Barrier Ortsrat tagt im alten Rathaus

Bebauungspläne und ein bisschen Edeka

Barrien - Von Frank Jaursch. Debatten unter Seepferdchen und Pappschweinchen: Im alten Barrier Rathaus, wo sich eigentlich die Grundschulkinder zum Mittagstisch treffen, haben am Donnerstagabend die Mitglieder der Ortsräte Barrien und (zeitweise) Gessel über zwei mittlerweile wohlbekannte geplante Neubaugebiete gesprochen: Südlich Grüne Straße und Nördlich Am Goldberg.

Bereits während der Einwohnerfragestunde war man mitten in der Diskussion. Es ging um die Straßenbreite der oberen Grünen Straße, um Zweifel an einem Durchkommen für Rettungsfahrzeuge. Der Bebauungsplan basiere auf den Werten der aktuellen Liegenschaftskarte, erklärte Stadtplaner Wolfram Schneider. Eine fehlerhafte Grundlage führe aber nicht zur Unwirksamkeit des B-Planes. Wenn sich die Daten als falsch herausstellen sollten, müsse man eben sehen, „wie wir es heilen können“.

Für den B-Plan Nördlich Am Goldberg waren zu fällende Bäume und Kompensationsflächen nicht die einzigen Probleme. Die Anwohner der Bremer Straße fürchten eine „ungerecht einseitige Verteilung“ des Verkehrs. Ihre Sorge: Der Löwenanteil der Baufahrzeuge dürfte von der ehemaligen B 6 ins Neubaugebiet fahren – und nicht über die Zuwegung Zur Siemerei.

Stadtplaner Wolfram Schneider stellte unter anderem Grünbereiche und Parkbuchten in Aussicht, um den neuen, parallel zur Straße Am Goldberg verlaufenden Weg „unattraktiv für Leute zu machen, die abkürzen wollen“. Er betonte aber, dass er nicht vorschreiben könne, von welcher Seite die Fahrzeuge die Baustellen anfahren. Der Anwohner-Vorschlag, das sei mit einer Einbahnstraßen-Regelung möglich, blieb unbeantwortet.

Auch die Geruchsbelastung durch den landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe des geplanten Gebietes ist ein Thema. Der Landwirt plant zwar, seinen Betrieb zu verlagern; solange es aber noch kein grünes Licht vom Landkreis gegeben hat, müsse mit den Gerüchen kalkuliert werden, so hieß es. Ein Emissionsgutachten soll Sicherheit für beide Seiten geben.

Die Anwohner-Ängste vor zu viel Verkehr durch das neue Gebiet teilte Schneider nicht ganz. Auch in Bezug auf das Nadelöhr Fuchsweg zeigte er sich überzeugt, dass „das mit der Anzahl der geplanten Gebäude noch funktionieren würde“. Erst wenn eines Tages das gesamte Gebiet in Richtung Handelsweg voll sei, „kommen wir wohl nicht umhin, ein Gutachten zu erstellen“.

Edeka-B-Plan „eigentlich fertig“

Eine nicht ganz unwichtige Nachricht hatte Schneider noch in Sachen Edeka-Markt parat: Die Planungen des Neubaus an der Sudweyher Straße haben Fortschritte gemacht, die Gespräche mit der Edeka-Zentrale waren erfolgreich. „Der B-Plan ist eigentlich fertig“, betonte Schneider. Damit könnte das Vorhaben, auf das in Barrien viele warten, in Angriff genommen werden.

Es gebe allerdings noch Fragen der verkehrlichen Situation zu klären. Solange das nicht vollzogen sei, wolle er das Vorhaben nicht in den Bauausschuss bringen, erklärte Schneider.

Ortsratsmitglied Christian Eilers betonte, dass die Schulwegsicherung unabhängig vom Supermarkt-Neubau vorangetrieben werden müsse: „Es muss auch mal was passieren, bevor was passiert.“

Rubriklistenbild: © dpa

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