Unterricht nur noch in halben Klassen 

BBS Syke im Coronavirus-Ausnahmezustand: Maximal 15 Schüler pro Klasse

Auf die Maske kommt es an: Diese scheint ihr Besitzer achtlos weggeworfen zu haben – hoffentlich, um sie gegen eine frische zu ersetzen. An der BBS Syke werden Schüler immer wieder an die Tragepflicht erinnert.
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Auf die Maske kommt es an: Diese scheint ihr Besitzer achtlos weggeworfen zu haben – hoffentlich, um sie gegen eine frische zu ersetzen. An der BBS Syke werden Schüler immer wieder an die Tragepflicht erinnert.

Ausnahmezustand an der größten Schule im Landkreis Diepholz: Weil aktuell sieben Schüler positiv auf Corona getestet sowie drei Kurse und eine Teilzeitklasse in Quarantäne sind, gilt an der BBS Europaschule in Syke seit Donnerstag das sogenannte Szenario B – der stark eingeschränkte Schulbetrieb.

Syke - Betroffen sind rund 3 100 Schüler sowie etwa 180 Lehrkräfte. An einer so großen Schule mit drei eigenständigen räumlichen Komplexen ist die Umsetzung der Vorgaben ein enormer Kraftakt, wie BBS-Direktor Horst Burghardt bestätigt: „Ich bin stolz auf meine Kollegen sowie auf unsere Verwaltungsmitarbeiter und Hausmeister, dass wir die Maßnahmen so schnell umsetzen konnten.“

BBS Syke: Maximal 15 Schüler pro Klasse

Will heißen: In allen Klassen der BBS Europaschule Syke erhalten maximal 15 Schüler von einer Lehrkraft direkten Unterricht. Ausnahmslos ist in den Klassen der Mindestabstand von 1,5 Metern zu gewährleisten. Zwar gilt im Unterricht keine Maskenpflicht. „Aber sobald sich jemand von seinem Platz erhebt, muss er einen Mund-Nasen-Schutz tragen“, so Horst Burghardt über die geltende Praxis im Unterricht. Zum Vergleich: Die regulären Klassen der BBS umfassen zwischen 28 und zwölf Schüler.

Im Szenario B wechseln sich der Direktunterricht in der Schule und das Lernen Zuhause (für Vollzeitschüler) oder im Ausbildungsbetrieb (für Schüler in der Dualen Ausbildung) ab. „Dafür bekommen die Schüler bestimmte Aufgaben gestellt“, so der BBS-Direktor.

Dieser Wechselunterricht gilt für alle Bereiche der Schule. Auch wenn von der Quarantäne aktuell nur der zentrale Gebäudekomplex an der Weide betroffen ist: Dort waren die drei Kurse des Beruflichen Gymnasiums und die Klasse in Dualer Ausbildung untergebracht, für die das Gesundheitsamt besagte Quarantäne angeordnet hat. Der räumlich eigenständige, geweblich-technische Trakt der Schule liegt rund 300 Meter vom zentralen Gebäudekomplex entfernt – das Pflegekompetenzzentrum sogar 600 Meter. Aber weil beide zur BBS Europaschule gehören, gilt der Ausnahmezustand auch dort.

Corona an den BBS Syke: 2000 Schüler in Teilzeit

Mit ihren 2 000 Schülern in Teilzeit und 1 100 in Vollzeit ist die BBS Europaschule eine große Drehscheibe, weil ihr Einzugsgebiet die Landkreise Diepholz, Nienburg und Verden sowie den Randbereich von Bremen umfasst. „Das Virus ist von außen in die Schule getragen worden“, so Horst Burghardt.

Ein striktes Hygienekonzept gilt an der Schule schon seit dem Frühjahr. „Dieses Konzept wird jetzt noch einmal angepasst“, betont der BBS-Direktor. Und: Immer wieder würden die Schüler an die Maskenpflicht und ihre Verantwortung erinnert – gebetsmühlenartig, so könnte man sagen.

Der Ausnahmezustand, das Szenario B, gilt (ab Samstag) noch exakt zwölf Tage – und muss im schlimmsten Fall verlängert werden, sollte ein weiterer Coronafall an der Schule auftreten. Dann müsste das Gesundheitsamt weitere Maßnahmen verfügen. „Die Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt läuft gut“, so Horst Burghardt. Trotzdem hat er einen Wunsch: „Dass auch wir erfahren, wie viele Schüler positiv getestet worden sind – weil wir eine Meldepflicht gegenüber der Landesschulbehörde haben.“

um Schutz vor Corona gelten strenge Regeln, an die sich jedoch nicht alle Menschen im Landkreis halten. Das beweisen Kontrollen. Im Rahmen der Amtshilfe unterstützt die Polizei den Landkreis sowie seine Städte und Gemeinden bei der Überwachung.

Coronavirus im Landkreis Diepholz: Polizei leistet Amtshilfe

„Die Maskenkontrolle ist keine ureigene Aufgabe der Polizei“, betont Thomas Gissing als Pressesprecher der Polizeiinspektion Diepholz. „Wir stellen uns auch nicht vor jeden Supermarkt.“ Gleichwohl haben die Beamten das Geschehen zum Beispiel auf Wochenmärkten und in den Innenstädten, an Bahnhöfen und Bushaltestellen im Blick – und im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch die Lage an weiterführenden Schulen vor Unterrichtsbeginn sowie nach Schulschluss.

Ergebnis der bisherigen Kontrollen: „Die Akzeptanz der Maskenpflicht ist sehr hoch“, so Gissing. Vereinzelte Schüler müsse man einmal mehr ansprechen. Aber grundsätzlich bewege sich alles im Rahmen. Würden Bürger ohne Maske angesprochen, dann würden sie in der Regel umgehend auf ihr Versäumnis reagieren – sprich ihre Maske aus der Tasche ziehen und nutzen.

Corona-Regeln im Landkreis Diepholz: Einzelne Wiederholungstäter

In Einzelfällen habe es die Polizei aber auch mit Wiederholungstätern zu tun, die Corona-Schutzmaßnahmen für übertrieben hielten. Zeigen die Maskenlosen keine Einsicht, registriert die Polizei eine Ordnungswidrigkeit – der Landkreis verhängt ein Bußgeld gegen die Betroffenen. Das gehört zwar zum Polizei-Alltag in Coronazeiten, die Regel ist es nicht.

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