphysicus Dr. Fontheim. Heute steht es als versteckte Schönheit in zweiter Reihe – und beherbergt wieder einen Physikus.

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